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03.08.2020

31.07.2020

Gasoil ICE London ($/to)

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03.08.2020

Futures starten nahezu unverändert in die neue Woche

Ab dem Wochenende fördert die OPEC+ Gruppe wieder mehr Öl. Die Produktionsquoten wurden offiziell angehoben, weil einige Länder sich vorher nicht ganz an die Vorgaben hielten, dürfen diese noch nicht das volle Potenzial der Lockerung ausschöpfen.

Mehr Öl für den Weltmarkt belastet Ölpreise in der Regel, wenngleich der Markt vorher vermutlich ein Defizit aufgewiesen hatte. Wie genau Angebot und Nachfrage sich im Juli entwickelt haben, werden die Monatsreports von EIA, IEA und OPEC in der kommenden Woche zeigen.

Die fundamentale Grundeinschätzung wird von uns zum Wochenauftakt somit weiter leicht bearish eingestuft, da zusätzlich auch noch vereinzelt weitere Corona-Lockdowns verhängt wurden und die indische Ölnachfrage schwächer als erwartet ausfällt. Anleger machen sich wegen eines Überangebots sorgen. Auch die Befürchtung über ein Wiederaufleben der Coronavirus-Fälle belastet die Ölmärkte.

Die Corona-Pandemie bleibe der wichtigste Faktor für die Ölnachfrage. Die Geschwindigkeit, mit der sich das Virus global verbreite, rufe Angst hervor. Man habe sich darauf eingerichtet, dass die Preise noch lange niedrig bleiben würden und es ein "sehr unsicheres Umfeld" sei.

Die Ölpreise starten heute zunächst verhalten in den Tag und bleiben etwa auf dem Niveau vom Freitag.

Fundamental: neutral bis bearish    Chartanalyse: neutral bis bearish

31.07.2020

Aufwärtstrend oberhalb des GD 21 durchbrochen

Die vorläufigen Zahlen zum Wirtschaftswachstum in Deutschland und den USA versetzten der Risikofreude an den Finanzmärkten gestern einen Dämpfer. Vor allem, was das US-Wachstum angeht, wogen die Daten umso schwerer, als Fed-Chef Jerome Powell Mitte der Woche nur eine langsame Erholung in Aussicht stellte.

Die Marktteilnehmer hatten zuvor verstärkt auf eine rasche Erholung der Konjunktur gehofft. Die Debatte im US-Kongress über ein weiteres Konjunkturprogramm könnte daher heute umso stärker in den Vordergrund rücken.

Sollte sich die Entscheidung hinsichtlich des Konjunkturpakets weiter verzögern, würde dies die Sorgen hinsichtlich der Erholung der US-Wirtschaft und der Nachfrage erneut steigen lassen, zumal man mittlerweile befürchtet, dass sich das Sars-Co-V2 Virus im Land wieder in Bundesstaaten ausbreiten könnte, in denen es eigentlich als eingedämmt galt.

Auf Seiten des Angebots steht zum Wochenende zudem nun die angekündigte Produktionssteigerung der OPEC+ Länder bevor. Angesichts der Ungewissheit hinsichtlich der Nachfrageentwicklung, scheint diese zu einem ungünstigen Zeitpunkt zu kommen. Sollte es erneut zu einem Überangebot kommen, könnte die OPEC+ seiner Ansicht nach die jüngste Entscheidung, die Kürzungen zu lockern, möglicherweise sogar wieder rückgängig machen.

Für Heute deuten sich bei den Preisen Preisabschläge zu gestern an. 

Fundamental: neutral bis bearish    Chartanalyse: neutral

30.07.2020

Ölfutures nach DOE-Daten und Fed-Entscheidungen weiter oberhalb des GD 21

Weder die Entwicklung der Nachfrage noch der massive Abbau der landesweiten Rohölvorräte der USA konnten die Preise jedoch gestern maßgeblich steigen lassen. Dies lag wohl nicht nur an den höheren Benzin- und Destillatbeständen, sondern auch daran, dass die Marktbeobachter befürchten, dass die positive Entwicklung der Nachfrage ein kurzzeitiges Phänomen bleiben könnte, sollte die Ausbreitung des Sars-CoV2-Virus in den USA nicht deutlich eingedämmt werden können.

Für Verunsicherung sorgt derzeit auch die bevorstehenden Lockerung der OPEC+ Produktionskürzungen Anfang August. Noch fragt man sich am Markt, ob die zusätzlichen Mengen durch die Nachfrage absorbiert werden oder ob dadurch wieder ein deutliches Überangebot entsteht.

Auch auf die US-Bestände könnte die Produktionssteigerung der OPEC+ Einfluss nehmen. In der vergangenen Woche sanken beispielsweise die saudischen Rohölexporte in die USA auf den niedrigsten Stand. Sollte die Nachfrage im eigenen Land die höheren Produktionsmengen nicht wie von Saudi-Arabien in Aussicht gestellt auffangen, wird das Königreich versuchen müssen, sein Öl anderweitig loszuwerden.

Die Futures notieren derzeit in etwa auf dem Schlussniveau von Mittwoch somit sich bei den Preisen keine grösseren Preisveränderungen für den Vormittag andeuten.

Fundamental: neutral         Chartanalyse: neutral

29.07.2020

API Zahlen ohne großen Effekt – Nachfragesorgen durch Covid nehmen wieder zu

In den USA gibt es zwischen Demokraten und Republikaner noch keine Einigung was das neue Corona-Hilfspaket anbelangt. Dies besorge die Marktteilnehmer, denn das Programm und Hilfen aus Washington seien wichtig für den Ölmarkt und die Entwicklung der Nachfrage.

Auch in anderen Ländern der Welt sieht es gerade danach aus, dass es eher wieder Einschränkungen im öffentlichen Leben geben wird, als dass die Lockdowns weiter aufgeweicht werden. Die Entwicklung der Pandemie und die daran gekoppelte Ölnachfrageentwicklung bleiben der Schlüssel für die weitere Preisentwicklung an den Ölbörsen.

Mit Blick auf die aktuellen Nachfrageentwicklungen, insbesondere in den USA, aber auch in Ländern wie Indien, ist die fundamentale Konstellation heute Morgen eher leicht bearish einzuschätzen. Wichtig für den stimmungsgetriebenen Markt werden heute aber die US-Ölbestandsdaten des DOE um 16:30 Uhr sowie die Kommentare der Fed sein, von der man eine Zusage für langfristig stützende Maßnahmen erwartet. Diese haben das Potenzial mit entsprechenden Impulsen für eine Reaktion in die ein oder andere Richtung zu sorgen.

Für heute deuten sich bei den Preisen aktuell nur geringfügige Preissenkungen für den Vormittag an.

Fundamental: neutral bis bearish    Chartanalyse: neutral

28.07.2020

Futures bleiben oberhalb der GD 21 Linie – US Geldpolitik stützt

Die neuen Einschränkungen für das öffentliche Leben und Reisen in den USA und Europa sind ein Dämpfer für das erwartete Ölnachfragewachstum.

Die OPEC+ Gruppe wird am dem Wochenende beginnen mehr Öl zu fördern und vermutlich auch zu exportieren. Zum 1. August werden die Quoten der bisherigen Produktionskürzungen gelockert. Gleichzeitig zeichnet sich in den USA mit dem ersten Anstieg bei der Anzahl der aktiven Ölbohranlagen eine Wiederbelebung der Schieferölindustrie ab. Sicherlich wird es zu keinem Boom kommen, aber die Lagertanks in den USA sowie die globalen Ölbestände sind noch immer gut gefüllt.

Es gibt zahlreiche Anzeichen, die für eine Korrektur an den Ölbörsen sprechen. Einige Experten bezeichneten diese in den vergangenen Wochen auch als überfällig und gehen davon aus, dass die nächste große Kursbewegung nach unten sein wird. Doch bisher halten sich die Notierungen tapfer auf hohem Niveau.

Die Futures an ICE und NYMEX bleiben in den Morgenstunden auf hohem Niveau und hatten die Vortageshochs zum Teil auch schon kurzzeitig überschritten. Die Kursgewinne mussten allerdings wieder abgegeben werden, sodass die Futures nun in etwa auf dem Niveau von gestern Nacht bleiben.

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral

27.07.2020

Futures mit technischem Abwärtspotenzial – Preise verharren noch auf höherem Niveau

Die Spannungen zwischen USA und China haben in der letzten Woche deutlich zugenommen, nachdem beide Länder gegenseitig Konsulate geschlossen haben. Das sich verschlechternden Verhältnis der beiden Großmächte belastet die Finanzmärkte im Allgemeinen, da es das globale Wirtschaftswachstum und damit auch das globale Ölnachfragewachstum behindert.

In den USA gibt es nun vermehrt Anzeichen, dass die Aktivität in der Ölindustrie wieder ansteigt und die Ölproduktion wieder zulegen kann. Der aktuelle Baker Hughes Report meldet nach 18 Wochen nun erstmals wieder einen Anstieg bei der Anzahl der aktiven US-Ölbohranlagen.

Aus China werden nun weniger Ölkäufe erwartet, nachdem man die Bestände im Frühjahr bei den Niedrigpreisen aufgestockt hatte. Teilweise exportiert das Land nun sogar Rohöl, da die Raffinerien ihre Auslastung drosseln müssen.

Rohöl habe sich einer Abwärtskorrektur bisher widersetzen können, hauptsächlich wegen einer starken und anhaltenden Abschwächung des US Dollars. Trotz der politischen Spannungen bleibe der Ölmarkt von dem Umstand dominiert, dass man noch immer abwägt, wie stark die Nachfrage von der Corona-Pandemie getroffen wurde.

Auch heute Morgen bleiben die Notierungen etwa im Bereich der späten Schlusskurse vom Freitag. Unterm Strich deuten sich so leichte Preisnachlässe zu Freitag an.

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: neutral bis bearish

24.07.2020

US-Aktienmärkte zogen Ölfutures mit nach unten 

Die jüngsten Bestandesberichte des DOE zeigten am Mittwoch, dass die lokalen Maßnahmen zur Eindämmung der Covid19-Pandemie die US-Kraftstoffnachfrage noch immer beeinträchtigt. Am Donnerstag erhielten die Hoffnungen auf eine rasche Erholung der Nachfrage durch die enttäuschenden wöchentlichen Arbeitsmarktdaten aus den USA erneut einen Dämpfer.

Der jüngsten Euphorie über die Einigung beim EU-Gipfel auf ein milliardenschweres Konjunkturprogramm wurde gestern durch das EU-Parlament erst einmal ein Dämpfer versetzt. Das Parlament fordert Änderungen beim vereinbarten Haushaltspaket.

Weiter im Fokus der Marktteilnehmer bleibt außerdem die baldige Lockerung der OPEC+ Produktionskürzungen, die das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage wieder verschärfen könnte, sollte die Nachfrage schwächer ausfallen, als es das Produzentenbündnis zum Zeitpunkt der Entscheidung über die Lockerung erwartet hatte.

Die Ölfutures an ICE und NYMEX bleiben heute Morgen im Bereich der Tiefs von Donnerstagabend. Bei den Inlandspreisen deuten sich daher Abschläge im Vergleich zu gestern an. 

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: neutral bis bearish 

23.07.2020

Hoffnung auf kurzfristige US-Finanzhilfen stützt Ölbörsen 

Der Anstieg der US-Ölbestände sowie die rückläufige Produktnachfrage dämpfte am gestrigen Mittwoch die Hoffnung der Händler darauf, dass der Markt zügig wieder in ein Gleichgewicht zurückkehren wird.

Bevor absehbar ist, ob die höheren Produktionsmengen, die ab August von den OPEC+ Ländern zu erwarten sind, vom Markt tatsächlich absorbiert werden können, wird sich der Handel wohl weiter an der Stimmung an den Aktienmärkten orientieren. Auf diese könnte in naher Zukunft neben neuen Meldungen zu Konjunkturpaketen und potenziellen Impfstoffen gegen Sars-Co-V2 auch eine weitere Eskalation der Spannungen zwischen den USA und China Einfluss nehmen.

Heute Morgen orientieren sich die Ölpreise an ICE und NYMEX zunächst leicht nach oben. Während sich zu gestern Nachmittag bei den Inlandspreisen bereits leichtes Aufwärtspotenzial andeutet, zeichnen sich im Vergleich zu gestern Vormittag noch keine größeren Veränderungen ab. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral 

22.07.2020

API meldet überraschend deutliche Aufbauten - Futures kommen von Langzeithochs zurück 

Wichtigster Taktgeber für die Ölbörsen bleiben weiterhin die Aktienmärkte als Barometer der Risikobereitschaft und allgemeinen Wirtschaftseinschätzung. Die positiven Meldungen zur Impfstoffentwicklung haben die Stimmung an den Finanzmärkten positiver werden lassen.

Mit diesen Vorgaben sind die Ölpreise nun aus ihren vorläufigen, engen Handelsspannen ausgebrochen, doch scheint die Dynamik aber immer noch "nicht stark genug zu sein, um WTI über das 45 Dollar-Niveau zu bringen.

Angesichts der Pandemie gibt es auch weiter kritische Stimmen, zumal das Centers for Disease Control and Prevention (CDC) in den USA eine hohe Dunkelziffer vermutet. In Bezug auf die Anzahl der Infektionen haben wir dieses Virus nicht unter Kontrolle und dennoch steigen die Ölpreise noch immer.

Aus fundamentaler Sicht, nehmen wir heute Morgen weiterhin einen neutralen Standpunkt ein. Die Ölpreise an ICE und NYMEX bleiben noch auf höheren Niveaus, notieren dennoch klar unterhalb der Vortageshochs. Bei den Inlandspreisen deuten aktuell zu gestern keine größeren Preisveränderungen an. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral 

21.07.2020

Impfstoffhoffnung, EU-Hilfspaket und Aktienmärkte – Ölpreise mit spätem Anstieg 

Die Ölbörsen bleiben weiterhin ein stimmungsgetriebener Markt, was sich gestern einmal mehr zeigte.

In Zeiten wie diesen, ist das nicht unüblich, denn es geht primär um die Frage, wie schnell sich die Wirtschaft und damit auch die Ölnachfrage erholen wird. Dabei sind die Aktienmärkte der Hauptimpulsgeber, wie man es auch schon zu Zeiten der Finanzkrise 2008/09 erlebte.

