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28.05.2020

29.05.2020

Gasoil ICE London ($/to)

285.75

281.00

Brent ICE London ($/bbl)

34.14

34.96

Rheinfracht (CHF/to) Gasoil

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29.05.2020

Händler blicken auf Trump-Konferenz zu Hongkong 

Entgegen den Erwartungen der Analysten nahmen die landesweiten Rohölvorräte der USA in der vergangenen Woche deutlich zu. Dies war nicht zuletzt auch dem massiven Anstieg der Rohölimporte geschuldet.

Analysten zufolge werden die Rohölimporte der USA in den kommenden Wochen noch zunehmen.

Wie nachhaltig dieses Nachfragewachstum ist, dürfte jedoch der DOE-Bestandsbericht der nächsten Woche zeigen, da dieser die Zahlen zur Nachfrage am Memorial Day Wochenende beinhaltet, das Wochenende mit dem inoffiziell die US-Fahrsaison beginnt.

Vor dem Wochenende liegt der Fokus erst einmal auf der für heute angekündigten Pressekonferenz des US-Präsidenten zum Thema Hongkong. Gibt dieser Sanktionen gegen China bekannt wird dies den Ölfutures einen Dämpfer versetzen, da sich damit die Spannungen zwischen den beiden Ländern weiter verschärfen werden.

An den Ölbörsen notieren die Kontrakte derzeit kaum verändert zu den gestrigen Settlement Preisen. Aufgrund des festeren EUR/USD deuten sich bei den Inlandspreisen am Vormittag noch leichte Nachlässe im Vergleich zu gestern an. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral bis bearish 

28.05.2020

Ölfutures nach bearishen API-Daten weicher 

Die bearishen Bestandsdaten des API haben bei den Marktteilnehmern die Sorgen hinsichtlich des Überangebotes am Ölmarkt wieder verstärkt.

Auch der bearishe Einfluss der Bestandsveränderungen bei Benzin ist nicht zu verachten. Eigentlich sollte die Nachfrage nach dem Kraftstoff um diese Zeit in den USA zulegen und letztlich zu Abbauten bei den Benzinvorräten führen. Die Unsicherheit hinsichtlich der Covid19-Pandemie und restriktive Maßnahmen zu deren Eindämmung scheinen den amerikanischen Bürgern jedoch die Reiselust zu verhageln. Derweil treibt die Marktteilnehmer außerdem die Entwicklung der Beziehung zwischen den USA und China um.

Die Aussicht auf eine weiterhin enge Zusammenarbeit Russlands und Saudi-Arabiens im Rahmen des OPEC+ Abkommens wird in seiner bullishen Wirkung heute durch die bearishen API-Daten sowie die Sorge um die Beziehungen zwischen den USA und China aufgewogen. An den Ölbörsen notieren die Kontrakte derzeit knapp unterhalb der Tiefs von gestern, weswegen sich auch bei den Inlandspreisen für den Vormittag erneut deutliche Nachlässe abzeichnen. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: bearish 

27.05.2020

Russland bei Produktionskürzungen zurückhaltend – Gewinnmitnahmen auf hohem Niveau 

Die Nachfrage befindet sich im Aufwärtstrend und erholt sich zum Teil schneller als erwartet.

Mit der Aussicht, dass sich der Markt schneller als erwartet erholen könnte, dürfte Russland einer Verlängerung der aktuellen Kürzung über Juni hinaus wohl nicht zustimmen. Das Land ist bei Kürzungen in der Regel immer zurückhaltend, sodass es beim Meeting Anfang Juni nicht zu einer Abweichung vom bisherigen Kürzungsplan kommen sollte.

Bei den US Ölbestandsdaten, die wegen des US-Feiertages vom Montag in dieser Woche einen Tag später als üblich veröffentlicht werden, rechnen Marktteilnehmer mit Rohölabbauten.

Die fundamental bullishen Aspekte der Nachfrageentwicklung scheinen mittlerweile weitestgehend eingepreist zu sein. Mit dem Blick auf die Unsicherheiten rund um die OPEC+ Entscheidung, den Bestandsdaten sowie der Situation in Libyen, schätzen wir die fundamentale Konstellation nun erst einmal wieder neutral ein. Da Gasoil unter den Niveaus von gestern Mittag notiert, deuten sich auch bei den Inlandspreisen für den Vormittag Nachlässe an. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral 

26.05.2020

Ölnachfrage nimmt zu - Markt im Juli im Gleichgewicht? 

Überall setzt die Politik Lockerungen von den strickten Lockdown-Maßnahmen um. Selbst in Ländern wie Indien, in denen die Zahl der Neuinfektionen noch täglich ansteigt, werden die Ausgangsbeschränkungen nach und nach aufgehoben. Das führt zu einem erhöhten Bedarf an Treibstoffen wie Diesel und Benzin – Meldungen, auf die Marktteilnehmer schon seit dem Einbruch des Ölbedarfs gewartet hatten. Trader reagieren somit sensibel auf bullishe Meldungen, sodass der Markt für derartige Entwicklungen sehr empfänglich geworden ist.

Zusammen mit den umfangreichen Kürzungen der OPEC+ Gruppe und dem massiven Produktionseinbruch in der US-Schieferölbranche eine Konstellation, in der die Marktteilnehmer eher nach oben schielen.

Mit höheren Preisen werden einige Produzenten ihre Förderung wieder steigern, sodass irgendwann Gewinnmitnahmen attraktiv werden und sich ein Plateau bilden kann.

Die Futures an ICE und NYMEX legen in den Morgenstunden zu. Die Vortageshochs wurden überschritten und so deuten sich auch für das Inland weitere deutliche Preissteigerungen an. 

Fundamental: neutral bis bullish                     Chartanalyse: neutral bis bullish 

25.05.2020

Preisrallye ausgebremst – Futures bleiben auf hohem Niveau 

Nachdem der Ausbruch des Coronavirus mit den anschließenden globalen Lockdowns die Ölnachfrage massiv gesenkt hat, kann sich diese nun langsam erholen. Es gibt überall Hinweise, dass der Bedarf wieder zunimmt, was mit den Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen in Asien, Europa und Nordamerika aber auch wenig verwunderlich ist.

Das momentane Gleichgewicht bleibt daher fragil und lebt vom Optimismus der Marktteilnehmer. Dieser wiederum ist von einer positiven Berichterstattung zur Nachfrageentwicklung von den umfangreichen Produktionskürzungen abhängig. Dreht sich hier der Trend, dann dürften Trader schnell zu Gewinnmitnahmen aus Long-Positionen tendieren und es kann zu einer deutlichen Korrektur kommen.

Die fundamentale Konstellation schätzen wir heute Morgen wieder neutral bis leicht bullish ein. Das Handelsinteresse wird mit dem US Feiertag "Memorial Day" geringer als üblich sein. Da die Futures in den Morgenstunden relativ fest bleiben und über den Niveaus von Freitagnachmittag handeln, deuten sich für das Inland momentan deutliche Preissteigerungen ab. 

Fundamental: neutral bis bullish                     Chartanalyse: neutral bis bearish 

20.05.2020

Markt hat das Schlimmste hinter sich – Powell warnt vor langsamer Erholung 

WTI hat seinen Frontmonatswechsel diesmal ohne die Kapriolen von letztem Monat hinter sich gebracht. Eine große Menge nicht benötigten Öls wurde durch die Produktionskürzungen der OPEC+ und anderer Länder vom Markt genommen. Selbst in den USA sinkt die Ölförderung in Rekordgeschwindigkeit.

Die OPEC rechnet hier allerdings immer etwas anders und vergleicht die eigenen Produktionszahlen gerne mit Oktober 2016, der Bemessungsgrundlage für die OPEC+ Quoten.

Der Trend bei der Nachfrage zeigt mit den Lockerungen der Lockdowns in Asien, Europa und den USA jedoch nach oben.Der Markt befindet sich daher noch in einem Spannungsfeld, bei dem Trader auf eine baldige Unterversorgung setzen (bullish), während es aktuell noch eine akute Überversorgung gibt, die die globalen Ölbestände weiter steigen lässt (bearish).Gasoil kann sich mit den anderen Futures im morgendlichen Handel zwar leicht nach oben orientieren, bleibt aber noch unter den Niveaus von gestern Nachmittag. Bei den Inlandspreisen deuten sich daher vorsichtige Preisnachlässe an. 

Fundamental: neutral                Chartanalyse: neutral 

19.05.2020

Gewinnmitnahmen folgen auf Monatshochs – Rallye könnte überhitzt sein 

Der Markt reagiert momentan sehr sensibel auf bullishe Nachrichten – ein Nebeneffekt der tendenziell bullishen Stimmung unter den Teilnehmern. Positive Meldungen zur Entwicklung von Impfstoffen wird nicht nur an den Ölbörsen dankend als Kaufgrund aufgegriffen. Zurzeit dreht sich viel um Lockerungen von Ausgangsbeschränkungen und positiven Entwicklungen bei der Corona-Pandemie. Das führt zu einer höheren Geschäftstätigkeit, die die Aktienmärkte stützt, aber auch zu einem gesteigerten Bedarf an Treibstoffen führt.

Das zeigt, wie schnell sich die Nachfrage erholen kann, was an den Ölbörsen entsprechend bullish gesehen wird. Und ab Juni wollen die Saudis, Kuwait und die Vereinten Arabischen Emirate (VAE) bekanntlich noch weitere Mengen vom Markt nehmen. In den USA ist die Ölproduktion sehr schnell sehr umfangreich gesunken, was zu einer Entlastung der US Lagerbestände geführt hat. Doch man darf nicht Außerachtlassen, dass der Markt auch im Mai und Juni noch überversorgt erwartet wird. Die Rallye basiert daher mehr auf der Erwartung einer Normalisierung in der Zeit danach.

Es besteht daher durchaus ein Risiko, dass die Preisrallye überhitzt. Marktteilnehmer preisen bereits ein, dass die Volkswirtschaften schnell wieder auf Kurs sind. Für Heute deuten sich Preissteigerungen an. 

Fundamental: neutral bis bullish                     Chartanalyse: neutral 

18.05.2020

WTI markiert 2-Monatshoch – US Unternehmen fahren Ölproduktion wieder an 

An den Ölbörsen setzt sich mehr und mehr die positive Stimmung durch, nachdem die IEA bei ihrem Monatsreport in der vergangenen Woche die bisherigen Nachfrageprognosen erheblich korrigiert hatte. Auch die US Ölbestände steigen nicht mehr länger, was die Preise an den Börsen stabilisiert.

Die OPEC+ Gruppe scheint es mit ihren Kürzungen wirklich sehr ernst zu nehmen, sodass der Markt insgesamt in einem besseren Zustand als man es noch vor einem Monat befürchtet hatte.

Das positive Momentum scheint daher erst einmal weiter Bestand zu haben, weshalb wir die fundamentale Konstellation weiter neutral bis bullish einstufen. Nach dem frühen Preisanstieg in den Morgenstunden ist die US Rohölsorte WTI auf den höchsten Stand seit 2 Monaten geklettert und auch die Futures an der ICE sind mitgezogen. Die Vorgaben an den Ölbörsen bleiben somit fest, sodass sich für das Inland ebenfalls erhebliche Aufwärtspotenziale andeuten. 

Fundamental: neutral bis bullish                     Chartanalyse: neutral bis bulish 

15.05.2020

Preise ziehen deutlich an – IEA mit optimistischerer Einschätzung 

Mit den Lockerungen der Lockdowns zeigen sich deutliche Anzeichen der Erholung bei der globalen Ölnachfrage. In Europa und den USA wird die Raffinerienachfrage langsam wieder steigen, da durch die Öffnung der Wirtschaft wieder mehr Treibstoffe benötigt werden. Hier spielt auch der private Individualverkehr eine entscheidende Rolle.

Das wird die Nachfrage nach Benzin und Destillaten als erstes Fördern, während die Nachfrage nach Kerosin noch länger gering bleiben wird. Der gesteigerte Bedarf nach Treibstoffen zeigte sich gestern auch bei der Preisentwicklung an den Ölbörsen, wo insbesondere die Produkt-Futures stark zulegten und den Kursanstieg an ICE und NYMEX antrieben.

Nach dem IEA Report und den DOE Daten ist die fundamentale Stimmung für uns zunächst noch leicht bullish. Die Ölpreise an ICE und NYMEX ziehen in den Morgenstunden an, überschreiten die Vortageshochs und deuten so auch für das Inland weitere deutliche Preissteigerungen zum Vortag an. 

Fundamental: neutral bis bullish                     Chartanalyse: neutral bis bulish 

14.05.2020

Markt ignoriert bullishe US Ölbestände – Warten auf IEA Einschätzung 

Nachdem der EIA Monatsreport von Dienstagabend bereits bearish ausfiel, zeigte der Bericht der OPEC gestern ein ähnliches Bild und man sieht die Ölnachfrage schwächer als noch im letzten Monat. Da die Nachfrage aber stärker als das Angebot korrigiert wurde, wird das Überangebot für 2020 unterm Strich stärker als eingestuft. Trader beeindruckte dies aber wohl kaum, denn diese haben sich bereits auf schlechte Nachrichten zur Nachfrage eingestellt. Nun steht noch der Report der IEA an.

Man geht davon aus, dass es wohl noch mehr als ein Jahr dauern werde, bis sich die Ölnachfrage wieder auf das Niveau erhole, dass es vor der Corona-Zeit hatte. Die Ölpreise haben sich mittlerweile wieder leicht erholt, steigen diese aber wieder auf über 40 Dollar, könnte dies die Schieferölproduktion wiederbeleben.

Der Fokus der Marktteilnehmer liegt nun auf der Geschwindigkeit der Erholung der Ölnachfrage, die wiederum sehr eng mit den Lockerungen der Lockdown-Maßnahmen verbunden ist. Die größte Gefahr für den Markt ist eine zu frühe Lockerung und eine zweite Infektionswelle, die insbesondere in den USA droht.

Für heute deuten sich damit leichte Preissteigerungen zum Vortag an. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral bis bearish

13.05.2020

OPEC+ bespricht neue Kürzungen – Überversorgung bei 10,1 Mio. B/T 

Die EIA hatte gestern Abend ihren aktuellen Monatsbericht veröffentlicht und dabei einige Korrekturen zum Vormonat vorgenommen. Die Ölnachfrage 2020 wurde noch einmal deutlich nach unten korrigiert, mit den Kürzungen der OPEC+ Gruppe und auch den Kürzungen anderer Länder, fiel die Korrektur bei der Produktion noch umfangreicher aus.

Die Preisprognosen wurden überwiegend angehoben, sodass man mit einer schnelleren Erholung des Marktes rechnet.

In den USA hat der "Corona-Berater" des Weißen Hauses, Anthony Fauci, sehr deutlich vor einer zu frühen Öffnung der Wirtschaft gewarnt und damit den Kurs des Präsidenten kritisiert. Eine zweite Welle ist generell die größte Sorge des Marktes, was die Preise momentan auch weiter dämpft.

Der Markt befindet sich daher momentan wohl in einem sensiblen Gleichgewicht, das von der Hoffnung eines Nachfrageanstiegs getragen wird. Da Gasaoil weiter auf niedrigem Niveau und damit deutlich unter Vortag bleibt, deuten sich bei den Inlandspreisen aktuell starke Preisnachlässe im Vergleich zu gestern an. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral bis bearish 

12.05.2020

Zusätzliche Kürzung der OPEC verpufft – US Produzenten steigern Förderung 

Während sich die Ölnachfrage im Vergleich zum Vormonat zu verbessern scheint, kürzen die OPEC Länder Saudi-Arabien, Kuwait und die Vereinten Arabischen Emirate (VAE) ihre Produktion zusätzlich.

Die zusätzlichen, freiwilligen Kürzungen der drei OPEC Länder sollen erst im Juni greifen und bis diese den physischen Markt erreichen, wird noch ein weiterer Monat vergehen.

Der Alleingang mit Kuwait und VAE ist zwar ein Signal, doch statt Entschlossenheit könnte es auch Hilflosigkeit sein, weil man merkt, dass man nicht die geplanten Mengen am Markt absetzen kann und die Lagerkapazitäten ausgehen. Nun warten Marktteilnehmer auf die Monatsreports, von denen der EIA heute Abend den Anfang machen wird.

Die Ölnachfrage scheint das Schlimmste hinter sich zu haben, doch die Gefahr einer zweiten Infektionswelle mit erneuten Verschärfungen der Lockdowns droht. Die Ölpreise geben heute Morgen zunächst nach, bleiben dabei allerdings noch oberhalb der gestrigen Tiefs. Für die Inlandspreise deuten sich damit Nachlässe für den Vormittag an. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral 

11.05.2020

Chinas Raffinerien laufen wieder – Ölbestände nehmen ab 

Der Markt habe damit begonnen die Überversorgung auszubalancieren, fasst Analyst Phil Flynn, von Price Futures, die aktuelle Stimmung an den Ölbörsen zusammen. Die Anhebung der Verkaufspreise für Juni durch die Saudi Aramco sei ein Zeichen, dass man überzeugt sei für das Öl auch wieder Käufer zu finden.

Und andere Länder ziehen bereits nach. Die Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen sind in den Innenstädten und beim Verkehr bereits spürbar, während die Rohölförderung weiter heruntergeschraubt wird.Der Trend stützt die Ölbörsen, während die niedrigen Preise für Short-Coverings gesorgt und Spekulanten, die wieder aufsteigende Preise setzen, angelockt haben.

Für eine bessere Markteinschätzung warten die Trader in dieser Woche, neben den US Ölbestandsdaten, auch auf die neuen Monatsreports von EIA, OPEC und IEA, die ab morgen Abend bekanntgegeben werden. In den Morgenstunden bleiben die Öl-Futures an ICE und NYMEX nahe den späten Hochs vom Freitag. Für das Inland deuten sich für den Vormittag somit erneut deutliche Preissteigerungen an. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral bis bullish 

08.05.2020

Genscape meldet Bestandsrückgang in Cushing 

Die Meldung, dass das staatliche Ölunternehmen Saudi Aramco die Verkaufspreise für Juni-Lieferungen seines Rohöls angehoben haben soll, stützte die Ölbörsen gestern.

Die höheren Preise für den asiatischen Raum lassen vermuten, dass Saudi-Arabien davon ausgeht, dass es sein Öl am Markt einfacher loswird.

Was das Angebot angeht, haben die Marktteilnehmer weiterhin die Produktionskürzungen der OPEC+ sowie die Bestandsentwicklung im Blick. Am gestrigen Donnerstag meldete der Informationsdienstleister Genscape nun Händlern zufolge auch noch einen Rückgang der Vorräte im US-Zentrallager in Cushing, dem Erfüllungsort für die WTI-Kontrakte. Dies macht Hoffnung, dass die Kapazitätsgrenze des Lagers doch nicht erreicht wird und sich das Ereignis von Negativpreisen – wie Ende April – nicht wiederholt.

Die Notierungen an ICE und NYMEX kommen von den gestern Abend markierten Tiefs heute Morgen leicht zurück. Der EUR/USD hat sich im Verlauf des gestrigen Abends deutlich erholt und die Hochs von Donnerstag bereits übertroffen, weswegen sich bei den Inlandspreisen noch leichtes Abwärtspotenzial andeutet. 

Fundamental: neutral bis bullish                     Chartanalyse: neutral 

07.05.2020

WTI bleibt vorerst im Aufwärtstrend 

Der leichte Rückgang der Gesamtnachfrage nach Produkten in den USA, den das DOE am gestrigen Mittwoch für die vergangene Woche gemeldet hatte, versetzte die Hoffnungen der Marktteilnehmer auf eine schnelle Erholung der Nachfrage wieder einen Dämpfer.

Aufgrund ihrer Erwartung, dass sich die Ölnachfrage nur langsam erholen wird und die Ölbestände vorerst weiter steigen dürfte, behielten die Experten von Morgan Stanley ihre Preisprognosen für Brent unverändert bei 35 Dollar pro Barrel für das vierte Quartal. Während der langsamere Anstieg der Rohölbestände im US-Zentrallager in Cushing den Druck, der auf dem US-Markt lastet, zumindest etwas abschwächt, bleibt für den Weltmarkt weiterhin die Frage, ob die OPEC+ ihre vereinbarten Produktionskürzungen vollständig umsetzen können.

Insgesamt sieht die fundamentale Situation heute Morgen wieder eher neutral aus. Die Notierungen an ICE und NYMEX bewegen sich am Morgen in etwa auf den Niveaus von Mittwoch. Es deuten sich bei den Inlandspreisen Abwärtspotenzial zu gestern an. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral bis bearish 

06.05.2020

Ölpreis hat sich verdoppelt – Produktionskürzungen und Nachfrageanstieg zeigen Wirkung

Mit der Corona-Krise brach die Nachfrage durch die globalen Lockdowns massiv ein. Zunächst war lediglich China betroffen, danach
mehr oder weniger die ganze Welt. Die Ölbestände nahmen rasant zu, denn die Raffinerien produzierten zunächst weiter und die
OPEC+ Länder steigerten im April sogar ihre Produktion.

Die Erholung der Nachfrage ist für Analysten schon seit Wochen der Schlüssel zu einer nachhaltigen Preiserholung. Jetzt, da die
Nachfrage anzieht, zeigt sich auch der erwartet deutliche Preisanstieg an den Ölbörsen. Momentan ist am Markt eine typische
Entlastungsrallye zu beobachten. Trader warteten nur auf eine gute Begründung, um Gewinne aus Short-Positionen mitzunehmen und
wieder zu kaufen. Die Notierungen an ICE und NYMEX geben in den Morgenstunden nach und kommen von den späten Hochs aus
der Nacht zurück. Dennoch bleiben die Futures weit oberhalb der Niveaus von gestern Nachmittag, sodass sich bei den Inlandspreisen
weitere Preissteigerungen ankündigen.

Fundamental: neutral bis bullish Chartanalyse: neutral bis bullish

05.05.2020

Rohöl markiert 2-Wochenhoch – Ölnachfrage hat Tief bereits hinter sich 

Die globalen Lockdowns werden schrittweise gelockert, zumindest in vielen Ländern Europas und den USA. China begann damit bereits schon vor Wochen.

Das ist natürlich ein positives Zeichen für die Nachfrage und von vielen Analysten liegt darin auch der Schlüssel für eine Normalisierung am Ölmarkt und wieder steigenden Preisen.

Diese Erwartungen, sowie die Aussicht auf einen ausbalancierten Markt bedingt allerdings, dass es keine zweit große Infektionswelle gibt, die zu einer erneuten Implementierung von Lockdowns führt, und die Nachfrageerholung abwürgt. Der Optimismus rund um die Nachfrage, die zunehmenden Produktionskürzungen außerhalb der OPEC, insbesondere in den USA, sowie die geringer erwarteten US Ölbestandsaufbauten sorgen für eine positive Stimmung an den Ölbörsen, sodass wir fundamental eine zumindest neutral bis bullishe Haltung einnehmen.

Mit den Preissteigerungen in den Morgenstunden starten die Futures weit oberhalb der Niveaus von gestern. Für das Inland bedeutet dies, dass ebenfalls mit starken Preisanhebungen zu rechnen ist. 

Fundamental: neutral bis bullish                     Chartanalyse: neutral bis bullish 

04.05.2020

Produktionskürzungen werden umgesetzt – Neuer Handelsstreit zwischen USA und China? 

Die Produktionssteigerungen der OPEC+ Länder im April ist nach dem Ende des vergangenen Abkommens keine Überraschung. Diesen Effekt hatte man mit dem Preiseinbruch im März/April bereits weitestgehend eingepreist, sodass dies aktuell keinen Einfluss auf die Preisbildung an den Ölbörsen hat.

Vielmehr konzentriert man sich auf die Umsetzung des aktuellen OPEC+ Deals, der mit dem Mai nun auch offiziell in Kraft getreten ist. Spannend wird sein, wie schnell die Länder die Produktionskürzungen umsetzen können. In den Vereinigten Staaten ist die Förderung laut DOE bereits um etwa 1 Mio. B/T gesunken und mit weiteren Kürzungen ist zu rechnen. Damit sind die wichtigsten Einflussfaktoren für die unmittelbare Preisbildung an den Ölbörsen umrissen.

Die Futures ziehen mittlerweile zwar an, Gasoil bleibt nach einer schwachen Eröffnung und den Kursverlusten vom Freitag allerdings dennoch deutlich unter den Niveaus vom Donnerstag. Bei den Inlandspreisen deuten sich aktuell deutliche Preisnachlässe an. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral 

30.04.2020

Bodenbildung: bullishe Bestandsdaten und technische Käufe stützen 

Die US Ölbestandsdaten sind mit Aufbauten von 9,0 Mio. Barrel bei Rohöl bullish ausgefallen, was es so auch eher selten gibt. Zwar blieben die Aufbauten hinter den Erwartungen zurück, doch der Hauptgrund für die bullishe Interpretation dürften die Zahlen zur Nachfrage, Produktion und Bestandsentwicklung bei Benzin sein.

In Verbindung mit dem erneuten Produktionsrückgang und den Lockerungen bei den Beschränkungen im öffentlichen Leben, macht sich etwas Optimismus breit, dass sich die Lage entspannt. Noch ist dies aber mit Vorsicht zu genießen, denn die Überversorgung bleibt voraussichtlich noch weiterbestehen.

Auf Grund der positiven Nachrichten zur Behandlung von Covid19, dem bullishen Charakter der US Ölbestandsdaten des DOE, den Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen sowie den Produktionskürzungen macht sich dennoch ein wenig Optimismus breit.

In den Morgenstunden setzen die Preise an den Ölbörsen ihre Rallye von gestern Nachmittag weiter fort und überschreiten damit die Vortageshochs deutlich. Damit zeichnen sich bei den Inlandspreisen deutliche Anhebungen zum Vortag ab. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: bullish 

29.04.2020

US-Bestandsaufbauten geringer als befürchtet – Short-Coverings stützen die Futures 

Der Rückzug großer Fonds aus den Frontmonaten wird die Futures in den kommenden Tagen und Wochen sicherlich etwas volatiler machen können. Trader und Fonds wollen sich davor schützen in einen Long-Squeeze zu geraten.

Auch in den USA hat Trump per Twitter angekündigt, dass der Lockdown in Texas, der Staat mit dem größten Benzinverbrauch in den USA, ab Freitag gelockert wird.

Die Lage scheint sich langsam zu bessern, doch noch sind wir lange nicht über den Berg. Auf Grund der immer stärker ausgelasteten Lagerkapazitäten werden die Preise unter Druck bleiben, bis die Produzenten außerhalb der OPEC+ ihre Förderung weiter reduzieren müssen. Angebot und Nachfrage werden gezwungen sein sich anzugleichen, was bedeutet, dass die Produktion eingestellt werden muss. Nach den API Daten und mit den Short-Coverings, starten die Futures an der ICE heute fester in den neuen Tag. Damit deuten sich bei den Inlandspreisen Aufwärtspotenziale zu gestern an. 

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: neutral bis bullish 

28.04.2020

Neuer Long-Squeeze? Trader flüchten aus den Frontmonaten 

Einige Mitglieder der OPEC+ Gemeinschaft haben bereits damit begonnen ihre Ölförderung vor dem 1. Mai zu reduzieren. Damit will man ein Zeichen setzen, dass man sich an die versprochenen Vorgaben halten wird und reagiert auf den anhaltenden Abwärtstrend der Preise.

Ob die Gruppe nun unzureichende Kürzungen früher oder später vornimmt hat keinen großen Einfluss auf die Gesamtkonstellation. Dies deutet weiter auf eine massive Überversorgung hin.

In Südkorea sind die kommerziellen Lager bereits voll und in den USA ist man auf dem besten Weg zu diesem Punkt.