Positive Nachrichten zur Entwicklung eines Impfstoffes, die Einigung auf das EU-Hilfspaket oder auch eine Stabilisierung der Neuinfektionen in den wichtigen US-Bundesstaaten sind sicherlich stützend. Nachhaltig sind diese Meldungen nur, wenn sich auch ein Anstieg der Ölnachfrage nachweisen lässt.

Angesichts der bullishen Meldungen zum Corona-Impfstoff und der Tatsache, dass der Markt momentan durch die Risikobereitschaft an den Finanzmärkten getrieben ist, nehmen wir von fundamentaler Seite her neutralen Standpunkt ein.

Die Futures an der ICE bleiben fest und ziehen in den Morgenstunden an. Der Euro/Dollar-Kurs muss Gewinne abgeben, sodass sich für das Inland deutliche Preissteigerungen ankündigen. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral 

20.07.2020

Technische Verkaufssignale und Corona-Sorgen – Preise mit weichem Wochenstart 

Im Angesicht einer zunehmenden Ölnachfrage, nachdem die meisten Lockdowns auf der Welt gelockert wurden, bei einer gleichzeitig steigenden Anzahl von weltweiten Neuinfektionen, hat sich an den Ölbörsen in den letzten Wochen eine enge Handelsspanne auf hohem Niveau gebildet. WTI pendelt dabei immer wieder um die 40 Dollar-Marke.

Der Markt bleibt weiter in "Hab-Acht-Stellung" bei der die Trader abwägen müssen, wie sehr sich die Ölnachfrage noch erholt, oder ob die neuen Lockdowns eventuell sogar zu einem neuen Rückgang führen. In dem Zusammenhang wird spannend zu beobachten sein, ob die Produktionssteigerung der OPEC+ ab August vom Markt aufgenommen werden kann.

Die Futures an den Ölbörsen geben in den Morgenstunden nach und handeln damit unterhalb der Niveaus von Freitagmittag und Nachmittag. Der Euro kann seine Kursgewinne verteidigen und markiert zu Freitag sogar neue Hochs. Das verbilligt das international in Dollar gehandelte Öl, sodass sich für das Inland moderate Preisnachlässe andeuten. 

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: neutral bis bearish 

17.07.2020 

Preise bei hohem Niveau auf Richtungssuche 

China hatte die niedrigen Preise im Frühjahr genutzt und sich massiv mit Rohöl eingedeckt. Die Importe lagen, trotz der Corona-Krise, zum Teil sogar über den Niveaus vom Vorjahr. Ein Phänomen, dass es so in wohl keinem anderen Land gab. China hatte die Raffinerieauslastung hochgefahren und die Bestände gefüllt.

Die steigende Anzahl der Corona-Neuinfektionen, nicht nur in den USA, könnten noch ein Faktor werden, sollten weitere Lockdowns kommen. Epidemiologen warnen zudem davor, dass dies noch nicht die zweite Welle ist, und diese erst im Herbst/Winter erwartet wird, wenn sich die Menschen wieder vermehrt in geschlossenen Räumen aufhalten werden und Sicherheitsabstände weniger gut eingehalten werden können.

Die Futures geben in den Morgenstunden etwas nach und testen damit die Vortagestiefs. Fundamental hat sich wenig geändert, wobei die bullishe Wirkung der US-Ölbestandsdaten langsam aufgebraucht sein dürfte. Entsprechend werden sich bei den Inlandspreisen aktuell geringfügige Preisnachlässe zum Vortag abzeichnen. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral 

16.07.2020

OPEC+ und DOE – Ölpreise ziehen weiter an 

Die US Ölbestandsdaten von gestern hatten quasi keinerlei bearishe Elemente. Die Ölnachfrage stieg, die Bestände bei Rohöl und Produkten sanken und die Ölproduktion bleibt weiter unverändert und scheint sich – trotz höherer Preise – noch immer nicht so recht erholen zu wollen.

Nachdem die Produktionssteigerung der OEPC+ Gruppe, samt Relativierung durch die Kompensationsmengen der bisherigen Abweichler, mehr oder weniger erwartet wurde, bleibt ein nachhaltig bearisher Effekt von der Maßnahme aus. Die bullishen US-Ölbestandsdaten stützen vielmehr, sodass wir die fundamentale Konstellation heute Morgen leicht bullish einstufen. Weiter zu beobachten ist allerdings die Corona-Pandemie und die Möglichkeit weiterer Lockdowns in den USA und Indien.

Die Preise an ICE und NYMEX legten im späten Handel gestern Abend kräftig zu und bleiben auch heute Morgen auf den höheren Niveaus. Für das Inland deuten sich damit aktuell leichte Preissteigerungen im Vergleich zu gestern an. 

Fundamental: neutral bis bullish                     Chartanalyse: neutral 

15.07.2020

OPEC, API und Aktienmärkte – Ölpreise ziehen wieder an 

Die erneuten Lockdowns in Kalifornien bereiten den Marktteilnehmern durchaus Sorgen, denn das wird den Ölverbrauch deutlich reduzieren, ist es doch immerhin der bevölkerungsreichste US-Bundesstaat. Vor der Pandemie wurden in Kalifornien pro Tag etwa 100.000 Barrel Benzin verbraucht. Während der Krise hatte sich dies im April etwa halbiert.

Auf der anderen Seite wird die OPEC+ Gruppe ab kommenden Monat ihr Ölangebot wieder erhöhen.

Allerdings wird eine Entscheidung für eine Anhebung der Förderung ab August niemanden mehr überraschen, weshalb sich nach einer volatilen Anfangsreaktion der Effekt auch schnell verpuffen könnte.

Somit warten die Marktteilnehmer heute auf die Entscheidung und Kommentare aus OPEC+ Kreisen sowie auf die US Ölbestandsdaten des DOE um 16:30 Uhr. Nach ihrem späten Anstieg bleiben die Notierungen an den Ölbörsen zunächst auf höherem Niveau. Der Anstieg des Euro/Dollar-Kurses gleicht dies aber zum Teil aus, sodass sich bei den Inlandspreisen keine größeren Veränderungen abzeichnen. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral 

14.07.2020

Lockdowns und steigende OPEC Produktion – Preise in der Nacht weicher 

Die OPEC+ Gruppe wird ihre Produktionskürzungen im August wohl drosseln und knapp 2 Mio. B/T mehr produzieren. Einige Länder, wie Irak, Nigeria und Angola, werden ihre Förderung zunächst noch nicht im ursprünglich geplanten Umfang anheben, da man die Mehrproduktionen aus Mai und Juni noch bis September durch zusätzliche Kürzungen kompensieren muss.

In den USA hat Kalifornien nun einen "Soft-Lockdown" beschlossen, bei dem das öffentliche Leben in einigen Bereichen eingeschränkt wird.

Zeitgleich rechnet man am Markt auch mit einer steigenden Ölproduktion aus Kanada und USA, wo Ölfirmen mit dem Preisanstieg bereits angekündigt haben, dass man wieder rentabel fördern könne und die Auslastung der Kapazitäten wieder steigern will.

In der Nacht haben die Ölpreise an ICE und NYMEX deutlich an Boden verloren. Die Futures gaben auch in den heutigen Morgenstunden nach und handeln unterhalb der Niveaus von gestern. Damit deuten sich für das Inland weitere Preisnachlässe an. 

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: neutral bis bearish 

13.07.2020

OPEC+ Produktionssteigerung erwartet – Preise zum Start weiter auf hohem Niveau 

Die IEA hat ihre Nachfrageprognose in der vergangenen Woche nach oben korrigiert, was wenig überraschend ist, nachdem die EIA bei ihrem Monatsreport ebenfalls eine entsprechende Korrektur vornahm.

Nach dem deutlichen Anstieg der Nachfrage dürfte sich diese Entwicklung nun aber etwas verlangsamen. Der positive Effekt auf die Nachfrage war mit den ersten Schritten aus den Lockdowns heraus am größten und nimmt nun ab. Dennoch plant die OPEC+ Gruppe offenbar den geplanten Mechanismus zur Steigerung der Ölproduktion in Gang zu setzen.

Dafür bleibt aber die Corona-Pandemie weiterhin im Fokus, denn auch am Wochenende blieben die Infektionszahlen weiter hoch.

Weitere Aufwärtsbewegungen sind von fundamentaler Seite her eigentlich nur mit neuen und überraschenden bullishen Meldungen möglich. Die fundamentale Konstellation schätzen wir neutral bis bearish ein.

Heute Morgen bleiben die Futures zunächst auf den hohen Niveaus, die im späten Handel am Freitag erzielt wurden. Damit deuten sich bei den Inlandspreisen erst einmal moderate Preissteigerungen an. 

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: neutral 

10.07.2020

Technische Abwärtskorrektur – Preissenkung zum Wochenende 

Die Ölnachfrage hat sich nach dem Einbruch mit den Lockdowns im Frühjahr deutlich schneller als ursprünglich erwartet erholt. Zusammen mit den Produktionskürzungen der OPEC+ war dies der Hauptgrund für den schnellen Preisanstieg an ICE und NYMEX nach den Rekordtiefs mit Minuspreisen bei WTI.

Plötzlich richtet sich der Fokus auf die Möglichkeit, dass die Ölnachfrage nach unten abfällt", so Experte John Kilduff, von Again Capital. Der Markt wird ein Auge auf die Entwicklung der Pandemie in den USA werfen sowie auf die wöchentlichen Ölbestände und Treibstoffnachfrage. Die Möglichkeit, dass sich die Erholung der US-Ölnachfrage für eine Weile abflacht, wird nun eingepreist", fasst Analystin Vandana Hari, von Vanda Insights, die Lage zusammen.

Nach ihrem gestrigen späten Preisrutsch geben die Futures auch in den Morgenstunden weiter nach, wenngleich Gasoil noch nicht gehandelt wurde. Während wir eine fundamental neutral bis bearishe Haltung einnehmen, deuten sich bei den Inlandspreisen deutliche Preisnachlässe im Vergleich zum Vortag an. 

Fundamental: bearish                       Chartanalyse: bearish 

09.07.2020

Corona, Hurrikan-Center, Libyen - Futures nach DOE weiter in enger Spanne 

Die US-Ölbestandsdaten des DOE konnten den Preisen gestern keine neue Richtung geben. Die landesweiten Rohölbestände kletterten zwar deutlich, doch das lag vor allem an Veränderungen bei Importen und Exporten.

Auch wenn die gute Konjunktur und die höhere Benzinnachfrage sicherlich stützt, bleiben die Sorgen, dass die höhere Infektionsrate in den USA die positive Entwicklung ausbremsen kann. Die Wahrscheinlichkeit nimmt immer mehr zu, dass neue Lockdowns kommen.

Die Unsicherheit der Trader zeigt sich auch beim Handelsvolumen an den Ölbörsen. Das Handelsvolumen ist in den letzten Monaten gesunken und bleibt auch im Juli bisher extrem gering. Im aktuellen Monat ist das Handelsvolumen zum Durchschnitt Juni um 32% gesunken und um knapp Zweidrittel im Vergleich zu März eingebrochen, als die Märkte kollabierten.

Entsprechend der Gesamtlage bleiben wir heute Morgen bei einer fundamental neutralen Markteinschätzung.

ICE Gasoil bleibt heute Morgen innerhalb der gestrigen Handelsspanne. Bei den Inlandspreisen deuten sich heute Morgen nur geringe Preisveränderungen an. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral 

08.07.2020

EIA und API ohne Richtungsimpulse - Konsolidierung oberhalb der 40 Dollar-Marke 

Die steigende Anzahl der Infektionen in den USA sorgt weiterhin für Unruhe an den Märkten, doch wirkt sich dies preislich nur bedingt aus. Weitreichende Wiedereinführungen von Lockdowns werden offenbar nicht erwartet, weshalb sich die Notierungen an ICE und NYMEX weiterhin auf hohem Niveau halten können.

Bei den US Ölbestandsdaten des API zeichnet sich ein Anstieg der US Rohölproduktion ab, während die sinkenden Bestände bei Benzin eine solide Treibstoffnachfrage suggerieren.

Unterm Strich ist es noch immer so, dass so lange es keine weitreichenden Lockdowns gibt, die die Erholung der Wirtschaft und Ölnachfrage ausbremsen können, die Trader optimistisch bleiben. Positive Konjunkturdaten und steigende Aktienmärkte haben die Futures in den letzten Tagen auf hohem Niveau gehalten, sodass WTI sich über der 40 Dollar-Marke stabilisieren konnte.

Auf Grund der weiteren Unsicherheiten bezüglich der Corona-Pandemie, ausbleibenden Richtungsimpulsen durch die US-Ölbestandsdaten, nehmen wir heute Morgen eine fundamental neutrale Haltung ein. Es deuten sich kleinere Preisänderungen zu gestern Vormittag an. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral bis bearish 

07.07.2020

Coronasorgen, Wirtschaftswachstum, Verkaufssignale - Futures mit schwachem Start 

Auf dem hohen Niveau der aktuellen Preise tun sich die Marktteilnehmer weiter sichtbar schwer größere Preissteigerungen an den Ölbörsen durchzusetzen. Weiterhin bleibt es dabei, dass es zwei Hauptfaktoren gibt, die in entgegengesetzte Richtungen wirken.

Der Markt wird daher in den kommenden Wochen sehr volatil bleiben. Trader werden vermutlich auf einzelne Nachrichten stark reagieren und auf Hinweise achten, ob die Lockdowns nun kommen und das Nachfragewachstum negativ beeinflussen. Auch die Entwicklung der bisher positiven Konjunkturdaten, oder eine mögliche Verlängerung der Produktionskürzungen der OPEC+ Gruppe über Juli hinaus sind zu beobachten.

Nachdem Goldman Sachs gestern ihre US-Konjunkturprognose nach unten angepasst hatte und es erste Anzeichen gibt, dass die US-Benzinnachfrage noch immer weit unter Vorjahresniveau bleibt, nehmen wir heute Morgen aus fundamentaler Sicht einen neutral bis bearishen Standpunkt ein.

Die Futures geben in den Morgenstunden etwas nach, während der Euro/Dollar-Kurs seine Gewinne halten kann. Somit deuten sich bei den Inlandspreisen leichte Abwärtspotenziale zum Vortag an. 