Die US Ölbestandsdaten werden in den Fokus rücken, wobei hier vor allem auf Rohöl und Cushing zu achten ist. Mit dem Frontmonatswechsel bei Brent besteht die Gefahr eines neuen Long-Squeezes in dieser Woche, mit dem die Preise neue Rekord- bzw. Langzeittiefs markieren könnten. Im Vergleich zu gestern Nachmittag starten die Futures an den Ölbörsen weich, sodass sich am frühen Morgen weitere Preisnachlässe zu gestern andeuten. 

Fundamental: bearish                       Chartanalyse: bearish 

27.04.2020

Negativpreise bei ausgelasteten Lagern erneut denkbar 

Die alles entscheidende Frage am Markt ist aktuell und in den kommenden Wochen: wie lange werden die aktuellen Lagerbestände noch reichen? In Cushing ist damit zu rechnen, dass die Limits eventuell schon Ende kommender Woche erreicht werden. Aber auch global ist die Lage nicht unbedingt viel entspannter, was die steigende Anzahl an Öltankern auf der ganzen Welt zeigt.

Können die Produzenten ihr Öl nicht einlagern, werden diese ihre Förderung sicherlich abstellen müssen.

Sollten die Lagerkapazitäten erschöpft sein, dürfte sich dieses Schauspiel vermutlich wiederholen, und nicht nur an der NYMEX. Als Ergebnis werden Unternehmen ihre Ölförderung einstellen müssen. Da davon auszugehen ist, dass einige Unternehmen durch diese Situation in die Pleite getrieben werden, dürfte es in der Folge schwer sein die Anlagen wieder hochzufahren.

Die Futures an den Ölbörsen geben in den Morgenstunden nach, und Gasoil hat bereits das späte Freitagstief unterschritten. Bei den Inlandspreisen deuten sich somit weitere Abwärtspotenziale an. 

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: neutral bis bearish 

24.04.2020

Produktionskürzungen stützen - Ölfutures etwas fester 

Eigentlich hatten die OPEC und ihre Partner Mitte April vereinbart, die Ölproduktion ab 1. Mai gemeinsam um 9,7 Mio. B/T zu reduzieren. Das Land ist schon einmal vorgeprescht und hat mitgeteilt, dass es bereits damit begonnen habe, die eigene Förderung zu reduzieren. Zwar kann man dies als psychologischen bullishen Faktor bezeichnen, der den Ölbörsen gestern zumindest etwas Auftrieb gab, sollten andere große Produzenten – wie beispielsweise Saudi-Arabien jedoch nicht ebenfalls unverzüglich die Produktion drosseln, wird der bullishe Effekt schnell wieder verhallen.

Solange die Covid19-Pandemie jedoch nicht vollständig unter Kontrolle gebracht und die Wirtschaft nicht wieder vollständig hochgefahren wird, bleibt von dieser Seite ein großes Fragezeichen.

Aktuell betrachten wir die fundamentale Situation insgesamt jedoch als neutral. Die Ölfutures an ICE und NYMEX kommen derzeit von ihren ersten Hochs wieder zurück. Da sich ICE Gasoil weicher präsentiert als im Tagesverlauf am Donnerstag, zeichnet sich bei den Inlandspreisen heute Morgen Abwärtspotenzial zu gestern ab.

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral bis bullish 

23.04.2020

Saudis wollen Tanker für USA eventuell umleiten 

Der US-Markt bleibt deutlich überversorgt. Dies zeigten gestern einmal mehr die Bestandsdaten des DOE für die Woche zum 17. April. Die landesweiten Rohölbestände stiegen auf den höchsten Stand seit etwa drei Jahren und das Zentrallager in Cushing füllt sich weiter.

Angesichts der weiterhin niedrigen Ölpreise dürfte sich der Produktionsrückgang noch fortsetzen. Der Dringlichkeitsbeschluss, für den die Energieregulierungsbehörde des US-Bundestaates Oklahoma am gestrigen Mittwoch gestimmt hat, dürfte Produktionskürzungen zumindest für die dort aktiven Ölunternehmen etwas leichter machen.

Gespannt bleiben die Händler, was die saudischen Öllieferungen in die USA angeht, die bereits unterwegs sind. Sollte die US-Regierung die Tanker tatsächlich daran hindern, ihre Ware in den USA zu löschen und die Saudi Aramco die Lieferungen umleiten würde sich das Problem nur verlagern.

Die fundamentale Situation wird daher von uns weiterhin als bearish betrachtet. Da der EUR/USD dazu weiterhin geschwächt bleibt, deutet sich bei den Inlandspreisen heute zunächst einmal Aufwärtspotenzial zu gestern an. 

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: neutral bis bullish 

22.04.2020

Abwärtsspirale dreht sich weiter – OPEC Sondermeeting ohne Ergebnisse 

Die US-Rohölbestände steigen wie erwartet weiter und könnten innerhalb der kommenden Wochen an ihr Limit kommen. In 3 Wochen könnte es in Cushing soweit sein, doch das bezieht sich eher auf die Reports des DOE, die sich immer auf die Vorwoche beziehen. Es ist davon auszugehen, dass die Vorräte in Cushing pro Woche um etwa 5-6 Mio. Barrel zunehmen, zumindest, wenn man die letzten Wochen als Referenz heranzieht.

Die Nachfrage schrumpft zwei- oder dreimal so schnell wie das Angebot. Der Preisverfall ist ein brutaler, aber effizienter" Mechanismus, um die Produzenten davon zu überzeugen, Öl in der Erde zu lassen. Mit den zunächst noch steigenden Ölexporten der OPEC+ Gruppe wird die Lagerauslastung schnell zunehmen und die Preise weiter unter Druck setzen. Die Abwärtsspirale dreht sich heute Morgen weiter und die Ölpreise geben nach, sodass wir fundamental eine weiter klar bearishe Haltung einnehmen. Bei den Inlandspreisen deuten sich weitere starke Preisnachlässe an. 

Fundamental: bearish                       Chartanalyse: neutral bis bearish 

21.04.2020

Negativpreise: das Unvorstellbare ist passiert! 

Was bei nicht ausreichenden Lagerbeständen passiert, hat man gestern eindrucksvoll erlebt. Die negativen Preise wird einige US-Produzenten sicherlich in den Ruin treiben, da im US-Inland einfach viel zu viel Öl vorhanden ist. Die Negativpreise für WTI waren somit mehr als ein Warnschuss für die Produzenten.

Durch den Lockdown verarbeiten die Raffinerien deutlich weniger Rohöl.

Die OPEC ist entsprechend gewarnt und prüft daher auch die Förderung schon früher als angekündigt zu reduzieren. Die OPEC und andere Produzenten dürften daher große Sorgen haben, was die kommenden Tage und Wochen noch bringen.

Die Futures an der ICE starten heute Morgen mit einer nachgebenden Tendenz in den Tag und testen ihre Vortagestiefs. Brent hat dieses schon leicht unterschritten, was bei WTI bei einem Preis von aktuell 1,51 Dollar noch nicht gelungen ist. Das sind noch immer 41,83 Dollar über dem Vortagestief. Bei den Inlandspreisen deuten sich damit noch immer deutliche Preisnachlässe zu gestern an. 

Fundamental: bearish                       Chartanalyse: neutral bis bearish 

20.04.2020

Begrenzte Lagerkapazitäten: WTI fällt auf 21-Jahrestief 

Die US Rohölsorte WTI ist mit Preisen von unter 15 Dollar heute Morgen auf den niedrigsten Stand seit über 20 Jahren gefallen.

Wer jetzt Rohöl kauft wird Probleme haben es zu verarbeiten, da die Raffinerien ihre Auslastung erheblich gedrosselt haben. Und wer das Öl nicht verarbeiten kann, der muss es einlagern. Da die Lagermöglichkeiten allerdings zusehends schwinden, findet sich derzeit kaum ein Käufer für WTI.

Analyst Andrew Tilton, von Goldman Sachs, geht davon aus, dass es kurzfristig wegen der begrenzten Lagermöglichkeiten noch Abwärtsrisiken gibt. Er erwartet in den nächsten paar Monaten noch "sehr, sehr niedrige Preise".

Der Preiseinbruch im Frontmonat WTI kann die übrigen Futures durchaus etwas nach unten ziehen. So lange die Nachfrage nicht deutlich anspringt, überwiegen dann die Verkäufe, sodass Preisdruck entsteht.

Heute Morgen orientieren sich die Preise an der ICE weiter nach unten und notieren unterhalb der Freitagsniveaus. Bei den Inlandspreisen deuten sich keine großen Preisnachlässe an. 

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: neutral bis bearish 

17.04.2020

Saudi-Arabien und Russland vorbereitet auf weitere Kürzungen 

Am gestrigen Donnerstag veröffentlichte auch die OPEC einen bearishen Monatsbericht. Nach den bearishen Berichten von EIA und IEA überraschte dies jedoch an den Ölmärkten kaum noch jemanden, weswegen der Bericht nur einen moderaten Einfluss auf die Preise hatte.

Einer gestern veröffentlichten gemeinsamen Mitteilung zufolge, sind Saudi-Arabien und Russland daher bereits auf weitere Produktionskürzungen vorbereitet. Diese könne man, sofern nötig, zusammen mit den übrigen OPEC+ Ländern im Juni umsetzen.

Unterdessen fragen sich die Marktteilnehmer, wann die US-Wirtschaft wieder hochgefahren werden wird. US-Präsident Trump hatte zwar am Donnerstagabend angekündigt, in einigen Bundesstaaten könnte es noch vor Mai soweit sein, davon abgesehen machte er jedoch zum zeitlichen Rahmen noch keine genaueren Angaben.

Ähnlich wie gestern orientieren sich die Ölfutures heute Morgen nach einer kurzen Erholung derzeit wieder nach unten. Da sie jedoch von einem höheren Niveau aus kommen, deutet sich bei den Inlandspreisen zu gestern Potenzial für Aufschläge an. 

Fundamental: neutral bis bullish                     Chartanalyse: neutral bis bearish 

16.04.2020

OPEC-Monatsbericht und Trump-Ansagen im Fokus 

Die negativen Prognosen der EIA zum Nachfragewachstum im laufenden Jahr wurden von der IEA gestern noch einmal getoppt. Geht die EIA in ihrem aktuellen Monatsbericht von einem Rückgang der Nachfrage aus, rechnet die IEA sogar mit einem Rücksetzer um 9,3 Mio. B/T. Damit wäre der Internationalen Energieagentur zufolge ein Jahrzehnt des Nachfragewachstums ausradiert.

Ein umfangreiches Überangebot zeigten gestern auch die Daten des DOE zu den US-Ölbeständen wieder an. Während die Raffinerien ihre Produktion in der Woche zum 10. April erneut drastisch herunterfuhren nahmen die Rohölbestände deutlich zu. Angesichts des erneuten Rückgangs der Produktnachfrage stiegen aber auch die Vorräte an Destillaten und Benzin.

Die fundamentale Lage wird aktuell noch als neutral bis bearish eingeschätzt.

Nach der kurzen Erholung von Mittwochabend orientieren sich die Ölfutures mittlerweile auch wieder nach unten. Da jedoch auch der EUR/USD schwächer notiert , deutet sich bei den Inlandspreisen dennoch leichtes rechnerisches Abwärtspotenzial zu gestern Vormittag an. 

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: neutral bis bearish 

15.04.2020

Starke US-Ölbestandsaufbauten – Inlandspreise mit weiteren Abwärtspotenzialen 

Die Saudi-Aramco hatte ihre Verkaufspreise für Lieferungen im Mai relativ spät bekanntgegeben, da man auf den Ausgang der OPEC+ Verhandlungen wartete.

Saudi-Arabien will nun Marktanteile sichern, denn die Saudis haben das gleiche Problem wie alle anderen Produzenten: die beschlossenen Kürzungen werden nicht ausreichen die Überversorgung zu beenden, weshalb man mit allen Mitteln um Abnehmer kämpft.

In den USA versucht man nun mit der Freigabe der für die strategischen Reserven reservierten Lagerbestände für Entlastung zu sorgen.

Angesichts der dennoch massiven Überversorgung, der unverkauften Mengen in Westafrika, den zunehmend ausgelasteten Lagerkapazitäten im US-Inland sowie der Fortsetzung des Preiskampfes durch Saudi-Arabien sind diese Maßnahmen vermutlich nicht viel mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Heute werden die Marktteilnehmer auf den IEA Monatsreport warten, der am späten Vormittag veröffentlicht wird. Die Futures bleiben aber dennoch weiter deutlich unter den Niveaus von gestern Nachmittag, sodass sich auch bei den Inlandspreisen deutliches Abwärtspotenzial ankündigt. 

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: neutral bis bearish 

14.04.2020

Historische Kürzung der OPEC+ ist unzureichend 

Für Trump nehme die nun beschlossene Maßnahme der OPEC+ im Zusammenspiel mit den G-20 Ländern eher 20 als 10 Mio. B/T vom Markt. Das ist allerdings eine Milchmädchenrechnung. Die Produktionsausfälle in Libyen, Iran und Venezuela waren schon vor dem Deal vorhanden und sind damit keine Kürzung im Vergleich zu den Produktionsniveaus aus dem ersten Quartal.

Die Nachfrageausfälle im April und Mai werden von Goldman Sachs auf durchschnittlich 19 Mio. B/T geschätzt, sodass auch mit den Kürzungen im Mai eine Überversorgung bleiben würde. Sollten die Lager ihre Kapazitätsgrenzen erreichen dann bleibt nur noch die Lagerung auf Schiffen und Öltankern. Der Markt wird weiter nervös und volatil bleiben, denn gestern waren noch viele Händler im langen Osterwochenende und ein Großteil wird erst heute wieder zurück an die Märkte kommen. Momentan bleiben die Futures noch in einer engen Spanne, wobei diese unter den Niveaus vom Donnerstag bleiben, sodass sich bei den Inlandspreisen deutliche Abwärtsspielräume andeuten. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral bis bearish 

09.04.2020

Russland bereit für Kürzung  

Das DOE meldete am Mittwoch einen Anstieg der US-Gesamtölbestände um 33 Mio. Barrel. Den massiven Nachfragerückgang konnte dies jedoch nicht ausgleichen und so zeigten die Daten des DOE eine Überversorgung am amerikanischen Markt.

Während sich die USA vermutlich nicht an gemeinschaftlichen Produktionskürzungen beteiligen werden, wollen die OPEC+ Länder und andere Produzenten mit einer solchen Maßnahme der Überversorgung am Weltmarkt jedoch entgegenwirken. Ob eine Einigung darauf gelingen wird, darüber sind sich die Analysten noch uneins.

Auch wenn es ein Abkommen gibt, bleibt immer noch die Frage, wann die Nachfrage sich wieder erhole. Derweil versuchen nicht nur die Ölproduzenten, sondern auch die Konsumenten etwas dafür zu tun, dass das Überangebot am Ölmarkt abnimmt. So will nach China nun auch Indien seine strategischen Reserven auffüllen.

Mit den Meldungen aus Russland hat die Wahrscheinlichkeit für ein OPEC++ (OPEC+ sowie weitere Produzenten) Abkommen zur Kürzung der Produktion zugenommen. Bei den Preisen hat sich leichtes Abwärtspotenzial zu gestern ergeben. 

Fundamental: neutral bis bullish                     Chartanalyse: neutral

08.04.2020

US Ölbestände stark gestiegen – US Ölförderung wird 2020/21 sinken 

Trader warten auf Nachrichten zum Stand der Verhandlungen aus OPEC Kreisen. Es ist zu erwarten, dass eine mögliche Einigung auf Produktionskürzungen vorab durchsickern. Die Zahlen des API von gestern Abend lassen erwarten, dass auch das DOE heute einen bearishen Bestandsbericht veröffentlichen wird. Vermutlich wird die Zahl zur US Fördermenge stärker im Fokus stehen, da man eine Reduzierung der Produktion erwartet.

Der EIA Monatsreport scheint den US Präsidenten zu bestätigen, denn dieser sieht statt eines Wachstums in 2020 und 2021 nun einen Produktionsrückgang um -0,47 und -0,73 Mio. B/T. Eventuell sind dies Werte mit denen sich Russland und andere Länder zufrieden geben und eine Kürzung durchführen werden.

Die Marktlage bleibt vorerst weiter sehr volatil und von der Entscheidung der OPEC+ Länder am morgigen Donnerstag abhängig. Wir schätzen die fundamentale Konstellation daher unverändert neutral ein. Für das Inland zeichnen sich mit dem späten Kurseinbruch gestern zunächst allerdings Preissenkungen an. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral 

Stefan Klade 071 677 12 22 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

07.04.2020

Schwindende Lagerkapazitäten setzen OPEC+ unter Druck 

Es gibt begründete Skepsis, dass die ölproduzierenden Länder in dieser Woche Einigkeit bei dem Vorhaben eine gemeinsame Produktionskürzung zu beschließen erreichen.

Gespannt sein darf man auf das G-20 Sondertreffen am Freitag, dass nach dem OPEC+ Meeting vom Donnerstag stattfinden soll. Ein starker Anreiz sich auf Produktionskürzungen zu einigen dürften die zunehmend ausgelasteten Lagerbestände auf der ganzen Welt sein.

Einen Hoffnungsschimmer bezüglich der Ölnachfrage kommt unterdessen aus China, dem größten Ölimporteur der Welt. Die Raffinerien könnten in diesem Monat ihre Verarbeitung wieder in etwa auf das Durchschnittsniveau von letztem Jahr anheben. Auch in Österreich macht man sich erste Gedanken zu einem Restart der Wirtschaft, während die Nachfrage in den USA vermutlich noch weiter sinken wird, bevor sich die Lage verbessert.

Die Futures an der ICE ziehen in den Morgenstunden an und steigen über die Niveaus von gestern Nachmittag. Für das Inland deuten sich Aufwärtspotenziale zu Gestern an. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral 

06.04.2020

OPEC+ verschiebt Sondermeeting – Trump droht mit Zöllen 

Bevor es zu einer koordinierten Kürzung kommt, sind noch viele Fragen offen. Wer kürzt wie viel, wie werden die Kürzungen gemessen und wie kontrolliert?!

Unterdessen gehen Experten davon aus, dass es der OPEC ohnehin nicht gelingen kann die Preise nachhaltig zu stützen. Auch bei der IEA sieht man das Vorhaben der OPEC+ Länder weiter sehr skeptisch.

Im April werde die Ölnachfrage durch den reduzierten Berufsverkehr, die wirtschaftliche Abschwächung sowie den Ausfall von Flügen sinken. Selbst wenn die Ölproduzenten ihre Fördermengen reduzieren würden, würde das die Ölbestände im zweiten Quartal steigen lassen, so die Einschätzung des Chefs der IEA. Die Aussicht auf ein OPEC+ Sondermeeting am Donnerstag und die Chance einer Produktionskürzung verhindert weitere Wetten auf fallende Preise.

Zwar gaben die Preise an ICE und NYMEX zur Eröffnung heute Morgen etwas nach, mittlerweile ziehen diese aber wieder an, sodass sich bei den Inlandspreisen heute Morgen Preissteigerungen im Vergleich zu Freitag andeuten. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral bis bullish 

03.04.2020

Zweifel an Wirkung einer potenziellen OPEC+ Kooperation - Rohölfutures etwas weicher 

Bei über einer Million liegt mittlerweile die Zahl der bestätigten SARS-CoV-2-Infizierten. Etwa 53.000 Menschen sollen an der Lungenkrankheit Covid19 offiziellen Daten zufolge bereits gestorben sein. Einige Länder haben ihre Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zuletzt noch einmal verlängert.

Dies beeinflusst auch die Schätzungen zur Entwicklung der Ölnachfrage. So geht man beim Handelshaus Trafigura mittlerweile davon aus, dass wohl etwa 35 Mio. B/T an Nachfrage zerstört werden.

Die Händler werden auch auf die Bekanntgabe eines möglichen Termins für ein OPEC+ Treffen warten. Selbst wenn dieses stattfinden sollte und die Produzenten sich auf eine Kürzung einigen könnten, zeigt die fundamentale Situation jedoch weiterhin „Nachfragezerstörung und Bestandsaufbauten“ an. Die „Angst und das Durcheinander“ am Markt erinnere an die Finanzkrise, so Driscoll.

Am Freitagmorgen notieren die Rohölfutures an ICE und NYMEX unter dem Niveau der Settlementwerte von Donnerstag, wohingegen ICE Gasoil fester ist. Daher zeichnet sich für das Inland leichtes Aufwärtspotenzial zu gestern ab. 

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: neutral bis bullish 

02.04.2020

Trump bespricht Lage mit US-Ölunternehmen - Ölfutures fester 

Die Auswirkungen der Maßnahmen, mit denen man die Covid19-Pandemie unter Kontrolle bekommen will, auf die Nachfrage zeigen sich auch in den USA mittlerweile deutlich. Schon zum zweiten Mal in Folge sank die Gesamtnachfrage nach Produkten in Übersee beträchtlich. Auch die Nachfrage der Raffinerien nach Rohöl nahm in der vergangenen Woche ab, was letztlich zu einem Anstieg der US-Gesamtölbestände führte.

Wie sich die Situation am Ölmarkt weiter entwickelt dürfte nun einerseits davon abhängen, welche Maßnahmen die US-Regierung und die Ölproduzenten vereinbaren, und andererseits davon, wie stark sich der Kampf um Preise und Marktanteile zwischen Saudi-Arabien und Russland noch verschärfen wird.

Heute Morgen zogen die Ölfutures an ICE und NYMEX zunächst einmal an, während der EUR/USD geschwächt blieb. Da der ICE Gasoil Kontrakt allerdings noch unter dem Niveau vom frühen Mittwochnachmittag notiert, deuten sich für das Inland derzeit weiterhin Möglichkeiten für leichte Preisnachlässe an. 

Fundamental: bearish                       Chartanalyse: bullish 

01.04.2020

Ölnachfrage könnte um 30 Mio. B/T fallen – WTI testet 20 Dollar-Marke 

Bisher scheint kein Ende des Preiskrieges zwischen der OPEC und Russland in Sicht zu sein. Ölproduzenten wie der Irak werden im April ihre Förderung und Exporte weiter hochfahren, während Saudi-Arabien ebenfalls weitere Exporte ankündigt. Analysten schätzen, dass am Wochenende bei der Saudi Aramco eine weitere Preissenkung für Lieferungen im Mai beschlossen werden könnte.

Durch die Eindämmungsmaßnahmen in der Corona-Pandemie kommt auch in den USA das öffentliche Leben immer mehr zum Stillstand.

Die Bestände würden weiter steigen und Kapazitäten der Lagerauslasten. Früher oder später wird die Ölförderung sinken müssen, wenn nicht freiwillig, dann durch eine Auslastung der Lager. Langfristig könnte die aktuelle Entwicklung dem Markt dabei helfen wieder in Balance zu bringen und die Preise steigen zu lassen, kurz- bis mittelfristig ist der Druck noch enorm.

Die Ölpreise an ICE und NYMEX starten unter den Niveaus von gestern Mittag in den Tag, sodass sich für das Inland momentan deutliche Preisnachlässe ankündigen. 

Fundamental: bearish                       Chartanalyse: neutral 

31.03.2020

Short-Coverings nach Langzeittiefs – USA und Russland stimmen sich ab 

Die Lagerkapazitäten werden zunehmend und immer schneller knapp, da Raffinerien in Europa und Nordamerika ihren Durchsatz reduzieren oder komplett abgeschaltet werden. In Europa soll die Verarbeitung von Rohöl bereits um etwa 1,3 Mio. B/T gesunken sein.

In China steigert man wieder die Raffinerieauslastung, doch von einer Normalisierung am Markt ist man noch weit entfernt.

Wenn die Ölpreise niedrig sind, nimmt die Nachfrage für gewöhnlich zu, auch wird mehr gereist und gefahren. Je länger die Maßnahmen andauern, desto härter trifft dies den Markt. Eine mögliche Kooperation und Produktionskürzungen von Saudi-Arabien, Russland und der OPEC könnte die Preise stützen, doch selbst wenn die OPEC+ Anfang März die Produktionskürzung weitere ausgedehnt hätte, würde der Ölpreis auch höher sein als aktuell, so die Einschätzung.

ICE Gasoil zieht am Morgen etwas an, bleibt aber knapp unter dem Niveau von gestern Mittag. Es deuten sich unterm Strich somit nur kleinere Anpassungen für Diesel und Heizöl an. 

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: neutral 

30.03.2020

Sondermeeting der OPEC abgelehnt - WTI fällt auf 18-Jahrestief 

Der Nachfragerückgang, der durch die globale Corona-Pandemie ausgelöst wird, dürfte bei den letzten Prognosen der Monatsreports von OPEC, EIA und IEA deutlich unterschätzt worden sein.

Durch die steigenden Vorräte haben Raffinerien in Europa und den USA bereits angefangen ihre Produktion zu drosseln, weshalb Saudi-Arabien Probleme hat sein Öl am Markt unterzubringen.

Durch die geringere Abnahme der Raffinerien und die anstehende Produktionssteigerung der OPEC+ Länder, die diese nach dem gescheiterten Meeting Anfang März angekündigt hatten, kommen vor allem die Rohölsorten Brent und WTI unter Druck. WTI hat dabei ein neues 18-Jahrestief erreicht. Deutlich weniger Verluste zeigen sich hingegen bei den Produkt-Futures. Während die reduzierte Auslastung der Raffinerien das Überangebot bei Rohöl forciert, dämpft dies den Effekt auf die Preise für die Produkte.

Auch wenn sich Gasoil im Vergleich zu Freitag gut behaupten kann, so ist der Euro/Dollar-Kurs deutlich fester. Für das Inland bedeutet dies bei den Vormittagspreisen, dass sich keine starken Preisveränderungen andeuten. 

Fundamental: bearish                       Chartanalyse: neutral/bearish 

27.03.2020

IEA-Chef sieht Nachfragerückgang um 20 Mio. B/T 

Die G20-Staaten versprachen in einer gemeinsamen Abschlusserklärung zum außerordentlichen G20-Gipfel am gestrigen Donnerstag, man werde sich der „gemeinsamen Bedrohung der Covid19-Pandemie „geeint entgegenzutreten.“

Auf die Entwicklung an den Ölbörsen hatte diese Erklärung kaum Einfluss. Die zuletzt von zahlreichen Regierungen und Notenbanken bereits angekündigten finanziellen Hilfspakete sind bereits größtenteils eingepreist. Zudem gab es bislang keine Neuigkeiten, was die geplante Produktionspolitik Saudi-Arabiens betrifft. Die USA wollten das Königreich beim G20-Gipfel eigentlich dazu anhalten, die Produktion ab April nicht so deutlich zu steigern wie angekündigt.

Was Saudi-Arabiens Produktionssteigerung angeht, bleibt abzuwarten, ob sich diese überhaupt so umsetzen lässt wie von Riad geplant.

Nichtsdestotrotz bleibt die fundamentale Situation jedoch vorerst weiterhin neutral bis bearish. Die Ölfutures an ICE und NYMEX weichen auch heute Morgen kaum von den Schlusswerten von Mittwoch ab, während der EUR/USD etwas fester notiert. Daher deuten sich bei den Inlandspreisen Abwärtspotenziale zu gestern an. 

Fundamental: neutral/bearish                          Chartanalyse: neutral 

26.03.2020

Händler warten auf Ergebnisse der G20-Videokonferenz 

Das DOE meldete am Mittwochnachmittag den neunten wöchentlichen Anstieg der US-Rohölbestände in Folge. Über einen so langen Zeitraum hatten die landesweiten Rohölbestände seit November 2018 nicht mehr zugenommen.