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: neutral bis bearish 

06.07.2020

Fester Start nach langem US-Wochenende – Technische Verkaufspotenziale sind vorhanden 

In den USA ist die Anzahl der Neuinfektionen am Wochenende wieder unter 50.000 gesunken, nachdem die Zahl zwischen Mittwoch und Freitag vergangene Woche jeweils jenseits dieser Marke lag. Die Lage hat sich also noch nicht unbedingt wieder entspannt. In der letzten Woche hatten einige Staaten bereits die Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen zum Teil ausgesetzt oder rückgängig gemacht. Experten warnen zudem vor einem weiteren Anstieg durch einen zu sorglosen Umgang mit dem Virus. Sollten die Lockdowns in den USA aber wieder strenger werden, dürfte das in erster Linie wohl die Staaten mit den höchsten Infektionszahlen treffen. Dazu gehören Florida, Kalifornien und Texas. Das sind gleichzeitig aber auch die Staaten, mit dem höchsten Benzinbedarf. Shutdowns würden daher die Ölnachfrage treffen und könnten somit die begonnene Preiserholung an den Ölbörsen unterlaufen.

Nachdem die Preise in den frühen Morgenstunden zulegten und Gasoil das Freitagshoch überschritten hat, deuten sich auch bei den Inlandspreisen weitere Preissteigerungen an. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral 

03.07.2020

Positive US-Arbeitsmarktdaten lassen Preise noch einmal steigen 

Die US-Arbeitsmarktdaten sind eine Erleichterung für die Politik gewesen. Die positive Entwicklung fiel besser als erwartet aus und sind ein Beleg, dass die Wirtschaft aus dem Krisenmodus kommt. Mehr Menschen arbeiten, was auch mehr Verkehr und Ölverbrauch bedeutet. Meldungen wie diese geben dem Optimismus am Markt neue Nahrung, der damit momentan die Oberhand zu behalten scheint.

Doch die Zahlen zu den Neuinfektionen bleiben besorgniserregend.

Dass die Trader bereits vorsichtiger geworden sind, sieht man auch an den Kursverläufen der letzten Tage. Bei Preissteigerungen über 40 Dollar WTI ist man noch immer zurückhaltend, denn die US-Ölunternehmen beginnen bereits wieder ihre Förderung zu steigern.

Heute Morgen bleiben die Futures allerdings zunächst noch weiter auf den höheren Niveaus, die gestern Abend erreicht wurden, wenngleich die Vortageshochs noch ein wenig entfernt sind. In Kombination mit dem weicheren Euro/Dollar-Kurs, deuten sich heute nun erst einmal weitere Preissteigerungen für die Inlandsnotierungen an. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral 

02.07.2020

Saudi-Arabien drohte mit zweitem Preiskrieg – Futures bleiben auf hohem Niveau 

Die US Ölbestandsdaten von gestern gaben den Ölbörsen keine klare Richtung. Die stärksten Abbauten bei den landesweiten Rohölbeständen hatten keinen Effekt.

In den kommenden Wochen wird insbesondere die Nachfrageentwicklung im Fokus liegen, denn nur mit einem deutlichen Anstieg des Verbrauchs können sich höhere Preise dauerhaft halten. Große Sorge bereitet die Ausbreitung des Covid-19 Virus und mögliche Lockdowns in den USA aber auch Indien. Die Anzahl der weltweiten Neuinfektionen erreichte mit 196.901 gestern einen neuen Rekordwert.

Es bleibt weiter bei dem Spannungsfeld, dass sich die globale Wirtschaft und die Ölnachfrage mit den momentanen Lockerungen der Shutdowns auf der einen Seite zwar erholt und die Preise stützt, auf der anderen Seite deuten die Infektionszahlen auf eine zweite Welle in den USA hin, die neue Lockdowns eventuell notwendig machen könnten und damit die Nachfrageerholung abwürgt. Fundamental bleiben wir bei neutraler Einschätzung. Bei den Inlandspreisen deuten sich kleinere Änderungen an, wobei die Tendenz zu Preisnachlässen geht. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral 

01.07.2020

Futures nach API fester – Fauci warnt eindringlich vor zweiter Welle 

Kombiniert mit den positiveren Konjunkturdaten der letzten Wochen haben auch die Experten ihre Preisprognosen wieder angehoben und blicken optimistischer in die Zukunft. Und genau das ist das Problem. Die Einschätzungen der Entwicklung gehen sehr weit auseinander.

Vor allem der Blick auf die Entwicklung der Infektionszahlen in den USA sorgt für Unruhe. Noch gibt es nur begrenzte und lokal eingeschränkte Lockdowns. Sollten die Einschränkungen im öffentlichen Leben wieder zunehmen, um zu verhindern, dass das Coronavirus außer Kontrolle gerät, dann würde auch die Erholung der Ölnachfrage negativ beeinflusst werden.

Die US Ölbestandsdaten des API sind ohne Frage bullish und auch die aktuelle Entwicklung der Wirtschaft, Nachfrage und Angebotskürzungen begünstigen steigende Preise. Doch mit den steigenden Fallzahlen der Covid-19 Infektionen und dass neuerliche Lockdowns die Nachfrageerholung zurückwerfen könnten, bildet sich ein Spannungsfeld an den Ölbörsen, das für eine erhöhte Volatilität sorgen kann. Je nachdem können starke Preisreaktion in die eine oder andere Richtung folgen.

Die fundamentale Konstellation wir daher weiter neutral eingeschätzt. Für heute deuten sich weitere moderate Preissteigerungen bei den Preisen an. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral bis bullish 

30.06.2020 

Ölpreise nach Aufwärtsbewegungen anfällig für Korrektur 

Mit der Pleite von Chesapeak Energy ist klar, dass die Ölunternehmen in den USA noch nicht über den Berg sind. Aber die Ölproduktion von Unternehmen, die Insolvent werden, fallen nicht unbedingt weg.

Für Unsicherheit sorgt die Meldung zwar schon, aber die aktuelle Situation dürfte eher wieder für einen Anstieg der US Ölproduktion sorgen. Die Preise haben sich deutlich oberhalb der 30 Dollar stabilisiert, ein Niveau, ab dem Schieferölproduzenten einen Restart ihrer vorübergehend abgeschalteten Anlagen angekündigt hatten.

Momentan ist der Ölmarkt vor allem durch die aktuelle Risikoeinschätzung an den Finanzmärkten getrieben. Gute Wirtschaftsaussichten und Konjunkturdaten, wie gestern aus den USA und heute Morgen aus China, stützen die Preise. Doch die Angst vor einer zweiten Infektionswelle bleibt.

Der Markt wird damit etwas volatiler, wobei das Aufwärtspotenzial begrenzt scheint, so lange es keine neuen, klar bullishen Meldungen gibt. Die US Ölbestandsdaten des DOE zusammen mit den Zahlen zur Nachfrage und Ölproduktion könnten am Mittwoch einen richtungsweisenden Impuls setzen.

Heute Morgen wir die fundamentale Lage daher neutral eingeschätzt, während sich bei den Preisen Aufwärtspotenziale andeuten. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral bis bullish 

29.06.2020

Angst vor zweiter Welle belastet die Ölpreise zum Wochenstart 

Der Fokus der Trader liegt auch in dieser Woche weiter auf der Corona-Pandemie und deren erneuter Ausbreitung. Die aktuelle Entwicklung der Covid-19 Infektionszahlen deutet allerdings an, dass die Lage wieder ernster wird. Die Zahl der Neuinfektionen steigt schnell und könnte neue Einschränkungen notwendig machen. Vor allem Entwicklungs- und Schwellenländer könnte es hart treffen. Selbst wenn in Europa neue Lockdowns vermieden werden können, träfen Lockdowns auf anderen Kontinenten den globalen Ölbedarf.

Öl könnte seinen kurzfristigen Höhepunkt erreicht haben und die Preise dürften in den nächsten Wochen konsolidieren. Die Preise seien genug gestiegen, damit die US-Ölproduzenten ihre Förderung wieder hochfahren könnten. In der Tat ist diese Entwicklung weiter zu beobachten, da WTI deutlich über 30 Dollar notiert, ein Niveau, ab dem US-Unternehmen den Restart ihrer Anlagen angekündigt hatten.

Gäbe es die Kürzungen der OPEC+ Gruppe nicht, bzw. würden diese ihre Quoten nicht so konsequent einhalten, würden die Ölpreise vermutlich deutlich niedriger sein. Daher wird aus fundamentaler Sicht heute Morgen einen leicht bearishen Standpunkt eingenommen, sodass sich für das Inland Preisnachlässe ankündigen. 

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: neutral bis bearish 

26.06.2020

Rohölfutures starten im Bereich der GD7 

Der Handel an den Finanzmärkten im Allgemeinen und an den Ölbörsen im Speziellen ist derzeit stark stimmungsabhängig. Zur Wochenmitte kippte die Stimmung an den Ölmärkten wieder eher ins Negative, nachdem die Rohölbestände wie auch die Rohölproduktion in den USA in der vergangenen Woche zunahmen und zahlreiche US-Bundesstaaten weiterhin einen deutlichen Anstieg der Sars-CoV2-Neuinfektionen meldeten.

So sind auch positive Prognosen zur Entwicklung der Nachfrage immer noch mit Vorsicht zu genießen. Verkehrsdaten von TomTom nährten heute die Hoffnung, dass sich eine Erholung der Nachfrage nach Kraftstoffen abzeichnet. Sollten andere US-Bundesstaaten jedoch dem Beispiel von Texas folgen und die Lockerungsmaßnahmen aussetzen, würden sich diese Hoffnungen schnell zerschlagen.

Unterdessen bleibt abzuwarten, wie schnell die US-Ölproduktion wieder zulegen wird, denn ein Preis zwischen 36 und 41 Dollar pro Barrel WTI würde ausreichen, damit die Mehrzahl der Produzenten ihre Fördermengen wieder steigern. Ein deutlicher Anstieg der US-Produktion würde die Bemühungen der OPEC+ Länder konterkarieren, die weltweiten Bestände abzubauen und den Markt zu stabilisieren.

Heute Morgen notieren die Ölfutures im Bereich der Hochs von Donnerstag. Bei den Preisen deutet sich Aufwärtspotenziale zu gestern an. 

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: neutral 

25.06.2020

Ölfutures bleiben nach gestrigem Kursrutsch geschwächt 

Das vom DOE am Mittwoch gemeldete erneute Rekordhoch der Rohölbestände in den USA sowie der Anstieg der US-Rohölproduktion liess die Ölfutures am Mittwochabend sinken. Positive Signale gingen dagegen von den Daten zur Benzinnachfrage aus, wobei diese nicht zum Tragen kamen.

In einer Umfrage zeigten sich die meisten befragten Öl- und Gasunternehmen in Texas und Umgebung jedoch eher pessimistisch, was eine vollständige Erholung der weltweiten Ölnachfrage angeht und man geht davon aus, dass die weltweite Nachfrage erst im vierten Quartal 2021 wieder das Niveau erreichen wird.

Angebotsseitig werden die Marktteilnehmer nun die weiteren Entscheidungen der OPEC+ Länder sowie die US-Ölproduktion im Auge behalten. Auch die Bestandssituation in den USA wird weiterhin im Fokus stehen.

Stärkere Preissteigerungen werden außerdem weiterhin von der Angst vor einer zweiten Pandemie-Welle verhindert. Die Aussicht auf neue Zölle seitens der US-Regierung trüben ebenfalls die Stimmung der Marktakteure und somit bleibt die fundamentale Situation heute Morgen weiterhin eher bearish.

Die Futures verharren heute Morgen im Bereich der Tiefs von Mittwoch, weswegen sich bei den Preisen immer noch deutliche Abwärtspotenziale andeuten. 

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: bearish 

24.06.2020

Steigende Infektionszahlen in den USA – Technische Gewinnmitnahmen nach Verkaufsimpulsen 

Nachdem die OPEC+ Länder einen Modus gefunden haben, bei dem die bisherigen Abweichler ihre Überproduktionen in den kommenden Monaten kompensieren werden, ist klar, dass die Einhaltungsquote der Gruppe eher besser als schlechter wird. Auf Nachfrageseite machen aber die zunehmende Zahl der Neuinfektionen in den USA sorgen. Hier deutet sich bereits eine zweite Welle an und der Rekordwert von 39.072 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden könnte bald geknackt werden.

Die aktuellen Preisniveaus sind zwar noch nicht hoch genug, dass Investition in neue Förderanlagen getätigt werden, allerdings dürften die Produktionseinschränkungen, die die Unternehmen im April umsetzten, nun wieder rückgängig gemacht werden. Begünstigt wird dies auch durch die freiwerdenden Lagerkapazitäten in Cushing, Oklahoma, wo sich die Lage doch erheblich entspannt hat.

China, der größte Rohölimporteur soll im dritten Quartal weniger Rohöl importieren, nachdem das Land die niedrigen Preise des zweiten Quartals für Rekordimporte nutzte. Höhere Ölpreise schwächen die Nachfrage, während die Raffinerien eine zweite Welle des Virus fürchten.

Die bisher stützenden Faktoren dürften weitestgehend eingepreist sein, während die Angst vor einer Zweiten Infektionswelle sowie die vermutlich wieder zulegende US-Ölproduktion uns zu einer fundamental leicht bearishen Einschätzung bewegt. 

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: bearish 

23.06.2020

US-Regierung sorgt für Verwirrung im Handelsstreit mit China - Ölpreise bleiben fest 

Die Kommentare zum Handelsstreit zwischen USA und China hatten in der Nacht für Nervosität gesorgt. Sollten die Spannungen zwischen den Ländern wieder eskalieren, würde dies den Handel zwischen den Ländern und damit den Transport, die Wirtschaftsleistung und somit die Ölnachfrage negativ beeinflussen. Trader behalten diese Situation daher weiter im Auge, auch wenn sie in den letzten Wochen nicht unbedingt im Zentrum des Geschehen stand.

Experten gehen unterdessen davon aus, dass die US-Rohölbestände in der letzten Woche auf ein neues Rekordhoch geklettert sein dürften. Auf der Nachfrageseite sieht man sich immer noch einem Aufwärtstrend gegenüber. Der Ölverbrauch nimmt durch die Lockerung der Ausgangs- und Reisebeschränkungen zu, auch wenn er noch weit weg von den Niveaus von vor der Krise ist. Die neuerlich wieder stark steigende Anzahl der Neuinfektionen sorgt aber auch für Unruhe.