Angesichts der Bestandsabbauten bei Benzin und Diesel sowie des leichten Rückgangs der US-Rohölproduktion gab der Bericht des DOE keine klaren Impulse.

Laut Edward Moya von OANDA, wird die Nachfrage auch weiterhin nachlassen und die Unsicherheit über eine Erholung bei Reiseaktivität und im Handel wird vorerst nicht weggehen. „Wir werden WTI auf dem Niveau von 20 Dollar oder sogar 15 bis 17 Dollar sehen, weil jeder so auf die Auswirkung des [SARS-CoV-2-] Virus konzentriert ist und weil es für die USA ein entscheidendes Niveau erreicht hat,“ so Moya.

Während die Ölfutures ICE und NYMEX nur geringfügig von den Schlusswerten von Mittwoch abweichen und der EUR/USD etwas fester notiert, deuten sich bei den Inlandspreisen aktuell nur geringfügige Abwärtspotenziale zu gestern an. 

Fundamental: neutral/bearish                          Chartanalyse: neutral 

25.03.2020

Trumps Zweckoptimismus stützt Ölpreise – Analysten bleiben aber noch skeptisch 

Trader sind voll und ganz auf die Entwicklungen der Corona-Krise fokussiert. In Italien, das aktuell noch als Epizentrum gilt, hat sich die Kurve der Neuinfektionen ganz leicht abgeflacht und auch in Deutschland zeigen sich erste positive Tendenzen. In China hat man die Quarantäne der Provinz Hubei bereits aufgehoben, sodass die schlimmsten Einschnitte in das öffentliche Leben und das Wirtschaftswachstum eventuell schon vorbei sind.

Es verbreitet zumindest ganz leicht Hoffnung, aber Länder wie die USA, Großbritannien und auch Spanien wird es wohl erst noch deutlich schlimmer werden, bevor sich eine Besserung einstellt.

Die Gefahr einer Erhöhung des Angebots durch OPEC und Russland ist ein weiteres Abwärtsrisiko für den Markt," so deren Warnung.

Mit der Stabilisierung und der leichten Aufwärtsbewegung an der ICE in der Nacht, starten die Futures relativ fest im Vergleich zum Vortag, sodass sich bei den Inlandspreisen aktuell Preissteigerungen zu gestern andeuten. 

Fundamental: neutral/bearish                          Chartanalyse: neutral/bullish 

24.03.2020

Futures ziehen in der Nacht an – Analysten bleiben skeptisch 

Die Ölpreise reagieren aktuell bullish auf die stützenden Maßnahmen der Regierungen und Hilfsprogramme der Notenbanken. Zuletzt war es die Fed, die künftig Anleihen kaufen möchte, ohne sich in der Höhe der Investition zu beschränken. Das pumpt viel Geld in die Wirtschaft und in die Unternehmen, was die Aktienmärkte stützt und den Dollar etwas unter Druck bringt.

Am Wochenende wurde nun auch in India ein Lockdown und Ausgangssperren verhängt. Das Land gehört zu einem der größten Ölimporteure der Welt. Der reduzierte Verkehr und die Schließung von Unternehmen wird die internationale Ölnachfrage erneut schwächen, während in den USA noch lange keine so strikten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wie in Europa getroffen wurden. Von daher bleiben wir bei unserer fundamental neutral bis bearishen Markteinschätzung.

Mit dem Anstieg der Preise an ICE und NYMEX deuten sich für heute Morgen erst einmal neue und starke Preissteigerungen für das Inland an. 

Fundamental: neutral/bearish                          Chartanalyse: neutral/bullish 

23.03.2020

USA zum nächsten OPEC Meeting eingeladen – Wochenstart mit deutlichen Verlusten 

Die Ölbörsen wurden in der letzten Woche von den globalen Entwicklungen hart getroffen. Der Ölpreis fiel mit dem Schluss am Freitag um 29% innerhalb von einer Woche. Die Futures hielten sich oberhalb dieser Marken, während die Volatilität und Kursbewegungen zunahmen. Dies könnte für eine vorläufige Bodenbildung sprechen.

Noch immer sind sich die Analysten extrem uneinig, wie stark die Ölnachfrage leiden wird. Ab April werden die Ölproduzenten zudem ihre Ölförderung steigern, sollte eine überraschende Einigung zwischen Russland und der OPEC nicht doch noch gelingen.

Ohne eine Begrenzung der Produktion gehen Analysten davon aus, dass wir die niedrigsten Preise noch nicht gesehen haben. Die fundamentale Konstellation ist extrem instabil, ebenso wie auch die Kurse sehr volatil bleiben. Zur Eröffnung des Handels in der Nacht rutschten die Preise an den Ölbörsen deutlich ab und fielen unter ihre Tiefs vom Freitag. Dadurch ergibt sich bei den Inlandspreisen Abwärtsdruck, sodass sich deutliche Nachlässe zu Freitag abzeichnen. 

Fundamental: neutral/bearish                          Chartanalyse: neutral/bullish 

20.03.2020

Trump deutet Preisintervention an – Short-Coverings lassen Notierungen steigen 

In der US Regierung ist die Freude an den niedrigen Ölpreisen mittlerweile verflogen. Aus allen Ecken kommen Vorstöße die Preise zu stützen, die mittlerweile von einem Embargo und Sanktionen gegen andere Länder, über das Auffüllen der strategischen Reserven, bis hin zu Quoten für die eigene Ölförderung reichen.

Saudi-Arabien wird dies genau beobachten und könnte die Gunst der Stunde nutzen und eine Beteiligung der US Schieferölindustrie an den Produktionskürzungen fordern.

Ohne einen Deal zur Regulierung des Ölangebots haben die Ölpreise keine Chance sich von den aktuellen Tiefs zu erholen.

Die Tatsache, dass die US Ölunternehmen nun selbst einen Vorstoß zur Preisregulierung gewagt haben und auch Trump im Preiskrieg intervenieren will, sorgt zwar nicht unbedingt dafür, dass wieder auf steigende Preise spekuliert wird, jedoch nehmen Trader Gewinne aus Short-Positionen mit, was die Notierungen stützt. Die Futures handeln daher deutlich über den Niveaus vom Vortag, sodass sich für das Inland aktuell starke Preissteigerungen andeuten. 

Fundamental: neutral/bearish                          Chartanalyse: neutral/bullish 

19.03.2020

Russland hätte gerne höhere Preise, bleibt jedoch im Wartemodus 

Regierungen und Notenbanken versuchen derzeit mit fiskalen und geldpolitischen Stimuli die wirtschaftlichen Konsequenzen der Covid19-Pandemie einzudämmen. Am gestrigen Mittwoch beschloss beispielsweise die EZB ein Anleihenkaufprogramm im Umfang von 750 Milliarden Euro.

Selbst in Russland scheint der jüngste Preisrutsch an den Ölbörsen mittlerweile Unbehagen auszulösen. Auch dort hat man registriert, dass die Preise niedrig sind. Allerdings tendiert Moskau immer noch dazu, den Markt weiterhin „genauestens zu beobachten“ und zu analysieren, bevor man auf die OPEC zugehen will.

Angesichts des Preiskampfs zwischen Saudi-Arabien und Russland sowie der Auswirkungen der Covid19-Pandemie auf die Ölnachfrage waren die Ölbestandsdaten der USA bereits in den vergangenen Wochen in den Hintergrund gerückt.

Die fundamentale Situation bleibt bearish, abzuwarten bleibt, inwieweit der stützende Einfluss der Maßnahmen von EZB und US-Regierung nicht auch heute einfach verpufft. Da die Futures an den Ölbörsen heute Morgen weiterhin unterhalb der Niveaus vom frühen Mittwochnachmittag notieren, zeichnet sich bei den Inlandspreisen noch Abwärtspotenzial ab. 

Fundamental: bearish                       Chartanalyse: neutral 

18.03.2020

Irak bittet um OPEC Sondermeeting - Fällt Brent auf 20 Dollar? 

Die Halbwertszeit von Marktvorhersagen und Prognosen hat in selben Maße abgenommen wie sich das Coronavirus auf der Welt verbreitet hat. Alle Einschätzungen sind bereits nach wenigen Tagen überholt. Mittlerweile gehen einige Analysten davon aus, dass die Preise noch bis auf 20 Dollar, möglicher Weise darunterfallen könnten.

Die Gefahr einer globalen Rezession sei gestiegen, weshalb man die bisherige Vorhersage für den Durchschnittspreis Brent von 62 auf 43 Dollar gesenkt hat.

So lange die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie weiter verschärft werden und sich Russland und Saudi-Arabien im Streit um die Ölproduktion nicht annähern, lässt sich kein bullishes Szenario für die Ölbörsen konstruieren.

Von fundamentaler Seite gibt es daher keinen Grund an der bearishen Situation zu rütteln, weshalb wir unsere Einschätzung unverändert belassen. Da die Futures an den Ölbörsen unter den Tageswerten von gestern Nachmittag notieren, deuten sich für das Inland aktuell erneut Abwärtspotenziale an. 

Fundamental: bearish                       Chartanalyse: neutral bis bearish 

17.03.2020

4-Jahrestief – Russland und Saudi-Arabien halten an Preiskrieg fest 

Die Regierungen in den USA und Europa beschließen immer mehr den Shutdown der heimischen Wirtschaft. Nach den Einschränkungen im Flugverkehr sind mittlerweile auch inländische Reisen oder Reisen mit Bus untersagt. Dies wird den Ölbedarf weiter reduzieren, sodass die Analysten ihre Nachfrageprognosen immer weiter anpassen.

In der letzten Woche ging die EIA in ihrem Monatsreport noch von einem globalen Ölnachfragewachstum aus, während die IEA mit einem leichten Rückgang der Ölnachfrage rechnete.

WTI ist derzeit etwas weniger stark als Brent von der Abwärtsdynamik betroffen, was auf die angekündigten Zukäufe für die strategischen Reserven in den USA zurückzuführen ist. Doch die Möglichkeiten sind begrenzt.

Die Futures an ICE und NYMEX können sich in den Morgenstunden von den 4-Jahrestiefs etwas erholen. Im Vergleich zu gestern deuten sich aktuell geringere Veränderungen bei den Inlandspreisen als in den letzten Tagen an, die Tendenz geht dabei aber zu weiteren. 

Fundamental: bearish                       Chartanalyse: neutral 

16.03.2020

Fed Beruhigungspille verpufft – WTI testet 30 Dollar-Marke 

Die Ereignisse überschlagen sich in den letzten Wochen fast täglich. Mittlerweile ist auch klar, dass sich die durch das Coronavirus hervorgerufenen Nachfrageprobleme nicht auf China beschränken lassen. Flugstreichungen, Einreiseverbote, Grenzkontrollen, Home Office, Schulschließungen und andere Maßnahmen werden den Ölbedarf auch in Europa und Nordamerika hart treffen.

In den meisten Unternehmen wird die Lage täglich neu bewertet und der physische Handel steht auch im Inland vor einer Bewährungsprobe. Schon jetzt wird durch die Streichungen von Flügen sehr viel weniger Kerosin abgenommen, sodass die Lagerbestände steigen. Dies wird bei anderen Produkten auch so kommen.

Die Futures an ICE und NYMEX brachen zum Handelsauftakt der neuen Woche erst einmal ein, konnten sich danach allerdings wieder leicht fangen. Die Notierungen an ICE und NYMEX notieren trotz Aufwärtskorrektur noch immer sehr deutlich unter den Niveaus vom Freitag. Für das Inland bedeutet dies, dass erneut mit massiven Preissenkungen im Vergleich zu Freitag zu rechnen ist. 

Fundamental: bearish                       Chartanalyse: neutral bis bearish 

13.03.2020

Preise kommen von Vortagestiefs zurück -USA führen Vergeltungsschlag gegen pro-iransiche Milizen aus 

Die Sorgen der Marktteilnehmer hinsichtlich der Entwicklung der Nachfrage haben sich mit dem Einreiseverbot der USA für Reisende aus Europa zuletzt noch verstärkt. Der Einreisestopp sei ein „herber Schlag" vor allem für die Kerosinnachfrage.

Ebenso unwahrscheinlich ist wohl ein baldiges Treffen der OPEC+ Länder. Der Kreml teilte am gestrigen Donnerstag mit, es gebe bislang keine Pläne, mit Saudi-Arabien und der OPEC in Kontakt zu treten, um über den Ölmarkt zu sprechen. Der Vorstandsvorsitzende der Gazprom Neft gab darüber hinaus an, sein Unternehmen werde die Ölproduktion im April steigern.

Während Saudi-Arabien und Russland den Markt bald mit Öl fluten könnten, könnte ein Rücksetzer bei der US-Rohölproduktion den Druck etwas lindern. Einige amerikanische Ölunternehmen haben bei der US-Regierung nun offenbar auch angeregt, eine Ausnahmeregelung im Hinblick auf den Jones Act zu erarbeiten.

Zunächst bleibt die fundamentale Situation am Markt jedoch erst einmal bearish, zumal weder die Maßnahmen der US-Regierung noch die geldpolitischen Maßnahmen der Notenbanken derzeit auszureichen scheinen, um die Risikoaversion der Marktteilnehmer zu dämpfen. Zu gestern ergibt sich daher bei den Preisen leichtes Aufwärtspotenzial. 

Fundamental: bearish                       Chartanalyse: neutral 

12.03.2020

Ölpreise sinken erneut - US-Einreisestopp für Reisende ausEuropa und Produktionssteigerungen 

Die Ölbestände der USA sanken in der vergangenen Woche erneut. Zwar nahmen die landesweiten Rohölbestände stark zu, stärker noch war allerdings der Rückgang bei den Produktbeständen. Der Kampf um Marktanteile zwischen Saudi-Arabien und Russland, der mit dem Scheitern des letzten OPEC+ Treffens begann, sowie die Frage, wann sich die Ölnachfrage wieder erholen wird, ließ den Einfluss der DOE-Daten schon in den vergangenen Wochen schwinden.

Die Tatsache, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Ausbreitung des Covid19-Virus seit gestern als Pandemie einstuft, belastete die Ölfutures heute Morgen ebenso wie die Ankündigung eines Einreisestopps für Reisende aus Europa in die USA. Die Aktienmärkte dürften angesichts dieser Meldungen heute erneut Verluste markieren.

Die Aussage des stellvertretenden russischen Energieministers, dass zusätzliche Kürzungen keinen Sinn machen würden, wenn man nicht weiß, wie stark die Nachfrage noch sinkt, macht zudem wenig Hoffnung darauf, dass sich Saudi-Arabien und Russland doch noch einig werden.

Die Veränderungen, die sich auf fundamentaler Seite zuletzt ergeben haben führen dazu, die fundamentale Konstellation heute Morgen als bearish einstufen. Der erneute Kursrutsch deuten bei den Preisen auf deutliches Abwärtspotenzial zu gestern hin. 

Fundamental: bearish                       Chartanalyse: neutral bis bearish

Ölpreise am Morgen fester - Vermittlungsversuche zwischen Saudi-Arabien und Russland 

Der Streit zwischen Russland und Saudi-Arabien ist gestern weiter eskaliert. Saudi-Arabien will die Förderung im April sogar auf ein neues Rekordniveau anheben.

Auch Irak und Nigeria sind dabei und haben für kommenden Monat gesteigerte Exporte angekündigt. Mit dem Bruch zwischen Russland und der OPEC ist für April auch das bisherige Produktionsabkommen hinfällig, denn das lief nur bis Ende März. Sollten die Fördersteigerungen tatsächlich so kommen, würden die Ölbestände in bisher nie dagewesenem Umfang zulegen, denn zeitgleich ist die weltweite Ölnachfrage durch das Coronavirus massiv reduziert.

Die Vermittlungsversuche zwischen Russland und Saudi-Arabien laufen. Bis Ende März bleibt nun noch Zeit die Produktionssteigerungen zu verhindern. Gelingt dies nicht, würden die Preise wohl noch einmal massiv fallen. Dann sehen einige Experten das Potenzial für einen Test der 20 Dollar Marke. Sollten sich Russland und Saudi-Arabien aber einigen, dürften die Preise wieder kräftig anziehen.

Diese Aussicht gibt den Ölbörsen heute Morgen zumindest etwas Rückenwind und hat die Panik unter den Händler reduziert.

Mit dem Kurssprung nach oben in der Nacht deuten sich nun auch für Heute erneute Preissteigerungen an. 

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: bullish 

10.03.2020

Preiserholung nach Langzeittiefs – Analysten rechnen mit weiteren Abwärtsbewegungen 

Die IEA hatte gestern ihre Prognosen zur globalen Marktlage der aktuellen Entwicklung des Coronavirus angepasst. Der Bericht zeigt klar, dass der Nachfrageschock größer als bisher gedacht sein wird. Weniger Nachfrage, dafür eine unverändert stark steigende Ölförderung der Nicht-OPEC Länder und nun noch die Produktionssteigerung der Saudis. Der Markt wird daher nicht nur von einem massiven Nachfrageschock getroffen, sondern gleichzeitig noch von einem Angebotsschock in Form einer steigenden Ölförderung.

So lange der Preiskrieg nicht beendet wird und Russland und Saudi-Arabien sich nicht einigen, wird der Preisdruck sehr wahrscheinlich noch weiter bestehen bleiben. Und momentan macht es nicht den Anschein, als würden sich die beiden Seiten annähern. Insofern sind die Tiefs vermutlich noch nicht erreicht und die Preise könnten noch weiter fallen. Der Chef der IEA bezeichnete das aktuelle Verhalten Saudi-Arabiens und Russlands daher als "Russisches Roulette".

Nur eine Einigung könnte den Preisrutsch wohl stoppen. Die Preise können nun zwar auch anziehen, doch dies ist keine abschließende Bodenbildung.

In den frühen Morgenstunden ziehen die Futures an, sodass sich damit aktuell deutliche Preissteigerungen andeuten. 

Fundamental: bearish                       Chartanalyse: neutral bis bullish 

09.03.2020

OPEC+ am Ende – Saudi-Arabien beginnt Preiskrieg 

Den Nachfrageschock, den man in China gesehen hat bzw. auch noch immer sieht, wird sich nun global ausbreiten. Noch ist allerdings nicht klar wie stark die Nachfrage betroffen ist, allerdings könnten die Auswirkungen schwerwiegender als in der Wirtschaftskrise 2008/09 sein. Damals hat die OPEC mit Produktionskürzungen entgegengewirkt, diesmal jedoch ist die Gruppe an der Partnerschaft mit Russland zerbrochen. Es ist zwar nicht das Ende der OPEC oder der OPEC+, aber der Preiskampf innerhalb der Gruppe kommt zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt.

Die Absicht der Saudis ist es, Russland durch einen Ölpreisverfall an den Verhandlungstisch zurück zu zwingen. Die meisten strukturellen Indikatoren deuten jedoch darauf hin, dass Russland gegenüber niedrigeren Ölpreisen widerstandsfähiger ist als Saudi-Arabien. Es ist daher nicht klar, ob dies funktionieren wird.

Der Preisverfall ist heute Morgen massiv. Der Tiefstpreis bei Brent in den Morgenstunden lag 31,5% unter dem Schlusspreis vom Freitag.

Bis die Marktteilnehmer die Situation eingepreist haben wird der Markt sicherlich extrem volatil und unberechenbar bleiben. Bei den Inlandspreisen deuten sich mit dem massiven Kurseinbruch heute Morgen auch extreme und bisher nie dagewesene Abwärtspotenziale zum Vortag an. Diese sind derart massiv, dass es kaum vorstellbar ist wie viel von diesem Potenzial in den Handel weitergegeben wird. 

Fundamental: bearish                       Chartanalyse: neutral 

06.03.2020

OPEC will zusätzliche Kürzungen bis Ende 2020 - Ölfutures dennoch weicher 

Wie die jüngste Zinssenkung der Fed hatte am gestrigen Donnerstag auch die Einigung der OPEC auf weitere Produktionseinschnitte keinen maßgeblichen bullishen Einfluss auf die Ölbörsen. Zu stark waren offenbar noch die Zweifel daran, dass Russland diesen zusätzlichen Kürzungen beim heutigen OPEC+ Treffen zustimmen wird. Allerdings hatte sich das Land bisher noch nicht einmal dazu hinreißen lassen, zu weiteren Kürzungen in geringerem Umfang klar Stellung zu beziehen.

Was die Nachfrage betrifft, so rechnet die OPEC mittlerweile damit, dass diese 2020 nur noch um +0,48 Mio. B/T zunehmen werde. Damit hat die Organisation die Prognosen aus ihrem letzten Monatsbericht noch einmal deutlich gesenkt. Dies wurde mit den starken negativen Auswirkungen der Covid19-Epidemie auf das weltweite Wirtschaftswachstum und die Ölnachfrage begründet.

Die fundamentale Konstellation angesichts der vorgeschlagenen zusätzlichen Produktionskürzungen heute Morgen als leicht bullish betrachtet. Stimmt Russland den zusätzlichen Kürzungen allerdings nicht zu, würde die fundamentale Situation ins bearishe kippen. Aufgrund der aktuellen Entwicklung an den Ölbörsen bei weiterhin schwachen USD deuten sich bei den Preisen beträchtliche Preisabschläge an. 

Fundamental: neutral bis bullish                     Chartanalyse: neutral bis bearish 

05.03.2020

Russland blockiert – Analysten senken Nachfrage- und Preisprognosen 

Während der OPEC+ Gemeinschaft nun 2 Tage mit zähem Ringen bezüglich Produktionskürzungen bevorstehen, werden Analysten die Ausbreitung des Coronavirus weiter genau beobachten. Noch ist der Höhepunkt nicht erreicht, denn außerhalb Chinas haben die Probleme erst begonnen. In Italien wurden nun die Schulen und Universitäten bis Mitte März geschlossen. Die Maßnahme zeigt, dass es auch in Europa, und später eventuell auch in den USA, zu deutlichen Eingriffen im öffentlichen Leben kommen kann, die dann die Ölnachfrage negativ beeinflussen.

Die Lager füllen sich zusehends, während auch immer mehr Rohöl auf Schiffen eingelagert wird. Nicht weil es sich durch eine steile Backwardation Konstellation rechnen würde, sondern vielmehr, weil man keine Käufer findet und keine andere Wahl hat.

Ob die OPEC+ das Überangebot mit Kürzungen in den Griff bekommt darf zumindest bezweifelt werden, vor allem weil die Gruppe auch innerhalb keine gemeinsame Linie hat. Der Markt wird weiter extrem volatil bleiben und eventuell könnten die Preise in den kommenden Wochen noch einmal auf neue Tiefs fallen.

Die fundamentale Konstellation wird heute daher aktuell neutral sein. Bei den Preisen deuten sich für heute überwiegend leichte Preissteigerungen an. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral bis bullish 

04.03.2020

JTC schlägt mittlerweile Kürzungen von bis zu 1 Mio. B/T vor 

Obwohl der Bestandsbericht des API aufgrund der starken Abbauten bei den Produktbeständen tendenziell eher bullish ist, blieb ihr Einfluss auf die Ölbörsen gering. Für die Marktteilnehmer steht derzeit eher im Fokus, welche Maßnahmen ergriffen werden, um die negativen Auswirkungen des Covid19-Virus auf die Nachfrage einzudämmen.

Die OPEC und ihre Partner könnten in der zweiten Wochenhälfte beschließen, ihre bisherigen Förderkürzungen noch einmal zu verschärfen. Die Produzenten werden bei dem Treffen eine größere Überraschung liefern müssen, wenn sie hoffen, die Preise weiter zu stützen. Die Frage bleibt weiterhin, in welchem Ausmaß sich Russland an zusätzlichen Kürzungen beteiligen wird.

Unterdessen scheinen geldpolitische Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft den Ölpreisen bislang keinen nachhaltigen Auftrieb zu geben. Obwohl die US-Notenbank Fed den Leitzins am gestrigen Dienstag überraschend senkte gaben die Preise am Dienstagabend wieder nach. Die Weltbank kündigte zuletzt an, Kredite und Hilfsgelder in Höhe von insgesamt 12 Milliarden Dollar zur Verfügung zu stellen, um den Auswirkungen der Covid19-Epidemie entgegenzuwirken

Die fundamentale Lage wird daher heute Morgen als leicht bullish eingeschätzt. Somit ergeben sich erneut Möglichkeiten für leichte Abschläge. 

Fundamental: neutral bis bullish                     Chartanalyse: neutral bis bullish

 03.03.2020

Konjunkturprogramme und OPEC Kürzungen – Futures in der Nacht deutlich fester 

Die Finanzminister auf der ganzen Welt prüfen aktuell Konjunkturprogramme, mit denen man der schwächelnden Wirtschaft unter die Arme greifen will. Die G7 Finanzminister werden sich in dieser Woche beraten und könnten koordinierte Maßnahmen abstimmen. Die Aussicht auf Konjunkturprogramme der Regierungen, ein Eingreifen der Notenbanken sowie Hilfen durch IWF und der Weltbank haben die Panik an den Märkten reduziert.

Hinzu kommt nun die Erwartung, dass die OPEC+ Gruppe am Freitag zusätzliche Produktionskürzungen, mindestens bis Ende Juni, bekannt gibt. Hier wird Russland einmal mehr eine Schlüsselrolle zukommen. Der größte Effekt kann sicherlich erzielt werden, wenn sich Moskau an den Maßnahmen beteiligt.

Der Markt wird weiter extrem volatil bleiben. Die Kürzungen der OPEC+ Gruppe steht noch nicht fest, während man parallel auf koordinierte Konjunkturprogramme wartet. Alle diese Events könnten die Preise stützen, die Marktteilnehmer aber genauso gut enttäuschen. Die fundamentale Konstellation wird daher neutral eingestuft.

Die Preise bleiben deutlich über den Niveaus von gestern, sodass sich weiter deutliche Preisanstiege abzeichnen. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: bullish 

02.03.2020

Putin macht Weg für Kürzungen frei – Short-Coverings stützen Preise in den Morgenstunden

Das Covid19 Virus hat sich am Wochenende außerhalb Chinas stark ausgebreitet. Südkorea, Iran und Italien gelten als die am schwersten betroffenen Länder, aber auch in Deutschland, Frankreich und den USA breitet sich das Virus immer weiter aus. Großveranstaltungen werden abgesagt, was an sich bereits zu einer geringeren Reiseaktivität und damit einem geringeren Ölbedarf führt.

Aber auch Unternehmen warnen, dass man Produktionsausfälle und Stillstände haben könnte, wenn Waren von Zulieferfirmen nicht nachkommen. Die Aussicht Moddy's, wo man eine globale Rezession erwartet, scheint damit zunehmend plausibel zu sein.

Die IEA könnte diese Prognose beim nächsten Monatsreport kommenden Montag noch einmal deutlich nach unten korrigieren. Eine zunehmende Minderheit von Marktteilnehmern rechnet mittlerweile damit, dass die Ölnachfrage im laufenden Jahr eventuell überhaupt nicht zunehmen wird. Dies gab es seit 1984 lediglich drei Mal. 2008 und 2009 während der globalen Finanzkrise sowie 1993.

Viel hängt auch von der OPEC+ Gruppe und den Maßnahmen ab, die die Gemeinschaft Ende der Woche beschließt. Doch jedes bullishe Ergebnis des Meetings werde wohl eine kurzlebige Wirkung haben.

Die Preise werden heute deutlich höher im Vergleich zu Freitag erwartet.

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: neutral bis bullish

28.02.2020

Brent nähert sich vor dem Wochenende der 50 Dollar-Marke 

Die Ausbreitung des Covid19-Virus ließ WTI am gestrigen Donnerstag wieder bis knapp unter 46 Dollar sinken. Wenngleich die Abwärtsspirale bei den Ölpreisen die Wahrscheinlichkeit weiterer Produktionskürzungen seitens der OPEC+ steigen lässt, zweifeln viele Marktbeobachter bereits an der Wirkung einer solchen Maßnahme.