Die Nachfrage bietet weiterhin viel Unsicherheit, da es in einigen Regionen noch immer einen besorgniserregenden Anstieg der Covid-19-Fälle gibt. Das könnte das Verbrauchervertrauen untergraben

Die Futures an ICE und NYMEX haben sich nach dem kurzzeitigen Kursrutsch in den Morgenstunden wieder stabilisiert. Im Vergleich zum Vortag gibt es dabei keine wirklich großen Preisanpassungen. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral 

22.06.2020

Angst vor zweiter Welle bremst Preisanstieg aus 

Die Ölpreise an ICE und NYMEX konnten am Freitag zulegen und WTI testet die 40 Dollar-Marke. Ein Niveau, das bereits vor 2 Wochen erreicht wurde, bei dem es allerdings zu Gewinnmitnahmen kam. Entsprechend werden Marktteilnehmer auch dieses Mal dieses Niveau im Blick behalten und könnten zu Gewinnmitnahmen tendieren.

Stützend ist die gute Einhaltungsquote der OPEC+ Gruppe, die die starken Anfangskürzungen von Mai und Juni auch auf Juli verlängert haben. Hinzu kommt die positive Nachfrageentwicklung. Weil die Lockdowns weltweit gelockert werden steigt der Energie- bzw. Treibstoffbedarf an. Doch zuletzt zeigen die Zahlen der Neuinfektionen in den USA und auch in vielen Entwicklungsländern nach oben, weshalb die WHO vor einer zweiten Welle warnt.

Bei der Angebotsseite ist auch die US-Ölförderung im Auge zu behalten. Bei Preisen über 30 Dollar WTI hatten Schieferölproduzenten angekündigt ihre Ölförderung wieder hochzufahren. Freiwerdende Lagerkapazitäten in Verbindung mit einem Preisniveau nahe 40 Dollar schaffen hierzu die Möglichkeit.

In den Morgenstunden bleiben die Futures auf hohem Niveau, sodass sich in den Morgenstunden nur geringe Preisveränderungen andeuten. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral 

18.06.2020

Händler suchen Orientierung - JMMC-Meeting heute im Fokus 

Während der Monatsbericht der IEA die Ölbörsen am Dienstag noch leicht gestützt hatte, nahmen die Marktteilnehmer den Bericht der OPEC mit einem Schulterzucken hin.

Die Tatsache, dass die OPEC ihre Prognosen zum nicht-OPEC Produktionswachstum für 2020 nach oben korrigierte, hatte keine größere bearishe Wirkung auf die Ölbörsen, wohl nicht zuletzt auch, weil die Organisation betonte, dass man angesichts der gegebenen Unsicherheiten am Markt die Situation Monat für Monat neu bewerten müsse.

Während US-Präsident Trump am Mittwoch versicherte, es werde in den USA keinen zweiten Lockdown geben, wurden in China nach dem erneuten Virus-Ausbruch in Peking nicht nur Schulen geschlossen, sondern auch Flüge aus und in die Hauptstadt der Volksrepublik gestrichen.

Dies erinnerte die Marktteilnehmer daran, dass vor allem die gedämpfte Nachfrage nach Kerosin und Flugbenzin ein Faktor ist, der die Preise vermutlich noch eine ganze Weile belasten dürfte.

Nach den Monatsberichten von IEA und OPEC sowie den US-Bestandsdaten wird die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer am heutigen Donnerstag dem Treffen des JMMC gelten. Auch wenn das JMMC keine Entscheidungen hinsichtlich der Produktionsstrategie treffen kann, könnten Kommentare aus Kreisen des Gremiums den Ölbörsen doch neue Impulse geben.

Bei den Preisen deutet sich zu gestern geringfügiges Aufwärtspotenzial an. 

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: neutral 

17.06.2020

Futures in den Morgenstunden weicher – China und US-Ölbestände begünstigen Gewinnmitnahmen 

Laut IEA lag die Erfüllungsquote der OPEC+ Produktionskürzungen im Mai bei 89% und damit höher als es die Gruppe selbst angegeben hatte. Gleichzeitig geht man davon aus, dass die Ölnachfrage nicht so stark wie bisher angenommen gesunken ist, weshalb man die Prognose für die Ölnachfrage 2020 nach oben korrigierte, merkt aber auch an, dass die globale Ölnachfrage nicht vor 2023 wieder auf ihr altes Niveau zurückkehren wird.

Diese Prognosen gelten allerdings nur, sofern es zu keiner zweiten Infektionswelle mit dem Coronavirus kommt, die erneute Lockdowns nötig machen würde. In China nehmen die Sorgen nun zu, dass man sich in den letzten Wochen in einer falschen Sicherheit gewogen hat.

Auch in Europa und in den USA gibt es immer mehr Lockerungen, sodass man zumindest gewarnt ist. In den letzten zwei Wochen haben Ölhändler zwei große Fragezeichen eingepreist. Wie entwickelt sich das Angebot und wie die Angst vor der zweiten Welle der Pandemie.

Ein Grossteil der Rallye war auf eine starke Erholung aus China zurückzuführen, und wenn wir sehen, dass Teile des Landes in einen Lockdown gehen, wird dies für die Nachfrage nicht gut sein.

Die fundamentale Situation ist neutral und für heute muss man sich auf weitere Preissteigerungen einstellen. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral 

16.06.2020

Futures nach späten Kursanstieg fester – Fed modifiziert Anleihenkäufe 

Die Länder der OPEC+ Gruppe scheinen weiterhin große Anstrengungen zu unternehmen, damit man die vereinbarten Kürzungen einhält. Unterdessen steigt die Ölnachfrage weiter an, nachdem die Lockdowns weltweit immer weiter aufgeweicht werden und auch erste Flugverbindungen wiederaufgenommen werden.

Diese bullishe Kombination ist von den Marktteilnehmern schwer zu ignorieren, hebt die Stimmung und stützt die Preise an ICE und NYMEX. Chinas Raffinerien haben im Mai zudem mehr Rohöl verarbeitet, damit man den gesteigerten Treibstoffbedarf nach dem Ende der Lockdowns bedienen kann. Allerdings gibt es gerade in China auch wieder neuen Grund zur Sorge, denn in Peking bilden sich neue Hotspots mit Corona-Neuinfektionen. Nach fast 2 Monaten ohne neue Ansteckungen wurden über die vergangenen 4 Tage 79 Neuinfektionen gemeldet.

Auch andere Experten sehen einen erneuten Ausbruch des Virus als größte Gefahr für die Ölpreise. Abgesehen davon sei die fundamentale Marktlage in den letzten drei Monaten nicht mehr so stark gewesen wie aktuell, sodass festere Preise begünstigt würden, so deren Gesamteinschätzung.

Die fundamentale Konstellation ist heute Morgen leicht bullish, da die jüngsten Meldungen tendenziell stützend ausfielen, sodass sich bei den Preisen weitere deutliche Preissteigerungen andeuten. 

Fundamental: neutral bis bullish                     Chartanalyse: neutral bis bullish 

15.06.2020

Weicher Start zum Wochenauftakt – Überhitzte Rallye bietet Chance für Gewinnmitnahmen 

In der vergangenen Woche haben viele Analysten davor gewarnt, dass der Preisanstieg der letzten Wochen zu stark gewesen sei und die fundamentale Lage dies nicht rechtfertigte. Die Rekordkürzungen der OPEC+ Gruppe, die nun noch einmal verlängert wurden, sah man als Anlass für eine gewisse Euphorie an den Ölbörsen.

Die schlechten Margen bei Gasoil beispielsweise zeigen aber noch immer die Probleme vor denen der Markt steht. Die Rallye basiert vor allem auf der Erwartung einer günstigen Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte.

Zudem breiten sich momentan Sorgen einer zweiten Infektionswelle aus, nachdem viele Länder Lockerungen von ihren Ausgangsbeschränkungen vorgenommen haben. Die Besorgnis über den jüngsten Anstieg der Covid-19-Infektionen in den USA und eine mögliche zweite Welle belastet derzeit die Ölpreise.

Die Angebotskürzungen der OPEC+ und anderer Länder waren aggressiv, aber während man sich auf die 40 Dollar Brent zubewegt, beginnt das Angebot in der US-Schieferölindustrie möglicherweise wieder zu steigen.

Die Futures präsentieren sich in den Morgenstunden weicher und geben einen Teil des Anstiegs vom Freitag wieder ab. Damit deutet sich auch bei den Inlandspreisen eine weiche Tendenz an. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral bis bearish

12.06.2020

Technische Verkäufe und Sorgen vor zweiter Covid19-Welle in USA 

Zur Wochenmitte konnten die Ölfutures noch Gewinne verbuchen, nachdem das DOE für die Gesamtnachfrage nach Produkten in den USA einen Anstieg gemeldet hatte. Diese Gewinne wurden am Donnerstag jedoch schnell wieder ausgepreist.

Zudem versetzte auch der konjunkturelle Ausblick für die USA, den die Fed am Mittwochabend gab, dem Aufwärtspotenzial der Olpreise einen Dämpfer. Die restriktiven Maßnahmen zur Eindämmung von Covid19 haben vor allem auch dem US-Arbeitsmarkt deutlich zugesetzt, was die wöchentlichen Zahlen von gestern erneut bestätigen.

Dabei ist die Sorge um eine zweite Covid19-Welle noch lange nicht vom Tisch. In zahlreichen US-Bundesstaaten nahm die Anzahl der Infizierten zuletzt wieder deutlich zu und auch wenn Aussagen des US-Finanzministers nicht auf einen zweiten Lockdown hindeuten, könnten einzelne Bundesstaaten möglicherweise doch wieder zu strikteren Maßnahmen greifen, was die Wirtschaft und die Ölnachfrage in Mitleidenschaft ziehen könnte.

Die Marktteilnehmer warten nun auf die Monatsberichte der IEA und der OPEC. Die EIA veröffentlichte ihren Bericht schon am Dienstag allerdings ohne grossen Einfluss auf die Preisentwicklung.

Heute Morgen notieren die Ölfutures weiter im Bereich der Tiefs. Bei den Preisen deutet sich daher weiterhin Abwärtspotenzial zu gestern an. 

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: bearish 

11.06.2020

Ölpreise geben am Morgen nach – Analysten sehen Potenzial für Gewinnmitnahmen 

Der Anstieg der Ölpreise gestern Abend wird von einigen Marktteilnehmern als überraschend angesehen, denn schließlich kletterten die landesweiten US-Rohölbestände auf ein neues absolutes Rekordhoch.

Während des Preiskampfes mit Russland hatten die Saudis eine große Anzahl an Rohöltankern in Richtung USA verkauft, die allmählich alle eintreffen. Steigende Bestände in einer Marktlage, in der die Ölvorräte weiter auf sehr hohem Niveau liegen, ist eigentlich ein klar bearishes Zeichen. Spekulativ orientierte Marktteilnehmer konzentrierten sich zuletzt auf das Ende der Lockdowns, sodass der Anstieg von risikoreichen Anlageklassen, wie beispielsweise Aktien, auch auf die Entwicklung der Ölpreise übertrug.

Die Ölpreise befinden sich also in einem Spannungsfeld. Auf der einen Seite wird der Markt als überkauft bzw. überhitzten angesehen, da die Ölbestände noch immer auf einem sehr hohen Niveau liegen und es lange dauern wird, bis sich die Situation wieder reguliert. Auf der anderen Seite ist der Markt mit den aktuellen Kürzungen der OPEC+ Gruppe und Produktionsausfällen in anderen Ländern in den kommenden Monaten wohl unterversorgt.

Heute werden sich bei den Preisen momentan keine größeren Veränderungen zum Vortag andeuten. 

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: bearish 

10.06.2020

Technischer Verkaufsdruck und bearishe API Bestandsdaten 

An den Börsen wurde mit der Rallye über die letzten Wochen viel vom bullishen Potenzial der Kürzungen rund um die OPEC+ Entscheidung eingepreist. Allmählich versiegen allerdings die bullishen Nachrichten, mit denen die Notierungen auf immer neue Hochs getrieben werden können. Bleiben diese aus, dann werden Gewinnmitnahmen wahrscheinlicher, und der Markt vermutlich anfällig für Abwärtstests bleibt.

Auch Experten rechnen eher mit der Notwendigkeit einer Korrektur, da stark gestiegenen Rohölpreise schwierig für die Raffinerien seien, ein signifikanter Bestandsüberhang vorhanden ist und die Unsicherheit, wie sich Angebot und Nachfrage entwickeln werden, hoch bleibe. Unterdessen sorgen die höheren Ölpreise, die am Montag bei WTI ein 3-Monatshoch markierten, für einen Restart der Ölproduktion in den USA.

Trader warten nun auf die US Bestandsdaten des DOE am Nachmittag. Sollten die massiven Rohöl-Aufbauten bestätigt werden, so dürfte dies vermutlich Gewinnmitnahmen auslösen. Was die Nachfrage anbelange, so normalisiere sich der Markt, doch er werde nicht dahin zurückkehren wo er einmal war.

Bei Gasoil bleibt nach dem späten Anstieg von gestern allerdings ein Kursplus bestehen, was bei den Preisen nun ebenfalls für eine aktuell noch feste Tendenz sorgt. 

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: neutral bis bearish 

09.06.2020

Gewinnmitnahmen nach OPEC+ Entscheidung – Libyen fährt Ölproduktion an 

Die Entscheidung rund um die Verlängerung der OPEC+ Kürzungsquote aus Mai und Juni hatte die Ölmärkte in den letzten Tagen dominiert. Saudi-Arabien, Kuwait und die Vereinten Arabischen Emirate (VAE) werden ihre zusätzlichen Kürzungen von insgesamt 1,18 Mio. B/T im Juni nicht weiter fortführen und ihre Produktion erhöhen. Auch wenn die Produktionskürzungen der OPEC+ die Preise kurzfristig stützen würden, verschlimmern diese das Bild, dass sich in den letzten sechs Wochen entwickelt habe. "Die Rohölpreise erholen sich schneller und stärker als die Produktpreise.

Unterdessen nimmt die Ölproduktion im Golf von Mexiko wieder zu, nachdem der Tropensturm Cristobal ohne größere Schäden über die Anlagen hinweggezogen ist. Auch die US-Schieferölunternehmen werden ihre Förderung steigern, nachdem die aktuellen Preise für WTI nun seit mehr als 3 Wochen über der 30 Dollar-Marke liegen - einem Niveau, ab dem es sich rentiert die stillgelegten Produktionskapazitäten wieder zu aktivieren.