Bei Experten geht man mittlerweile davon aus, dass das Produzentenbündnis die Förderung im zweiten Quartal mindestens um weitere 1 Mio. B/T kürzen müsste. Damit würde man jedoch gerade einmal den Bestandsaufbauten entgegenwirken.

Zwar scheint Saudi-Arabien bereits mit diesen Analysten konform zu gehen und eine zusätzliche Kürzung um 1 Mio. B/T für nötig zu halten. Russland könnte sich dem Wunsch des Königreichs jedoch entgegenstellen.

Die Experten sind aber grundsätzlich zuversichtlich, dass sich die Preise bald wieder erholen dürften, schon allein, weil die jüngste Abwärtsbewegung eine „Überreaktion“ gewesen sei.

Die Ölfutures geben heute erneut nach. Dadurch deutet sich bei den Preisen erneut Abwärtspotenzial im Vergleich zu gestern an. 

Fundamental: bearish                       Chartanalyse: neutral bis bearish 

27.02.2020

Gasoil und Inlandspreise auf 2,5 Jahrestief gefallen 

In Libyen fehlt zwar noch immer die Produktion von rund 1 Mio. B/T, doch das fällt bei den Nachfrageausfällen durch den Coronavirus derzeit kaum ins Gewicht. Die Nachfrage wird stark unter den Folgen leiden, insbesondere, wenn nun auch der größte Ölverbraucher der Welt, die USA, betroffen ist. Die US Reiseaktivität und Fahrsaison könnte deutlich schwächer als gedacht ausfallen. Marktteilnehmer haben in einem solchen Marktumfeld kaum Gründe mit Long-Positionen aufsteigende Preise zu setzen, insbesondere da es momentan so aussieht, als würde es noch einmal schlimmer werden, bevor es sich bessert. Daher sind ICE Gasoil, und auch die Inlandspreise für Heizöl, aktuell auf den niedrigsten Stand seit 2,5 Jahren gefallen.

Fundamental nehmen wir wieder eine bearishe Haltung ein, wobei diese sich recht schnell mit der aktuellen Nachrichtenlage zum Coronavirus ändern kann. Mit den neuen Tiefs an den Ölbörsen in der Nacht deuten sich heute Morgen bei den Inlandspreisen zusätzliche Abwärtspotenziale an. 

Fundamental: bearish                       Chartanalyse: neutral bis bearish 

26.02.2020

Ölfutures nach CDC-Warnung weicher - API-Daten geben kaum Impulse

Das API meldete Dienstagnacht einen erneuten Anstieg der US-Rohölbestände auf Wochensicht. Insgesamt konnten die API-Daten am Dienstag keine klaren Impulse liefern und so blieb eine starke Reaktion auf den Bericht des Instituts aus.

Wesentlich stärker reagierten die Marktteilnehmer dagegen auf die Warnung der Centers for Disease Control and Prevention. Die US-Bundesbehörde geht mittlerweile davon aus, dass sich das Covid19-Virus auch in den USA stärker ausbreiten könnte, nachdem es in Ländern außerhalb Chinas zuletzt zu zahlreichen Neuinfektionen gekommen war. Unterdessen wartet man weiterhin auf die Reaktion der OPEC+ Länder auf die Auswirkungen des Virus auf die Ölnachfrage. In der kommenden Woche wollen sich die Produzenten in Wien zusammensetzen, um über eine mögliche Verlängerung oder eine Verschärfung ihrer Produktionskürzungen zu diskutieren. Von den Tiefs, die sie Dienstagnacht markiert hatten, kamen die Ölfutures heute Morgen nur leicht zurück. Weswegen bei den Inlandspreisen im Vergleich zu gestern weiterhin umfangreiches Potenzial für Abschläge vorhanden ist.

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: neutral

25.02.2020

Short-Coverings folgen auf starken Preisrutsch 

Die Ausfälle in Libyen belaufen sich momentan auf etwa 1 Mio. B/T, hervorgerufen durch das Coronavirus.

Wuhan habe die Leute nicht verängstigt. Aber jetzt breitet sich das Virus in Italien, Iran und Südkorea aus, und dies werde Sorgen auslösen, so Nyveen. So lange der Virusausbruch global nicht unter Kontrolle gebracht ist, ist auch das Schlimmste in Sachen Ölnachfrage noch nicht vorbei. Insbesondere in Bezug auf den Iran sind die Sorgen groß, wo es viele hunderte Verdachtsfälle aber bisher nur 61 offizielle Infektionen gibt -dafür aber 12 Todesfälle.

Seit dem Schlusskurs von Donnerstag letzter Woche hatte WTI in der Spitze gestern etwa 6,4%, Brent 7,0% und Gasoil 7,2% an Wert verloren. Dies hatte Investoren motiviert den Kursrutsch für Käufe und Short-Coverings zu nutzen. Entsprechend zogen die Futures gestern Nacht wieder an und handeln heute Morgen deutlich über den gestrigen Tagestiefs. Dies deutet bei den Inlandspreisen leichte Abwärtskorrekturen zu den gestrigen Erhebungen an. 

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: neutral bis bearish 

24.02.2020

Preise deutlich weicher – Covid19 und Spekulationen um Bruch in der OPEC+ Gruppe 

"Es ist ziemlich klar, dass Mitte letzter Woche insgesamt ein Konsens darüber bestand, dass der negative Effekt des Covid19 einen vorübergehenden Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung haben würde, und dass dies die Zentralbanken mit ihren Gegenmaßnahmen ausgeglichen würde," so Analyst Michael McCarthy. "

Die Spekulation um zusätzliche freiwillige Kürzungen von Saudi-Arabien, Kuwait und den Vereinten Arabischen Emiraten hätten die Preise sicherlich stützen können, doch nach der Absage durch den saudischen Energieminister scheint ein solcher Alleingang wohl nicht zu kommen. Vor dem 6. März, wenn das Treffen der OPEC und OPEC+ Gruppe in Wien zu Ende ist, wird es wohl keine Kürzung geben.

Die Futures reagieren zum Wochenstart auf die neue Ausbreitungswelle in Italien mit starken Kursverlusten, da die Abriegelung einiger Gemeinden die wirtschaftliche Aktivität dort ausbremst. Mit der starken Abwärtsbewegung zur Eröffnung ergeben sich auch bei den Inlandspreisen neue Abwärtspotenziale. Hier deuten sich starke Preisabschläge im Vergleich zu Freitag an. 

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: bearish 

21.02.2020

Chinas Raffinerien reduzieren ihre Auslastung – Covid19 Ausbruch in USA und Südkorea 

Die US Ölbestandsdaten konnten den Ölbörsen am späten Abend gestern keinen richtungsweisenden Impuls geben. Der Markt fokussiert sich weiterhin auf die Entwicklung des Coronavirus und dessen Einfluss auf das Wirtschaftswachstum und die Ölnachfrage.

Der aktuelle Nachfrageausfall ist massiv, auch wenn er sich wieder regulieren wird, sobald die Epidemie in China gestoppt wurde.

Die OPEC+ Gruppe wird dennoch keine vorgezogenen Kürzungen durchführen und sich erst Anfang März beraten. Sollten die Indikatoren bis dahin andeuten, dass der negative Einfluss auf die weltweite Wirtschaft durch den Covid19 gering ist, dann würde Moskau eine zusätzliche Kürzung ablehnen, so die Experten der UniCredit.

Ohne ein Eingreifen der OPEC+ und mit den neuen Meldungen zu den Produktionskürzungen der chinesischen Raffinerien ist die fundamentale Grundausrichtung für uns heute Morgen leicht bearish, wobei die Unsicherheit und Volatilität sehr groß bleibt. Mit den nachgebenden Kursen an der ICE deuten sich aber schon jetzt klare Abwärtspotenziale bei den Inlandspreisen ab. 

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: bearish 

 20.02.2020

Entwicklungen in Libyen stützen Ölfutures - API-Daten ohne klare Impulse

Die Mittwochnacht veröffentlichten Bestandsdaten des API deuten darauf hin, dass die Versorgungslage, zumindest was Rohöl angeht, in den USA weiterhin entspannt bleibt. Was das Ölangebot des OPEC+ Bündnisses angeht, so dürfte dieses zumindest bis Anfang März nicht noch weiter gedrosselt werden.

Weiterhin unsicher ist, wie lange sich die Ausbreitung des Covid19 Virus noch negativ auf die Ölnachfrage auswirken wird. Bislang wurde der bullishe Effekt der libyschen Angebotsausfälle noch dadurch kompensiert, dass Experten die Nachfrage aufgrund des Covid19-Virus deutlich schwächer einschätzten als vor der Ausbreitung des Virus. Die heute von China gemeldete starke Rückgang der Anzahl von Neu-Infektionen im Land auf nur noch 392 lässt jedoch vermuten, dass das Schlimmste überstanden ist, wenngleich die Weltgesundheitsorganisation vor einem übersteigerten Optimismus warnt.

Nach dem Anstieg der Ölfutures von Mittwochabend bleiben die Futures heute Morgen auf hohem Niveau. Der Euro/Dollar-Kurs notiert derzeit unterhalb von 1,08 Dollar, weswegen sich bei den Inlandspreisen heute Aufwärtspotenziale abzeichnen. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral bis bullish 

19.02.2020

Covid19 Hoffnung, Sanktionen und Libyen – Ölpreise ziehen in der Nacht an

Libyens Ölproduktion befindet sich schon seit Wochen auf extrem niedrigen Niveau, nachdem die Truppen um General Haftar Mitte Januar zu einer Blockade von Pipelines und Ölhäfen aufriefen.

In Sachen Covid19 gibt es unterdessen positive Meldungen. Die neuesten Zahlen zu gestern legen nahe, dass die Spitze der Epidemie erreicht sein könnte. Zwar stieg die Anzahl der Infizierten wieder um 1.866 an, dies entspricht aber nur noch einem Zuwachs von 2,5%. Bei den Todesfällen gab es ebenfalls einen Anstieg um 136.

Unterdessen steht auch eine Entscheidung der OPEC+ Gruppe an. Wenn nicht bei einem Sondermeeting, dann spätestens in 2 Wochen beim Meeting am 5. bis 6. März. Eine zusätzliche Reduzierung der Ölproduktion und eine Verlängerung der bisherigen Kürzungen würde die Preise sicherlich weiter stabilisieren.

Während der Euro/Dollar-Kurs schwach bleibt und damit das international in Dollar gehandelte Öl für das Inland zusätzlich verteuert, zeichnen sich momentan deutliche Preissteigerungen zu gestern an.

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral bis bullish

18.02.2020

Preisrutsch in der Nacht – Futures scheitern an GD 21 Linie 

Nach dem relativ ruhigen Wochenauftakt mit dem gestrigen US Presidents Day dürfte heute das Handelsinteresse zulegen. Nach der Zurückhaltung dürften die Trader etwas mutiger agieren.

Die Ausbreitung des Covid19 scheint unterdessen immer besser unter Kontrolle zu kommen. Die Zahl der Neuinfektionen nimmt weiter ab und auch die Zahl der Patienten steigt mittlerweile deutlich langsamer als noch vor wenigen Tagen. Doch noch ist die Spitze des Ausbruchs nicht erreicht und die Gefahr einer neuen Infektionswelle in China oder in einem anderen Land ist noch immer vorhanden.

Auch wenn der Covid19 Ausbruch besser kontrolliert und eingedämmt werden kann, so ist an den Ölbörsen eventuell noch Abwärtspotenzial vorhanden und die gesamte bearishe Wirkung noch nicht eingepreist. In den frühen Morgenstunden gaben die Ölpreise an ICE und NYMEX deutlich nach. Dabei belastete auch der schwache Start der Aktienmärkte in Asien. Damit deuten sich bei den Inlandspreisen heute Morgen ebenfalls Preissenkungen an. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral bis bearish 

17.02.2020

Ölpreise starten erholt in die neue Woche – Analysten warnen vor Abwärtspotenzial 

Die vergangene Woche veröffentlichten Monatsreports von EIA, OPEC und IEA haben gezeigt, wie stark sich der Covid19-Ausbruch auf die Ölnachfrage auswirken wird. Vor allem die IEA sieht einen starken Einfluss und hat die weltweite Ölnachfrage nach unten angepasst.

Diese Vorhersage werde man allerdings weiter anpassen, wenn man weitere Informationen zur tatsächlichen Auswirkung des Covid19 habe. Angesichts der noch immer hohen Anzahl von spekulativen Long-Positionen sei der Markt noch nicht ausreichend besorgt, was die Preisrisiken nach unten anbelange. Eine stärkere Kürzung der OPEC+ Gruppe sei notwendig, damit der Ölpreis zurück über die 60 Dollar-Marke steige. Doch das scheint im Februar erst einmal vom Tisch zu sein.

Die Futures starten heute auf hohem Niveau und können die Kursgewinne vom Freitag behalten. In den frühen Handelsstunden gab es aber auch schon erste Verkäufe, mit denen die Notierungen kurz nachgaben, sich dann wieder fingen. Letztlich deuten sich bei den Inlandspreisen aktuell leichte Preisanpassungen nach oben an. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral 

14.02.2020

Ölpreise klettern auf 2-Wochenhoch – Russland lässt OPEC weiter warten 

Wenig verwunderlich haben EIA, OPEC und IEA ihre Prognosen zum Nachfragewachstum in 2020 deutlich gesenkt. Den Einfluss des Covid-19 auf den Ölverbrauch schätzen die Experten der Institutionen allerdings unterschiedlich ein.

Die Meinungen gehen sichtlich auseinander, deuten allerdings allesamt daraufhin, dass Angebot vom Markt genommen werden muss, will man den Markt ausbalancieren.