Nach den Kursverlusten von gestern Nachmittag können sich die Ölpreise an ICE und NYMEX von den Tiefs leicht lösen. So deuten sich bei den erwarteten Preisen aktuell Abwärtspotenzial zu gestern an. 

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: neutral bis bearish 

08.06.2020

OPEC+ Deal steht – Preissteigerungen zum Wochenauftakt 

Die US Ölproduktion ist durch den Tropensturm Cristobal nur kurzzeitig gestört. Ausfälle sollten im Nachgang wieder aufgeholt werden können und Schäden an den Anlagen sowie an den Raffinerien dürften ausbleiben.

Der OPEC+ Deal, die Förderkürzung um einen Monat zu verlängern, kommt nicht überraschend. Der Deal wurde im Grunde so erwartet und mit den Preissteigerungen der letzten Woche auch eingepreist.

Die hohen Preise machen aber auch Gewinnmitnahmen aus spekulativen Long-Positionen attraktiv. In der vergangenen Woche, insbesondere auch am Freitag, hatten Trader auf einen Deal und eine damit verbundene Preissteigerung gesetzt. Die hohen Preisniveaus machen die Ölförderung in den US Schieferölgebieten wieder attraktiv, sodass mit Produktionssteigerungen zu rechnen ist. Der Markt befindet sich daher in einem Spannungsfeld aus weiter bullishen Meldungen und potenziellen Gewinnmitnahmen, sollte der Aufwärtstrend keine neuen Hochs generieren.

Es gibt zwar auch bearishe Meldungen aus Libyen, doch unterm Strich dürfte noch immer die bullishe Wirkung der Verlängerung des OPEC+ Deals überwiegen. Mit den Preissteigerungen zeichnen sich bei den Preisen erneut kräftige Preissteigerungen ab. 

Fundamental: neutral bis bullish                     Chartanalyse: neutral bis bullish 

05.06.2020

Neue Spekulationen über Sitzungstermin der OPEC+ stützen Ölpreise 

Meldungen um den Termin für die nächste OPEC+ Sitzung haben den Ölbörsen am Donnerstagabend etwas Rückenwind gegeben. Die Aussicht auf eine früher geplante Konferenz der Produzenten wird von den Marktteilnehmern als Indiz dafür gesehen, dass es tatsächlich eine Verlängerung der aktuellen Kürzungen über Juni hinaus geben könnte.

Die Frage bleibt jedoch wie stark die OPEC+ ihre Förderung drosseln kann, ohne der US-Schieferölproduktion durch die aus den Kürzungen resultierenden höhere Ölpreise wieder einen Schub zu geben. Erste US-Produzenten haben diese Woche angekündigt, die Förderung wieder hochzufahren.

Die US-Ölproduktion im Golf von Mexiko könnte auf kurze Sicht dagegen durch den Sturm Cristobal beeinträchtigt werden, der die dortigen Ölanlagen zum Wochenende treffen könnte. Bislang scheinen die Betreiber allerdings noch keine Maßnahmen getroffen zu haben.

Die Marktteilnehmer werden die Entwicklung diesbezüglich im Auge behalten. Bei den Inlandspreisen deutet sich nach dem Anstieg der Ölpreise von Donnerstagabend heute im Vergleich zu gestern Nachmittag leichtes Aufwärtspotenzial an. 

Fundamental: neutral bis bullish                     Chartanalyse: neutral 

04.06.2020

WTI trotz Abbauten bei US-Rohölbeständen weicher 

Die Bestandsdaten, die das DOE am Mittwoch für die vergangene Woche veröffentlichte, machen deutlich, dass die weitere Entwicklung am Markt noch alles andere als vorhersehbar ist.

Der starke Bestandsrückgang bei Rohöl sowie die rückläufige US-Ölproduktion hätte eigentlich Optimismus dahingehend wecken können, dass sich die Überversorgung am US-Markt langsam zurückbildet.

Zu diesen Faktoren kommt nun weitere Unsicherheit, was die Produktionskürzungen der OPEC+ Länder angeht. Auch wenn sich Saudi-Arabien und Russland Mitte der Woche darauf geeinigt haben, die Produktionskürzungen vom Umfang her im Juli beizubehalten: Die Bedingung, an die diese Einigung geknüpft ist, dämpft den bullishen Effekt, der wohl eigentlich davon ausgegangen wäre.

In den nächsten Tagen werden die Marktteilnehmer auch ein Auge auf die Entwicklung des Tropensturms Cristobal halten, der im Laufe der Woche die Ölanlagen im Golf von Mexiko erreichen könnte. Bei den Inlandspreisen deuten sich heute Abwärtspotenzial an, nachdem ICE Gasoil nur geringfügig oberhalb der Tiefs von Mittwochabend notiert. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral bis bearish 

03.06.2020

Brent knackt 40 Dollar – Gesunkene Rohölbestände und Kürzung der OPEC+ Gruppe 

Die globale Ölnachfrage erholt sich von ihrem Tiefpunkt, der vermutlich im April erreicht wurde. Die Lockerungen gehen weiter und so steigt auch der Verbrauch von Öl an. Die Unsicherheit was die Entwicklung der Nachfrage anbelangt ist allerdings noch groß. Kommt es allerdings zu einer zweiten Infektionswelle des Coronavirus, dann würde sich dieser Ausblick vermutlich drastisch ändern. Auf der Angebotsseite macht die OPEC+ Gemeinschaft bisher einen überraschend guten Job. Die Kürzungen werden weitestgehend eingehalten und haben die massive Überversorgung deutlich reduziert.

Doch der schnelle und deutliche Preisanstieg ist auch gefährlich. Der Fokus in dieser Woche liegt nun vor allem auf das vorgezogene OPEC+ Meeting, dass am Donnerstag per Videokonferenz stattfinden soll.

Zusätzlich wird auch der Sturm im Golf von Mexiko im Laufe der Woche eine gewichtigere Rolle spielen. Unterm Strich nehmen wir aus fundamentaler Sicht daher einen leicht bullishen Standpunkt ein. Bei den Inlandspreisen deuten sich unterdessen weitere Preissteigerungen zum Vortag an. 

Fundamental: neutral bis bullish                     Chartanalyse: neutral bis bullish 

02.06.2020 

Tropensturm, OPEC+ Meeting, Handelsstreit – Turbulente Woche steht bevor 

Die zentralen Fragen am Ölmarkt sind weiterhin: wie schnell erholt sich die Ölnachfrage und wie stark bleibt das Angebot gekürzt? Entsprechend wird die anstehende Entscheidung der OPEC+ Gruppe, die bereits diese Woche fallen könnte, eine wichtige Rolle bei der Bewertung der Ölpreise und deren weitere Entwicklung spielen.

Der Tropensturm im Süden des Golf von Mexiko hat bislang keinen nachhaltigen Einfluss auf die Preisentwicklung. Dazu muss der Verlauf der Formation erst noch abgewartet werden. Sollte es zu Sicherheitsabschaltungen von Ölförderanlagen und/oder Raffinerien kommen, würde dies die Preise sicherlich vorübergehend stützen.

Unterm Strich ist die fundamentale Konstellation weiter schwer einzuschätzen und kann sowohl durch bullishe oder bearishe Meldungen beeinflusst werden. Wichtigster Faktor diese Woche könnte das OPEC+ Meeting sein, sollte es denn vorgezogen werden. Unterm Strich bleiben wir daher bei einer fundamental neutralen Einschätzung, während die Preise an den Ölbörsen in den Morgenstunden leicht anziehen und damit Preissteigerungen für das Inland ankündigen. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral bis bullish 

29.05.2020

Händler blicken auf Trump-Konferenz zu Hongkong 

Entgegen den Erwartungen der Analysten nahmen die landesweiten Rohölvorräte der USA in der vergangenen Woche deutlich zu. Dies war nicht zuletzt auch dem massiven Anstieg der Rohölimporte geschuldet.

Analysten zufolge werden die Rohölimporte der USA in den kommenden Wochen noch zunehmen.

Wie nachhaltig dieses Nachfragewachstum ist, dürfte jedoch der DOE-Bestandsbericht der nächsten Woche zeigen, da dieser die Zahlen zur Nachfrage am Memorial Day Wochenende beinhaltet, das Wochenende mit dem inoffiziell die US-Fahrsaison beginnt.

Vor dem Wochenende liegt der Fokus erst einmal auf der für heute angekündigten Pressekonferenz des US-Präsidenten zum Thema Hongkong. Gibt dieser Sanktionen gegen China bekannt wird dies den Ölfutures einen Dämpfer versetzen, da sich damit die Spannungen zwischen den beiden Ländern weiter verschärfen werden.

An den Ölbörsen notieren die Kontrakte derzeit kaum verändert zu den gestrigen Settlement Preisen. Aufgrund des festeren EUR/USD deuten sich bei den Inlandspreisen am Vormittag noch leichte Nachlässe im Vergleich zu gestern an. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral bis bearish 

28.05.2020

Ölfutures nach bearishen API-Daten weicher 

Die bearishen Bestandsdaten des API haben bei den Marktteilnehmern die Sorgen hinsichtlich des Überangebotes am Ölmarkt wieder verstärkt.

Auch der bearishe Einfluss der Bestandsveränderungen bei Benzin ist nicht zu verachten. Eigentlich sollte die Nachfrage nach dem Kraftstoff um diese Zeit in den USA zulegen und letztlich zu Abbauten bei den Benzinvorräten führen. Die Unsicherheit hinsichtlich der Covid19-Pandemie und restriktive Maßnahmen zu deren Eindämmung scheinen den amerikanischen Bürgern jedoch die Reiselust zu verhageln. Derweil treibt die Marktteilnehmer außerdem die Entwicklung der Beziehung zwischen den USA und China um.

Die Aussicht auf eine weiterhin enge Zusammenarbeit Russlands und Saudi-Arabiens im Rahmen des OPEC+ Abkommens wird in seiner bullishen Wirkung heute durch die bearishen API-Daten sowie die Sorge um die Beziehungen zwischen den USA und China aufgewogen. An den Ölbörsen notieren die Kontrakte derzeit knapp unterhalb der Tiefs von gestern, weswegen sich auch bei den Inlandspreisen für den Vormittag erneut deutliche Nachlässe abzeichnen. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: bearish 

27.05.2020

Russland bei Produktionskürzungen zurückhaltend – Gewinnmitnahmen auf hohem Niveau 

Die Nachfrage befindet sich im Aufwärtstrend und erholt sich zum Teil schneller als erwartet.

Mit der Aussicht, dass sich der Markt schneller als erwartet erholen könnte, dürfte Russland einer Verlängerung der aktuellen Kürzung über Juni hinaus wohl nicht zustimmen. Das Land ist bei Kürzungen in der Regel immer zurückhaltend, sodass es beim Meeting Anfang Juni nicht zu einer Abweichung vom bisherigen Kürzungsplan kommen sollte.

Bei den US Ölbestandsdaten, die wegen des US-Feiertages vom Montag in dieser Woche einen Tag später als üblich veröffentlicht werden, rechnen Marktteilnehmer mit Rohölabbauten.

Die fundamental bullishen Aspekte der Nachfrageentwicklung scheinen mittlerweile weitestgehend eingepreist zu sein. Mit dem Blick auf die Unsicherheiten rund um die OPEC+ Entscheidung, den Bestandsdaten sowie der Situation in Libyen, schätzen wir die fundamentale Konstellation nun erst einmal wieder neutral ein. Da Gasoil unter den Niveaus von gestern Mittag notiert, deuten sich auch bei den Inlandspreisen für den Vormittag Nachlässe an. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral 

26.05.2020

Ölnachfrage nimmt zu - Markt im Juli im Gleichgewicht? 

Überall setzt die Politik Lockerungen von den strickten Lockdown-Maßnahmen um. Selbst in Ländern wie Indien, in denen die Zahl der Neuinfektionen noch täglich ansteigt, werden die Ausgangsbeschränkungen nach und nach aufgehoben. Das führt zu einem erhöhten Bedarf an Treibstoffen wie Diesel und Benzin – Meldungen, auf die Marktteilnehmer schon seit dem Einbruch des Ölbedarfs gewartet hatten. Trader reagieren somit sensibel auf bullishe Meldungen, sodass der Markt für derartige Entwicklungen sehr empfänglich geworden ist.

Zusammen mit den umfangreichen Kürzungen der OPEC+ Gruppe und dem massiven Produktionseinbruch in der US-Schieferölbranche eine Konstellation, in der die Marktteilnehmer eher nach oben schielen.

Mit höheren Preisen werden einige Produzenten ihre Förderung wieder steigern, sodass irgendwann Gewinnmitnahmen attraktiv werden und sich ein Plateau bilden kann.

Die Futures an ICE und NYMEX legen in den Morgenstunden zu. Die Vortageshochs wurden überschritten und so deuten sich auch für das Inland weitere deutliche Preissteigerungen an. 

Fundamental: neutral bis bullish                     Chartanalyse: neutral bis bullish 

25.05.2020

Preisrallye ausgebremst – Futures bleiben auf hohem Niveau 

Nachdem der Ausbruch des Coronavirus mit den anschließenden globalen Lockdowns die Ölnachfrage massiv gesenkt hat, kann sich diese nun langsam erholen. Es gibt überall Hinweise, dass der Bedarf wieder zunimmt, was mit den Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen in Asien, Europa und Nordamerika aber auch wenig verwunderlich ist.

Das momentane Gleichgewicht bleibt daher fragil und lebt vom Optimismus der Marktteilnehmer. Dieser wiederum ist von einer positiven Berichterstattung zur Nachfrageentwicklung von den umfangreichen Produktionskürzungen abhängig. Dreht sich hier der Trend, dann dürften Trader schnell zu Gewinnmitnahmen aus Long-Positionen tendieren und es kann zu einer deutlichen Korrektur kommen.

Die fundamentale Konstellation schätzen wir heute Morgen wieder neutral bis leicht bullish ein. Das Handelsinteresse wird mit dem US Feiertag "Memorial Day" geringer als üblich sein. Da die Futures in den Morgenstunden relativ fest bleiben und über den Niveaus von Freitagnachmittag handeln, deuten sich für das Inland momentan deutliche Preissteigerungen ab. 

Fundamental: neutral bis bullish                     Chartanalyse: neutral bis bearish 

20.05.2020

Markt hat das Schlimmste hinter sich – Powell warnt vor langsamer Erholung 

WTI hat seinen Frontmonatswechsel diesmal ohne die Kapriolen von letztem Monat hinter sich gebracht. Eine große Menge nicht benötigten Öls wurde durch die Produktionskürzungen der OPEC+ und anderer Länder vom Markt genommen. Selbst in den USA sinkt die Ölförderung in Rekordgeschwindigkeit.

Die OPEC rechnet hier allerdings immer etwas anders und vergleicht die eigenen Produktionszahlen gerne mit Oktober 2016, der Bemessungsgrundlage für die OPEC+ Quoten.

Der Trend bei der Nachfrage zeigt mit den Lockerungen der Lockdowns in Asien, Europa und den USA jedoch nach oben.Der Markt befindet sich daher noch in einem Spannungsfeld, bei dem Trader auf eine baldige Unterversorgung setzen (bullish), während es aktuell noch eine akute Überversorgung gibt, die die globalen Ölbestände weiter steigen lässt (bearish).Gasoil kann sich mit den anderen Futures im morgendlichen Handel zwar leicht nach oben orientieren, bleibt aber noch unter den Niveaus von gestern Nachmittag. Bei den Inlandspreisen deuten sich daher vorsichtige Preisnachlässe an. 

Fundamental: neutral                Chartanalyse: neutral 

19.05.2020

Gewinnmitnahmen folgen auf Monatshochs – Rallye könnte überhitzt sein 

Der Markt reagiert momentan sehr sensibel auf bullishe Nachrichten – ein Nebeneffekt der tendenziell bullishen Stimmung unter den Teilnehmern. Positive Meldungen zur Entwicklung von Impfstoffen wird nicht nur an den Ölbörsen dankend als Kaufgrund aufgegriffen. Zurzeit dreht sich viel um Lockerungen von Ausgangsbeschränkungen und positiven Entwicklungen bei der Corona-Pandemie. Das führt zu einer höheren Geschäftstätigkeit, die die Aktienmärkte stützt, aber auch zu einem gesteigerten Bedarf an Treibstoffen führt.

Das zeigt, wie schnell sich die Nachfrage erholen kann, was an den Ölbörsen entsprechend bullish gesehen wird. Und ab Juni wollen die Saudis, Kuwait und die Vereinten Arabischen Emirate (VAE) bekanntlich noch weitere Mengen vom Markt nehmen. In den USA ist die Ölproduktion sehr schnell sehr umfangreich gesunken, was zu einer Entlastung der US Lagerbestände geführt hat. Doch man darf nicht Außerachtlassen, dass der Markt auch im Mai und Juni noch überversorgt erwartet wird. Die Rallye basiert daher mehr auf der Erwartung einer Normalisierung in der Zeit danach.

Es besteht daher durchaus ein Risiko, dass die Preisrallye überhitzt. Marktteilnehmer preisen bereits ein, dass die Volkswirtschaften schnell wieder auf Kurs sind. Für Heute deuten sich Preissteigerungen an. 

Fundamental: neutral bis bullish                     Chartanalyse: neutral 

18.05.2020

WTI markiert 2-Monatshoch – US Unternehmen fahren Ölproduktion wieder an 

An den Ölbörsen setzt sich mehr und mehr die positive Stimmung durch, nachdem die IEA bei ihrem Monatsreport in der vergangenen Woche die bisherigen Nachfrageprognosen erheblich korrigiert hatte. Auch die US Ölbestände steigen nicht mehr länger, was die Preise an den Börsen stabilisiert.

Die OPEC+ Gruppe scheint es mit ihren Kürzungen wirklich sehr ernst zu nehmen, sodass der Markt insgesamt in einem besseren Zustand als man es noch vor einem Monat befürchtet hatte.

Das positive Momentum scheint daher erst einmal weiter Bestand zu haben, weshalb wir die fundamentale Konstellation weiter neutral bis bullish einstufen. Nach dem frühen Preisanstieg in den Morgenstunden ist die US Rohölsorte WTI auf den höchsten Stand seit 2 Monaten geklettert und auch die Futures an der ICE sind mitgezogen. Die Vorgaben an den Ölbörsen bleiben somit fest, sodass sich für das Inland ebenfalls erhebliche Aufwärtspotenziale andeuten. 

Fundamental: neutral bis bullish                     Chartanalyse: neutral bis bulish 

15.05.2020

Preise ziehen deutlich an – IEA mit optimistischerer Einschätzung 

Mit den Lockerungen der Lockdowns zeigen sich deutliche Anzeichen der Erholung bei der globalen Ölnachfrage. In Europa und den USA wird die Raffinerienachfrage langsam wieder steigen, da durch die Öffnung der Wirtschaft wieder mehr Treibstoffe benötigt werden. Hier spielt auch der private Individualverkehr eine entscheidende Rolle.

Das wird die Nachfrage nach Benzin und Destillaten als erstes Fördern, während die Nachfrage nach Kerosin noch länger gering bleiben wird. Der gesteigerte Bedarf nach Treibstoffen zeigte sich gestern auch bei der Preisentwicklung an den Ölbörsen, wo insbesondere die Produkt-Futures stark zulegten und den Kursanstieg an ICE und NYMEX antrieben.

Nach dem IEA Report und den DOE Daten ist die fundamentale Stimmung für uns zunächst noch leicht bullish. Die Ölpreise an ICE und NYMEX ziehen in den Morgenstunden an, überschreiten die Vortageshochs und deuten so auch für das Inland weitere deutliche Preissteigerungen zum Vortag an. 

Fundamental: neutral bis bullish                     Chartanalyse: neutral bis bulish 

14.05.2020

Markt ignoriert bullishe US Ölbestände – Warten auf IEA Einschätzung 

Nachdem der EIA Monatsreport von Dienstagabend bereits bearish ausfiel, zeigte der Bericht der OPEC gestern ein ähnliches Bild und man sieht die Ölnachfrage schwächer als noch im letzten Monat. Da die Nachfrage aber stärker als das Angebot korrigiert wurde, wird das Überangebot für 2020 unterm Strich stärker als eingestuft. Trader beeindruckte dies aber wohl kaum, denn diese haben sich bereits auf schlechte Nachrichten zur Nachfrage eingestellt. Nun steht noch der Report der IEA an.

Man geht davon aus, dass es wohl noch mehr als ein Jahr dauern werde, bis sich die Ölnachfrage wieder auf das Niveau erhole, dass es vor der Corona-Zeit hatte. Die Ölpreise haben sich mittlerweile wieder leicht erholt, steigen diese aber wieder auf über 40 Dollar, könnte dies die Schieferölproduktion wiederbeleben.

Der Fokus der Marktteilnehmer liegt nun auf der Geschwindigkeit der Erholung der Ölnachfrage, die wiederum sehr eng mit den Lockerungen der Lockdown-Maßnahmen verbunden ist. Die größte Gefahr für den Markt ist eine zu frühe Lockerung und eine zweite Infektionswelle, die insbesondere in den USA droht.

Für heute deuten sich damit leichte Preissteigerungen zum Vortag an. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral bis bearish

13.05.2020

OPEC+ bespricht neue Kürzungen – Überversorgung bei 10,1 Mio. B/T 

Die EIA hatte gestern Abend ihren aktuellen Monatsbericht veröffentlicht und dabei einige Korrekturen zum Vormonat vorgenommen. Die Ölnachfrage 2020 wurde noch einmal deutlich nach unten korrigiert, mit den Kürzungen der OPEC+ Gruppe und auch den Kürzungen anderer Länder, fiel die Korrektur bei der Produktion noch umfangreicher aus.

Die Preisprognosen wurden überwiegend angehoben, sodass man mit einer schnelleren Erholung des Marktes rechnet.

In den USA hat der "Corona-Berater" des Weißen Hauses, Anthony Fauci, sehr deutlich vor einer zu frühen Öffnung der Wirtschaft gewarnt und damit den Kurs des Präsidenten kritisiert. Eine zweite Welle ist generell die größte Sorge des Marktes, was die Preise momentan auch weiter dämpft.

Der Markt befindet sich daher momentan wohl in einem sensiblen Gleichgewicht, das von der Hoffnung eines Nachfrageanstiegs getragen wird. Da Gasaoil weiter auf niedrigem Niveau und damit deutlich unter Vortag bleibt, deuten sich bei den Inlandspreisen aktuell starke Preisnachlässe im Vergleich zu gestern an. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral bis bearish 

12.05.2020

Zusätzliche Kürzung der OPEC verpufft – US Produzenten steigern Förderung 

Während sich die Ölnachfrage im Vergleich zum Vormonat zu verbessern scheint, kürzen die OPEC Länder Saudi-Arabien, Kuwait und die Vereinten Arabischen Emirate (VAE) ihre Produktion zusätzlich.

Die zusätzlichen, freiwilligen Kürzungen der drei OPEC Länder sollen erst im Juni greifen und bis diese den physischen Markt erreichen, wird noch ein weiterer Monat vergehen.

Der Alleingang mit Kuwait und VAE ist zwar ein Signal, doch statt Entschlossenheit könnte es auch Hilflosigkeit sein, weil man merkt, dass man nicht die geplanten Mengen am Markt absetzen kann und die Lagerkapazitäten ausgehen. Nun warten Marktteilnehmer auf die Monatsreports, von denen der EIA heute Abend den Anfang machen wird.

Die Ölnachfrage scheint das Schlimmste hinter sich zu haben, doch die Gefahr einer zweiten Infektionswelle mit erneuten Verschärfungen der Lockdowns droht. Die Ölpreise geben heute Morgen zunächst nach, bleiben dabei allerdings noch oberhalb der gestrigen Tiefs. Für die Inlandspreise deuten sich damit Nachlässe für den Vormittag an. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral 

11.05.2020

Chinas Raffinerien laufen wieder – Ölbestände nehmen ab 

Der Markt habe damit begonnen die Überversorgung auszubalancieren, fasst Analyst Phil Flynn, von Price Futures, die aktuelle Stimmung an den Ölbörsen zusammen. Die Anhebung der Verkaufspreise für Juni durch die Saudi Aramco sei ein Zeichen, dass man überzeugt sei für das Öl auch wieder Käufer zu finden.

Und andere Länder ziehen bereits nach. Die Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen sind in den Innenstädten und beim Verkehr bereits spürbar, während die Rohölförderung weiter heruntergeschraubt wird.Der Trend stützt die Ölbörsen, während die niedrigen Preise für Short-Coverings gesorgt und Spekulanten, die wieder aufsteigende Preise setzen, angelockt haben.

Für eine bessere Markteinschätzung warten die Trader in dieser Woche, neben den US Ölbestandsdaten, auch auf die neuen Monatsreports von EIA, OPEC und IEA, die ab morgen Abend bekanntgegeben werden. In den Morgenstunden bleiben die Öl-Futures an ICE und NYMEX nahe den späten Hochs vom Freitag. Für das Inland deuten sich für den Vormittag somit erneut deutliche Preissteigerungen an. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral bis bullish 

08.05.2020

Genscape meldet Bestandsrückgang in Cushing 

Die Meldung, dass das staatliche Ölunternehmen Saudi Aramco die Verkaufspreise für Juni-Lieferungen seines Rohöls angehoben haben soll, stützte die Ölbörsen gestern.

Die höheren Preise für den asiatischen Raum lassen vermuten, dass Saudi-Arabien davon ausgeht, dass es sein Öl am Markt einfacher loswird.

Was das Angebot angeht, haben die Marktteilnehmer weiterhin die Produktionskürzungen der OPEC+ sowie die Bestandsentwicklung im Blick. Am gestrigen Donnerstag meldete der Informationsdienstleister Genscape nun Händlern zufolge auch noch einen Rückgang der Vorräte im US-Zentrallager in Cushing, dem Erfüllungsort für die WTI-Kontrakte. Dies macht Hoffnung, dass die Kapazitätsgrenze des Lagers doch nicht erreicht wird und sich das Ereignis von Negativpreisen – wie Ende April – nicht wiederholt.

Die Notierungen an ICE und NYMEX kommen von den gestern Abend markierten Tiefs heute Morgen leicht zurück. Der EUR/USD hat sich im Verlauf des gestrigen Abends deutlich erholt und die Hochs von Donnerstag bereits übertroffen, weswegen sich bei den Inlandspreisen noch leichtes Abwärtspotenzial andeutet. 

Fundamental: neutral bis bullish                     Chartanalyse: neutral 

07.05.2020

WTI bleibt vorerst im Aufwärtstrend 

Der leichte Rückgang der Gesamtnachfrage nach Produkten in den USA, den das DOE am gestrigen Mittwoch für die vergangene Woche gemeldet hatte, versetzte die Hoffnungen der Marktteilnehmer auf eine schnelle Erholung der Nachfrage wieder einen Dämpfer.

Aufgrund ihrer Erwartung, dass sich die Ölnachfrage nur langsam erholen wird und die Ölbestände vorerst weiter steigen dürfte, behielten die Experten von Morgan Stanley ihre Preisprognosen für Brent unverändert bei 35 Dollar pro Barrel für das vierte Quartal. Während der langsamere Anstieg der Rohölbestände im US-Zentrallager in Cushing den Druck, der auf dem US-Markt lastet, zumindest etwas abschwächt, bleibt für den Weltmarkt weiterhin die Frage, ob die OPEC+ ihre vereinbarten Produktionskürzungen vollständig umsetzen können.

Insgesamt sieht die fundamentale Situation heute Morgen wieder eher neutral aus. Die Notierungen an ICE und NYMEX bewegen sich am Morgen in etwa auf den Niveaus von Mittwoch. Es deuten sich bei den Inlandspreisen Abwärtspotenzial zu gestern an. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral bis bearish 

06.05.2020

Ölpreis hat sich verdoppelt – Produktionskürzungen und Nachfrageanstieg zeigen Wirkung

Mit der Corona-Krise brach die Nachfrage durch die globalen Lockdowns massiv ein. Zunächst war lediglich China betroffen, danach
mehr oder weniger die ganze Welt. Die Ölbestände nahmen rasant zu, denn die Raffinerien produzierten zunächst weiter und die
OPEC+ Länder steigerten im April sogar ihre Produktion.