Zwar empfehlen Experten eine zusätzliche Kürzung bis Jahresmitte sowie eine Verlängerung der aktuellen Maßnahmen bis Jahresende, doch Russland lässt die Gruppe weiter zappeln. Die russischen Ölfirmen scheinen einer Verlängerung der jetzigen Kürzungsvolumina bis Jahresmitte nicht abgeneigt. Doch eine zusätzliche Kürzung scheint hier bisher nicht auf Begeisterung zu stoßen. Letztlich wird die Entscheidung aber in Moskau von Vladimir Putin getroffen, ob sich Russland an zusätzlichen Kürzungen beteiligen wird.

Allerdings fehlt die Nachfrage in China, fehlt auch ein wesentlicher Bestandteil des globalen Ölnachfragewachstums, das in erster Linie eben in China entsteht. Der Ausbruch hat damit in jedem Fall einen negativen Effekt auf die Ölnachfrage.

Der Markt bleibt daher weiter sehr volatil und auch von Meldungen zu Covid-19 abhängig, sodass sich bei den Preisen aktuell leichte Aufwärtspotenziale abzeichnen. 

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: neutral 

13.02.2020

Virus bringt erneut Unruhe in den Markt 

Hatte das API schon Dienstagnacht eine wesentlich stärker als von den Analysten erwartete Zunahme der US-Rohölvorräte gemeldet, so überboten die im offiziellen DOE-Bericht genannten Aufbauten dies am Mittwochnachmittag noch. So vermitteln die Daten zu den Rohölbeständen (in Kombination mit dem Anstieg der US-Rohölproduktion) den Eindruck, dass der Markt weiterhin gut versorgt ist.

Da das Angebotswachstum der nicht-OPEC Produzenten von der OPEC für 2020 zudem weiterhin deutlich stärker eingeschätzt wird als das weltweite Nachfragewachstum, dürfte die Organisation weiterhin zusätzliche Produktionskürzungen in Erwägung ziehen.

Gestern gab es nun allerdings Gespräche mit Repräsentanten der russischen Ölindustrie und gab an, dass man sich eine Verlängerung der bisherigen Kürzungen bis Ende 2020 vorstellen könnte. Zu umfangreicheren Produktionseinschnitten machte er jedoch keine Angaben.

Nachdem Meldungen über eine langsamere Ausbreitung des CoViD19 am Mittwoch noch für Optimismus unter den Finanzmarktteilnehmern gesorgt hat, versetzten neue Daten aus China der Stimmung heute wieder einen Dämpfer. Die Anzahl der Todesopfer sowie der nachgewiesenen Infektionen soll massiv zugenommen haben.

Insgesamt wird die fundamentale Konstellation aufgrund der neuen Faktoren als eher bearish eingeschätzt.

Für Heute deuten sich bei den Preisen Aufwärtspotenzial an. 

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: neutral bis bullish 

12.02.2020

Preissprung: Hoffnung bei Coronavirus 

Sollte das DOE die Lagerzahlen des API bestätigen, dürfte auch dies bearish sein, allerdings ist die Wirkung auf die Preisniveaus wohl eher gering einzuschätzen, da sich die Marktteilnehmer aktuell vorwiegend auf die Entwicklungen rund um das Coronavirus fokussieren.

Die EIA hat in ihrem neuen Monatsreport die Einflüsse der Epidemie in China bereits mit aufgenommen und rechnet mit deutlichen Auswirkungen auf die Ölnachfrageentwicklung.

Dies liegt zum einen an den Ausfällen in Libyen, aber wohl auch daran, dass man letztlich mit einer Kürzung der OPEC+ Gruppe rechnet. Die Preisprognosen wurden zum Teil drastisch nach unten angepasst.

Die Ausbreitung des Coronavirus hat sich den neuesten Zahlen zu Folge deutlich verlangsamt. Dies sorgt nun für Hoffnung an den Märkten, dass der Höhepunkt der Infektionen bald erreicht sein könnte. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt aber davor, dass es auch noch unentdeckte Fälle geben könnte. Aktuell überwiegt allerdings die Hoffnung, weshalb die Futures an ICE und NYMEX in den Morgenstunden einen Satz nach oben machten.

Die fundamentale Konstellation bleibt dennoch weiter volatil und neutral.

Heute deuten sich aktuell moderate Preissteigerungen zum Vortag an. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: bullish

11.02.2020

Short-Coverings stützen die Ölpreise am Morgen – Stimmung bleibt bearish 

Der Einfluss des Coronavirus auf den Ölmarkt wird noch eine ganze Weile zu spüren sein. So gut wie alle chinesischen Raffinerien haben wohl ihre Verarbeitung gedrosselt.

Anonyme Informanten aus China geben an, dass man zeitweise wohl mit einem um 20% niedrigeren Ölverbrauch Chinas rechnet.

Angesichts des umfangreichen Nachfrageausfalls dürfte eine nachhaltige Korrekturbewegung ohne eine entschlossene Maßnahme der OPEC+ Vereinigung nicht möglich sein. Spannend wird sein, wie die EIA, OPEC und IEA die Marktlage in ihren Monatsreports bewerten, die diese Woche veröffentlicht werden.

Auch das Coronavirus bleibt weiter zu beobachten. Die Zahl der Neuinfektionen sank auf ein neues Tief, doch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt, dass die Infektionen außerhalb Chinas ein "Funke" sein könne, der zu einem "größeren Feuer" werden könne.

Der Markt wird weiter volatil bleiben. Mit der noch immer offenen Entscheidung Russlands, den Verhandlungen zu Libyen und den anstehenden Monatsreports gibt es reichlich Unsicherheiten. Die fundamentale Konstellation wird aber weiterhin leicht bearish eingestuft. Mit der Aufwärtsbewegung reduzieren sich die Abwärtspotenziale, jedoch deuten sich noch immer mögliche Preisnachlässe an. 

Fundamental: neutral/bearish                          Chartanalyse: neutral 

10.02.2020

Saudis steigern Ölproduktion – OPEC Sondermeeting von Russland blockiert 

Gestern startete eine erneute Libyen-Konferenz, um die politisch angespannte Lage in dem Land zu verbessern und so letztlich auch für einen Anstieg der Ölproduktion zu sorgen. Sollte das Meeting in Ägypten zu einer Lösung kommen, oder zumindest zu einer Entspannung der Lage, könnte die Ölproduktion binnen weniger Tage rasant zulegen.

Während sich das Coronavirus weiter ausbreitet bleibt die OPEC+ Vereinigung weiterhin tatenlos. Letzte Woche hatte man gedacht, dass Russland seine Blockade für weitere Kürzungen am Wochenende eventuell aufgeben wird, dem ist anscheinend aber nicht so.

Experten der USA bezeichnet den Einfluss des Coronavirus auf den Ölmarkt als "marginal. Die Zahlen aus China lassen aber etwas anderes vermuten. Die Raffinerien haben ihre Verarbeitung von Rohöl bereits um 15% gesenkt, was aktuell zu einer deutlichen Überversorgung führt.

Dies ist auch der Grund, warum viele Analysten weiterhin daran glauben, dass die OPEC+ um eine Produktionskürzung nicht herumkommen wird.

Die fundamentale Konstellation wird heute Morgen damit auch leicht bearish eingestuft, sodass sich bei den Preisen Abwärtspotenziale andeuten. 

Fundamental: neutral/bearish                          Chartanalyse: neutral/ bearish 

07.02.2020

Kein OPEC Sondertreffen – Russland blockiert weitere Kürzungen 

Die OPEC+ Gruppe muss nach Ansicht der meisten Experten am Markt die Förderung weiter kürzen, um auf den Nachfrageausfall, der durch den Coronavirus hervorgerufen wird, zu reagieren. Die Höhe des Nachfrageverlustes mag zwar noch Spekulation sein, dass die Nachfrage aber geringer ausfallen wird, ist für die meisten allerdings sicher.

Die OPEC selbst scheint auch willens die Förderung weiter zu reduzieren.

Die Marktteilnehmer gehen davon aus, dass es letztlich zu einer Einigung kommen wird. Eventuell könnte dies schon am Wochenende geschehen, wenn sich die Regierungen der Länder noch einmal intern beraten haben, so ein OPEC Delegierter.

Die Notierungen an ICE und NYMEX geben in den Morgenstunden leicht nach. Für eine weitere Aufwärtsbewegung braucht es entweder neue Meldungen bezüglich Fortschritte bei der Bekämpfung des Coronavirus, oder eine Nachricht, dass die OPEC+ Gruppe ein Sondermeeting zur Steigerung der Produktionskürzungen ansetzt. Bei den Inlandspreisen deuten sich damit aber keine großen Veränderungen zu gestern ab. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral/bullish 

06.02.2020

Technische Entlastungsrallye – Futures beenden ihren Abwärtstrend 

Bei den US Ölbestandsdaten zeigten die Zahlen des DOE gestern einen deutlichen Anstieg der landesweiten Rohölbestände, die allerdings nicht ganz so umfangreich wie vom API gemeldet ausfielen. Die Zahlen des DOE führten zwar zu einer kurzen Aufwärtsbewegung, hatten allerdings keinen nachhaltigen Einfluss auf den weiteren Kursverlauf.

Das Coronavirus breitete sich auch gestern weiter aus, allerdings mit einer deutlich gesunkenen Rate. Dennoch ist der Hochpunkt der Epidemie noch nicht erreicht. Wissenschaftler gehen davon aus, dass dies erst Ende Februar oder im März der Fall sein wird.

Zudem erwartet man von der OPEC+ Gruppe weiterhin, dass diese die Produktion eventuell kürzt, mindestens aber die aktuellen Kürzungen frühzeitig verlängert.

Die Notierungen ziehen daher in den frühen Morgenstunden weiter an und knacken dabei zum Teil bereits die Vortageshochs. Der Euro/Dollar-Kurs musste gestern weiter nachgeben, sodass die Kombination aus beidem aktuell starke Preissteigerungen bei den Inlandspreisen andeutet. 

Fundamental: neutral/bullish                           Chartanalyse: bullish 

05.02.2020

Abwärtsdynamik ausgebremst – OPEC entscheidet über Sondermeeting 

Die US Ölbestandsveränderungen des API aus der Nacht weisen einen starken Aufbau bei den US Rohölbeständen aus. Zwar hatten Experten eine Zunahme erwartet, doch diese fällt nun noch einmal deutlicher aus. Grund könnten reduzierte Exporte sein, da vor allem China durch den Coronavirus weniger Rohöl kauft.

Die OPEC selbst soll internen Analysen zufolge aber eher von einem Rückgang rechnen, der auf 6 Monate beschränkt wäre. Heute geht das Treffen in den zweiten Tag und dann soll auch entschieden werden, ob die für Anfang März angesetzte Generalversammlung in den Februar vorgezogen wird.

In Erwartung der Ansetzung eines OPEC Sondermeetings für Februar und Details zu dem geplanten Umfang zusätzlicher Kürzungen scheint die Abwärtsdynamik nun erst einmal unterbrochen zu sein. In den Morgenstunden ging es für die Futures an ICE und NYMEX nach oben, sodass sich bei den Inlandspreisen heute Morgen momentan kleine Aufwärtspotenziale abzeichnen. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral 

04.02.2020

Chinesen reduzieren Raffinerieauslastung – OPEC+ Meeting noch im Februar?

 

Das Coronavirus hat mittlerweile einen spürbaren Einfluss auf den chinesischen Ölbedarf. Durch den Shutdown diverser Verkehrsmittel sinkt die Nachfrage nach Treibstoffen spürbar, sodass die Lagerbestände der Raffinerien steigen.

Experten hoffen, dass das Virus langsam in den Griff zu bekommen ist. Die Zahl der Infizierten könnte aber dennoch weiter steigen, bevor die Anzahl rückläufig ist.

Die OPEC hat sich nun dazu entschlossen vor einem Sondermeeting erst das Joint Technical Committee (JTC) tagen zu lassen. An dem für heute und morgen angesetzten Treffen des JTC werden Vertreter aus Saudi-Arabien, Russland, Algerien, Irak, Kasachstan, Kuwait, Nigeria und den Vereinigten Arabischen Emiraten teilnehmen.

Auf das JTC könnte dann ein Sondermeeting der OPEC+ Gruppe folgen. Der wahrscheinlichste Termin ist aktuell der 14.-15. Februar, also kommende Woche Freitag und Samstag.

Damit bleiben die Futures aber noch immer unterhalb der Preisniveaus von gestern Vormittag und Mittag, sodass sich bei den Inlandspreisen weiterhin Abwärtspotenziale zeigen.

 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral

 

03.02.2020

Bärenmarkt – Reagiert nun die OPEC? 

Heute ist der erste Handelstag in China nach dem Beginn des Neujahrsfestes vor rund einer Woche und eröffneten mit einem Kursrutsch. Damit reagiert der chinesische Markt auf die aktuell schwierige wirtschaftliche Lage, die der Coronavirus das Land gebracht hat. Eigentlich sollten die Unternehmen nach den Neujahrsfeiertagen heute wieder öffnen, doch vor allem ausländische Unternehmen bleiben weiter zu und in 14 Provinzen und Städten soll die Geschäftspause um eine Woche verlängert werden.

Analysten sehen in dem Coronavirus den größten Nachfrageschock, den der Ölmarkt seit der Finanzkrise 2008 und 2009 verkraften musste. Für dieses Jahr gab es vor dem Ausbruch etwas Hoffnung, was den Nachfrageausblick anbelangt, doch dies wurde mit einem Schlag beendet. Die OPEC+ muss reagieren. Wenn es keine weiteren Produktionskürzungen gibt, kommt es nur zu weiteren Preisverlusten.

Und tatsächlich scheint es innerhalb der OPEC+ Vereinigung eine steigende Bereitschaft für ein Sondermeeting zu geben. Laut Berichten vom Wochenende überlasse man es nun Saudi-Arabien ein Sondermeeting einzuberufen.

Daraus ergeben sich bei den Preisen somit rechnerisch starke Preissenkungen. 

Fundamental: neutral/bearish                          Chartanalyse: neutral