Die Erholung der Nachfrage ist für Analysten schon seit Wochen der Schlüssel zu einer nachhaltigen Preiserholung. Jetzt, da die
Nachfrage anzieht, zeigt sich auch der erwartet deutliche Preisanstieg an den Ölbörsen. Momentan ist am Markt eine typische
Entlastungsrallye zu beobachten. Trader warteten nur auf eine gute Begründung, um Gewinne aus Short-Positionen mitzunehmen und
wieder zu kaufen. Die Notierungen an ICE und NYMEX geben in den Morgenstunden nach und kommen von den späten Hochs aus
der Nacht zurück. Dennoch bleiben die Futures weit oberhalb der Niveaus von gestern Nachmittag, sodass sich bei den Inlandspreisen
weitere Preissteigerungen ankündigen.

Fundamental: neutral bis bullish Chartanalyse: neutral bis bullish

05.05.2020

Rohöl markiert 2-Wochenhoch – Ölnachfrage hat Tief bereits hinter sich 

Die globalen Lockdowns werden schrittweise gelockert, zumindest in vielen Ländern Europas und den USA. China begann damit bereits schon vor Wochen.

Das ist natürlich ein positives Zeichen für die Nachfrage und von vielen Analysten liegt darin auch der Schlüssel für eine Normalisierung am Ölmarkt und wieder steigenden Preisen.

Diese Erwartungen, sowie die Aussicht auf einen ausbalancierten Markt bedingt allerdings, dass es keine zweit große Infektionswelle gibt, die zu einer erneuten Implementierung von Lockdowns führt, und die Nachfrageerholung abwürgt. Der Optimismus rund um die Nachfrage, die zunehmenden Produktionskürzungen außerhalb der OPEC, insbesondere in den USA, sowie die geringer erwarteten US Ölbestandsaufbauten sorgen für eine positive Stimmung an den Ölbörsen, sodass wir fundamental eine zumindest neutral bis bullishe Haltung einnehmen.

Mit den Preissteigerungen in den Morgenstunden starten die Futures weit oberhalb der Niveaus von gestern. Für das Inland bedeutet dies, dass ebenfalls mit starken Preisanhebungen zu rechnen ist. 

Fundamental: neutral bis bullish                     Chartanalyse: neutral bis bullish 

04.05.2020

Produktionskürzungen werden umgesetzt – Neuer Handelsstreit zwischen USA und China? 

Die Produktionssteigerungen der OPEC+ Länder im April ist nach dem Ende des vergangenen Abkommens keine Überraschung. Diesen Effekt hatte man mit dem Preiseinbruch im März/April bereits weitestgehend eingepreist, sodass dies aktuell keinen Einfluss auf die Preisbildung an den Ölbörsen hat.

Vielmehr konzentriert man sich auf die Umsetzung des aktuellen OPEC+ Deals, der mit dem Mai nun auch offiziell in Kraft getreten ist. Spannend wird sein, wie schnell die Länder die Produktionskürzungen umsetzen können. In den Vereinigten Staaten ist die Förderung laut DOE bereits um etwa 1 Mio. B/T gesunken und mit weiteren Kürzungen ist zu rechnen. Damit sind die wichtigsten Einflussfaktoren für die unmittelbare Preisbildung an den Ölbörsen umrissen.

Die Futures ziehen mittlerweile zwar an, Gasoil bleibt nach einer schwachen Eröffnung und den Kursverlusten vom Freitag allerdings dennoch deutlich unter den Niveaus vom Donnerstag. Bei den Inlandspreisen deuten sich aktuell deutliche Preisnachlässe an. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral 

30.04.2020

Bodenbildung: bullishe Bestandsdaten und technische Käufe stützen 

Die US Ölbestandsdaten sind mit Aufbauten von 9,0 Mio. Barrel bei Rohöl bullish ausgefallen, was es so auch eher selten gibt. Zwar blieben die Aufbauten hinter den Erwartungen zurück, doch der Hauptgrund für die bullishe Interpretation dürften die Zahlen zur Nachfrage, Produktion und Bestandsentwicklung bei Benzin sein.

In Verbindung mit dem erneuten Produktionsrückgang und den Lockerungen bei den Beschränkungen im öffentlichen Leben, macht sich etwas Optimismus breit, dass sich die Lage entspannt. Noch ist dies aber mit Vorsicht zu genießen, denn die Überversorgung bleibt voraussichtlich noch weiterbestehen.

Auf Grund der positiven Nachrichten zur Behandlung von Covid19, dem bullishen Charakter der US Ölbestandsdaten des DOE, den Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen sowie den Produktionskürzungen macht sich dennoch ein wenig Optimismus breit.

In den Morgenstunden setzen die Preise an den Ölbörsen ihre Rallye von gestern Nachmittag weiter fort und überschreiten damit die Vortageshochs deutlich. Damit zeichnen sich bei den Inlandspreisen deutliche Anhebungen zum Vortag ab. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: bullish 

29.04.2020

US-Bestandsaufbauten geringer als befürchtet – Short-Coverings stützen die Futures 

Der Rückzug großer Fonds aus den Frontmonaten wird die Futures in den kommenden Tagen und Wochen sicherlich etwas volatiler machen können. Trader und Fonds wollen sich davor schützen in einen Long-Squeeze zu geraten.

Auch in den USA hat Trump per Twitter angekündigt, dass der Lockdown in Texas, der Staat mit dem größten Benzinverbrauch in den USA, ab Freitag gelockert wird.

Die Lage scheint sich langsam zu bessern, doch noch sind wir lange nicht über den Berg. Auf Grund der immer stärker ausgelasteten Lagerkapazitäten werden die Preise unter Druck bleiben, bis die Produzenten außerhalb der OPEC+ ihre Förderung weiter reduzieren müssen. Angebot und Nachfrage werden gezwungen sein sich anzugleichen, was bedeutet, dass die Produktion eingestellt werden muss. Nach den API Daten und mit den Short-Coverings, starten die Futures an der ICE heute fester in den neuen Tag. Damit deuten sich bei den Inlandspreisen Aufwärtspotenziale zu gestern an. 

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: neutral bis bullish 

28.04.2020

Neuer Long-Squeeze? Trader flüchten aus den Frontmonaten 

Einige Mitglieder der OPEC+ Gemeinschaft haben bereits damit begonnen ihre Ölförderung vor dem 1. Mai zu reduzieren. Damit will man ein Zeichen setzen, dass man sich an die versprochenen Vorgaben halten wird und reagiert auf den anhaltenden Abwärtstrend der Preise.

Ob die Gruppe nun unzureichende Kürzungen früher oder später vornimmt hat keinen großen Einfluss auf die Gesamtkonstellation. Dies deutet weiter auf eine massive Überversorgung hin.

In Südkorea sind die kommerziellen Lager bereits voll und in den USA ist man auf dem besten Weg zu diesem Punkt.

Die US Ölbestandsdaten werden in den Fokus rücken, wobei hier vor allem auf Rohöl und Cushing zu achten ist. Mit dem Frontmonatswechsel bei Brent besteht die Gefahr eines neuen Long-Squeezes in dieser Woche, mit dem die Preise neue Rekord- bzw. Langzeittiefs markieren könnten. Im Vergleich zu gestern Nachmittag starten die Futures an den Ölbörsen weich, sodass sich am frühen Morgen weitere Preisnachlässe zu gestern andeuten. 

Fundamental: bearish                       Chartanalyse: bearish 

27.04.2020

Negativpreise bei ausgelasteten Lagern erneut denkbar 

Die alles entscheidende Frage am Markt ist aktuell und in den kommenden Wochen: wie lange werden die aktuellen Lagerbestände noch reichen? In Cushing ist damit zu rechnen, dass die Limits eventuell schon Ende kommender Woche erreicht werden. Aber auch global ist die Lage nicht unbedingt viel entspannter, was die steigende Anzahl an Öltankern auf der ganzen Welt zeigt.

Können die Produzenten ihr Öl nicht einlagern, werden diese ihre Förderung sicherlich abstellen müssen.

Sollten die Lagerkapazitäten erschöpft sein, dürfte sich dieses Schauspiel vermutlich wiederholen, und nicht nur an der NYMEX. Als Ergebnis werden Unternehmen ihre Ölförderung einstellen müssen. Da davon auszugehen ist, dass einige Unternehmen durch diese Situation in die Pleite getrieben werden, dürfte es in der Folge schwer sein die Anlagen wieder hochzufahren.

Die Futures an den Ölbörsen geben in den Morgenstunden nach, und Gasoil hat bereits das späte Freitagstief unterschritten. Bei den Inlandspreisen deuten sich somit weitere Abwärtspotenziale an. 

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: neutral bis bearish 

24.04.2020

Produktionskürzungen stützen - Ölfutures etwas fester 

Eigentlich hatten die OPEC und ihre Partner Mitte April vereinbart, die Ölproduktion ab 1. Mai gemeinsam um 9,7 Mio. B/T zu reduzieren. Das Land ist schon einmal vorgeprescht und hat mitgeteilt, dass es bereits damit begonnen habe, die eigene Förderung zu reduzieren. Zwar kann man dies als psychologischen bullishen Faktor bezeichnen, der den Ölbörsen gestern zumindest etwas Auftrieb gab, sollten andere große Produzenten – wie beispielsweise Saudi-Arabien jedoch nicht ebenfalls unverzüglich die Produktion drosseln, wird der bullishe Effekt schnell wieder verhallen.

Solange die Covid19-Pandemie jedoch nicht vollständig unter Kontrolle gebracht und die Wirtschaft nicht wieder vollständig hochgefahren wird, bleibt von dieser Seite ein großes Fragezeichen.

Aktuell betrachten wir die fundamentale Situation insgesamt jedoch als neutral. Die Ölfutures an ICE und NYMEX kommen derzeit von ihren ersten Hochs wieder zurück. Da sich ICE Gasoil weicher präsentiert als im Tagesverlauf am Donnerstag, zeichnet sich bei den Inlandspreisen heute Morgen Abwärtspotenzial zu gestern ab.

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral bis bullish 

23.04.2020

Saudis wollen Tanker für USA eventuell umleiten 

Der US-Markt bleibt deutlich überversorgt. Dies zeigten gestern einmal mehr die Bestandsdaten des DOE für die Woche zum 17. April. Die landesweiten Rohölbestände stiegen auf den höchsten Stand seit etwa drei Jahren und das Zentrallager in Cushing füllt sich weiter.

Angesichts der weiterhin niedrigen Ölpreise dürfte sich der Produktionsrückgang noch fortsetzen. Der Dringlichkeitsbeschluss, für den die Energieregulierungsbehörde des US-Bundestaates Oklahoma am gestrigen Mittwoch gestimmt hat, dürfte Produktionskürzungen zumindest für die dort aktiven Ölunternehmen etwas leichter machen.

Gespannt bleiben die Händler, was die saudischen Öllieferungen in die USA angeht, die bereits unterwegs sind. Sollte die US-Regierung die Tanker tatsächlich daran hindern, ihre Ware in den USA zu löschen und die Saudi Aramco die Lieferungen umleiten würde sich das Problem nur verlagern.

Die fundamentale Situation wird daher von uns weiterhin als bearish betrachtet. Da der EUR/USD dazu weiterhin geschwächt bleibt, deutet sich bei den Inlandspreisen heute zunächst einmal Aufwärtspotenzial zu gestern an. 

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: neutral bis bullish 

22.04.2020

Abwärtsspirale dreht sich weiter – OPEC Sondermeeting ohne Ergebnisse 

Die US-Rohölbestände steigen wie erwartet weiter und könnten innerhalb der kommenden Wochen an ihr Limit kommen. In 3 Wochen könnte es in Cushing soweit sein, doch das bezieht sich eher auf die Reports des DOE, die sich immer auf die Vorwoche beziehen. Es ist davon auszugehen, dass die Vorräte in Cushing pro Woche um etwa 5-6 Mio. Barrel zunehmen, zumindest, wenn man die letzten Wochen als Referenz heranzieht.

Die Nachfrage schrumpft zwei- oder dreimal so schnell wie das Angebot. Der Preisverfall ist ein brutaler, aber effizienter" Mechanismus, um die Produzenten davon zu überzeugen, Öl in der Erde zu lassen. Mit den zunächst noch steigenden Ölexporten der OPEC+ Gruppe wird die Lagerauslastung schnell zunehmen und die Preise weiter unter Druck setzen. Die Abwärtsspirale dreht sich heute Morgen weiter und die Ölpreise geben nach, sodass wir fundamental eine weiter klar bearishe Haltung einnehmen. Bei den Inlandspreisen deuten sich weitere starke Preisnachlässe an. 

Fundamental: bearish                       Chartanalyse: neutral bis bearish 

21.04.2020

Negativpreise: das Unvorstellbare ist passiert! 

Was bei nicht ausreichenden Lagerbeständen passiert, hat man gestern eindrucksvoll erlebt. Die negativen Preise wird einige US-Produzenten sicherlich in den Ruin treiben, da im US-Inland einfach viel zu viel Öl vorhanden ist. Die Negativpreise für WTI waren somit mehr als ein Warnschuss für die Produzenten.

Durch den Lockdown verarbeiten die Raffinerien deutlich weniger Rohöl.

Die OPEC ist entsprechend gewarnt und prüft daher auch die Förderung schon früher als angekündigt zu reduzieren. Die OPEC und andere Produzenten dürften daher große Sorgen haben, was die kommenden Tage und Wochen noch bringen.

Die Futures an der ICE starten heute Morgen mit einer nachgebenden Tendenz in den Tag und testen ihre Vortagestiefs. Brent hat dieses schon leicht unterschritten, was bei WTI bei einem Preis von aktuell 1,51 Dollar noch nicht gelungen ist. Das sind noch immer 41,83 Dollar über dem Vortagestief. Bei den Inlandspreisen deuten sich damit noch immer deutliche Preisnachlässe zu gestern an. 

Fundamental: bearish                       Chartanalyse: neutral bis bearish 

20.04.2020

Begrenzte Lagerkapazitäten: WTI fällt auf 21-Jahrestief 

Die US Rohölsorte WTI ist mit Preisen von unter 15 Dollar heute Morgen auf den niedrigsten Stand seit über 20 Jahren gefallen.

Wer jetzt Rohöl kauft wird Probleme haben es zu verarbeiten, da die Raffinerien ihre Auslastung erheblich gedrosselt haben. Und wer das Öl nicht verarbeiten kann, der muss es einlagern. Da die Lagermöglichkeiten allerdings zusehends schwinden, findet sich derzeit kaum ein Käufer für WTI.

Analyst Andrew Tilton, von Goldman Sachs, geht davon aus, dass es kurzfristig wegen der begrenzten Lagermöglichkeiten noch Abwärtsrisiken gibt. Er erwartet in den nächsten paar Monaten noch "sehr, sehr niedrige Preise".

Der Preiseinbruch im Frontmonat WTI kann die übrigen Futures durchaus etwas nach unten ziehen. So lange die Nachfrage nicht deutlich anspringt, überwiegen dann die Verkäufe, sodass Preisdruck entsteht.

Heute Morgen orientieren sich die Preise an der ICE weiter nach unten und notieren unterhalb der Freitagsniveaus. Bei den Inlandspreisen deuten sich keine großen Preisnachlässe an. 

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: neutral bis bearish 

17.04.2020

Saudi-Arabien und Russland vorbereitet auf weitere Kürzungen 

Am gestrigen Donnerstag veröffentlichte auch die OPEC einen bearishen Monatsbericht. Nach den bearishen Berichten von EIA und IEA überraschte dies jedoch an den Ölmärkten kaum noch jemanden, weswegen der Bericht nur einen moderaten Einfluss auf die Preise hatte.

Einer gestern veröffentlichten gemeinsamen Mitteilung zufolge, sind Saudi-Arabien und Russland daher bereits auf weitere Produktionskürzungen vorbereitet. Diese könne man, sofern nötig, zusammen mit den übrigen OPEC+ Ländern im Juni umsetzen.

Unterdessen fragen sich die Marktteilnehmer, wann die US-Wirtschaft wieder hochgefahren werden wird. US-Präsident Trump hatte zwar am Donnerstagabend angekündigt, in einigen Bundesstaaten könnte es noch vor Mai soweit sein, davon abgesehen machte er jedoch zum zeitlichen Rahmen noch keine genaueren Angaben.

Ähnlich wie gestern orientieren sich die Ölfutures heute Morgen nach einer kurzen Erholung derzeit wieder nach unten. Da sie jedoch von einem höheren Niveau aus kommen, deutet sich bei den Inlandspreisen zu gestern Potenzial für Aufschläge an. 

Fundamental: neutral bis bullish                     Chartanalyse: neutral bis bearish 

16.04.2020

OPEC-Monatsbericht und Trump-Ansagen im Fokus 

Die negativen Prognosen der EIA zum Nachfragewachstum im laufenden Jahr wurden von der IEA gestern noch einmal getoppt. Geht die EIA in ihrem aktuellen Monatsbericht von einem Rückgang der Nachfrage aus, rechnet die IEA sogar mit einem Rücksetzer um 9,3 Mio. B/T. Damit wäre der Internationalen Energieagentur zufolge ein Jahrzehnt des Nachfragewachstums ausradiert.

Ein umfangreiches Überangebot zeigten gestern auch die Daten des DOE zu den US-Ölbeständen wieder an. Während die Raffinerien ihre Produktion in der Woche zum 10. April erneut drastisch herunterfuhren nahmen die Rohölbestände deutlich zu. Angesichts des erneuten Rückgangs der Produktnachfrage stiegen aber auch die Vorräte an Destillaten und Benzin.

Die fundamentale Lage wird aktuell noch als neutral bis bearish eingeschätzt.

Nach der kurzen Erholung von Mittwochabend orientieren sich die Ölfutures mittlerweile auch wieder nach unten. Da jedoch auch der EUR/USD schwächer notiert , deutet sich bei den Inlandspreisen dennoch leichtes rechnerisches Abwärtspotenzial zu gestern Vormittag an. 

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: neutral bis bearish 

15.04.2020

Starke US-Ölbestandsaufbauten – Inlandspreise mit weiteren Abwärtspotenzialen 

Die Saudi-Aramco hatte ihre Verkaufspreise für Lieferungen im Mai relativ spät bekanntgegeben, da man auf den Ausgang der OPEC+ Verhandlungen wartete.

Saudi-Arabien will nun Marktanteile sichern, denn die Saudis haben das gleiche Problem wie alle anderen Produzenten: die beschlossenen Kürzungen werden nicht ausreichen die Überversorgung zu beenden, weshalb man mit allen Mitteln um Abnehmer kämpft.

In den USA versucht man nun mit der Freigabe der für die strategischen Reserven reservierten Lagerbestände für Entlastung zu sorgen.

Angesichts der dennoch massiven Überversorgung, der unverkauften Mengen in Westafrika, den zunehmend ausgelasteten Lagerkapazitäten im US-Inland sowie der Fortsetzung des Preiskampfes durch Saudi-Arabien sind diese Maßnahmen vermutlich nicht viel mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Heute werden die Marktteilnehmer auf den IEA Monatsreport warten, der am späten Vormittag veröffentlicht wird. Die Futures bleiben aber dennoch weiter deutlich unter den Niveaus von gestern Nachmittag, sodass sich auch bei den Inlandspreisen deutliches Abwärtspotenzial ankündigt. 

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: neutral bis bearish 

14.04.2020

Historische Kürzung der OPEC+ ist unzureichend 

Für Trump nehme die nun beschlossene Maßnahme der OPEC+ im Zusammenspiel mit den G-20 Ländern eher 20 als 10 Mio. B/T vom Markt. Das ist allerdings eine Milchmädchenrechnung. Die Produktionsausfälle in Libyen, Iran und Venezuela waren schon vor dem Deal vorhanden und sind damit keine Kürzung im Vergleich zu den Produktionsniveaus aus dem ersten Quartal.

Die Nachfrageausfälle im April und Mai werden von Goldman Sachs auf durchschnittlich 19 Mio. B/T geschätzt, sodass auch mit den Kürzungen im Mai eine Überversorgung bleiben würde. Sollten die Lager ihre Kapazitätsgrenzen erreichen dann bleibt nur noch die Lagerung auf Schiffen und Öltankern. Der Markt wird weiter nervös und volatil bleiben, denn gestern waren noch viele Händler im langen Osterwochenende und ein Großteil wird erst heute wieder zurück an die Märkte kommen. Momentan bleiben die Futures noch in einer engen Spanne, wobei diese unter den Niveaus vom Donnerstag bleiben, sodass sich bei den Inlandspreisen deutliche Abwärtsspielräume andeuten. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral bis bearish 

09.04.2020

Russland bereit für Kürzung  

Das DOE meldete am Mittwoch einen Anstieg der US-Gesamtölbestände um 33 Mio. Barrel. Den massiven Nachfragerückgang konnte dies jedoch nicht ausgleichen und so zeigten die Daten des DOE eine Überversorgung am amerikanischen Markt.

Während sich die USA vermutlich nicht an gemeinschaftlichen Produktionskürzungen beteiligen werden, wollen die OPEC+ Länder und andere Produzenten mit einer solchen Maßnahme der Überversorgung am Weltmarkt jedoch entgegenwirken. Ob eine Einigung darauf gelingen wird, darüber sind sich die Analysten noch uneins.

Auch wenn es ein Abkommen gibt, bleibt immer noch die Frage, wann die Nachfrage sich wieder erhole. Derweil versuchen nicht nur die Ölproduzenten, sondern auch die Konsumenten etwas dafür zu tun, dass das Überangebot am Ölmarkt abnimmt. So will nach China nun auch Indien seine strategischen Reserven auffüllen.

Mit den Meldungen aus Russland hat die Wahrscheinlichkeit für ein OPEC++ (OPEC+ sowie weitere Produzenten) Abkommen zur Kürzung der Produktion zugenommen. Bei den Preisen hat sich leichtes Abwärtspotenzial zu gestern ergeben. 

Fundamental: neutral bis bullish                     Chartanalyse: neutral

08.04.2020

US Ölbestände stark gestiegen – US Ölförderung wird 2020/21 sinken 

Trader warten auf Nachrichten zum Stand der Verhandlungen aus OPEC Kreisen. Es ist zu erwarten, dass eine mögliche Einigung auf Produktionskürzungen vorab durchsickern. Die Zahlen des API von gestern Abend lassen erwarten, dass auch das DOE heute einen bearishen Bestandsbericht veröffentlichen wird. Vermutlich wird die Zahl zur US Fördermenge stärker im Fokus stehen, da man eine Reduzierung der Produktion erwartet.

Der EIA Monatsreport scheint den US Präsidenten zu bestätigen, denn dieser sieht statt eines Wachstums in 2020 und 2021 nun einen Produktionsrückgang um -0,47 und -0,73 Mio. B/T. Eventuell sind dies Werte mit denen sich Russland und andere Länder zufrieden geben und eine Kürzung durchführen werden.

Die Marktlage bleibt vorerst weiter sehr volatil und von der Entscheidung der OPEC+ Länder am morgigen Donnerstag abhängig. Wir schätzen die fundamentale Konstellation daher unverändert neutral ein. Für das Inland zeichnen sich mit dem späten Kurseinbruch gestern zunächst allerdings Preissenkungen an. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral 

Stefan Klade 071 677 12 22 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

07.04.2020

Schwindende Lagerkapazitäten setzen OPEC+ unter Druck 

Es gibt begründete Skepsis, dass die ölproduzierenden Länder in dieser Woche Einigkeit bei dem Vorhaben eine gemeinsame Produktionskürzung zu beschließen erreichen.

Gespannt sein darf man auf das G-20 Sondertreffen am Freitag, dass nach dem OPEC+ Meeting vom Donnerstag stattfinden soll. Ein starker Anreiz sich auf Produktionskürzungen zu einigen dürften die zunehmend ausgelasteten Lagerbestände auf der ganzen Welt sein.

Einen Hoffnungsschimmer bezüglich der Ölnachfrage kommt unterdessen aus China, dem größten Ölimporteur der Welt. Die Raffinerien könnten in diesem Monat ihre Verarbeitung wieder in etwa auf das Durchschnittsniveau von letztem Jahr anheben. Auch in Österreich macht man sich erste Gedanken zu einem Restart der Wirtschaft, während die Nachfrage in den USA vermutlich noch weiter sinken wird, bevor sich die Lage verbessert.

Die Futures an der ICE ziehen in den Morgenstunden an und steigen über die Niveaus von gestern Nachmittag. Für das Inland deuten sich Aufwärtspotenziale zu Gestern an. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral 

06.04.2020

OPEC+ verschiebt Sondermeeting – Trump droht mit Zöllen 

Bevor es zu einer koordinierten Kürzung kommt, sind noch viele Fragen offen. Wer kürzt wie viel, wie werden die Kürzungen gemessen und wie kontrolliert?!

Unterdessen gehen Experten davon aus, dass es der OPEC ohnehin nicht gelingen kann die Preise nachhaltig zu stützen. Auch bei der IEA sieht man das Vorhaben der OPEC+ Länder weiter sehr skeptisch.

Im April werde die Ölnachfrage durch den reduzierten Berufsverkehr, die wirtschaftliche Abschwächung sowie den Ausfall von Flügen sinken. Selbst wenn die Ölproduzenten ihre Fördermengen reduzieren würden, würde das die Ölbestände im zweiten Quartal steigen lassen, so die Einschätzung des Chefs der IEA. Die Aussicht auf ein OPEC+ Sondermeeting am Donnerstag und die Chance einer Produktionskürzung verhindert weitere Wetten auf fallende Preise.

Zwar gaben die Preise an ICE und NYMEX zur Eröffnung heute Morgen etwas nach, mittlerweile ziehen diese aber wieder an, sodass sich bei den Inlandspreisen heute Morgen Preissteigerungen im Vergleich zu Freitag andeuten. 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral bis bullish 

03.04.2020

Zweifel an Wirkung einer potenziellen OPEC+ Kooperation - Rohölfutures etwas weicher 

Bei über einer Million liegt mittlerweile die Zahl der bestätigten SARS-CoV-2-Infizierten. Etwa 53.000 Menschen sollen an der Lungenkrankheit Covid19 offiziellen Daten zufolge bereits gestorben sein. Einige Länder haben ihre Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zuletzt noch einmal verlängert.

Dies beeinflusst auch die Schätzungen zur Entwicklung der Ölnachfrage. So geht man beim Handelshaus Trafigura mittlerweile davon aus, dass wohl etwa 35 Mio. B/T an Nachfrage zerstört werden.

Die Händler werden auch auf die Bekanntgabe eines möglichen Termins für ein OPEC+ Treffen warten. Selbst wenn dieses stattfinden sollte und die Produzenten sich auf eine Kürzung einigen könnten, zeigt die fundamentale Situation jedoch weiterhin „Nachfragezerstörung und Bestandsaufbauten“ an. Die „Angst und das Durcheinander“ am Markt erinnere an die Finanzkrise, so Driscoll.

Am Freitagmorgen notieren die Rohölfutures an ICE und NYMEX unter dem Niveau der Settlementwerte von Donnerstag, wohingegen ICE Gasoil fester ist. Daher zeichnet sich für das Inland leichtes Aufwärtspotenzial zu gestern ab. 

Fundamental: neutral bis bearish                    Chartanalyse: neutral bis bullish 

02.04.2020

Trump bespricht Lage mit US-Ölunternehmen - Ölfutures fester 

Die Auswirkungen der Maßnahmen, mit denen man die Covid19-Pandemie unter Kontrolle bekommen will, auf die Nachfrage zeigen sich auch in den USA mittlerweile deutlich. Schon zum zweiten Mal in Folge sank die Gesamtnachfrage nach Produkten in Übersee beträchtlich. Auch die Nachfrage der Raffinerien nach Rohöl nahm in der vergangenen Woche ab, was letztlich zu einem Anstieg der US-Gesamtölbestände führte.

Wie sich die Situation am Ölmarkt weiter entwickelt dürfte nun einerseits davon abhängen, welche Maßnahmen die US-Regierung und die Ölproduzenten vereinbaren, und andererseits davon, wie stark sich der Kampf um Preise und Marktanteile zwischen Saudi-Arabien und Russland noch verschärfen wird.

Heute Morgen zogen die Ölfutures an ICE und NYMEX zunächst einmal an, während der EUR/USD geschwächt blieb. Da der ICE Gasoil Kontrakt allerdings noch unter dem Niveau vom frühen Mittwochnachmittag notiert, deuten sich für das Inland derzeit weiterhin Möglichkeiten für leichte Preisnachlässe an. 

Fundamental: bearish                       Chartanalyse: bullish 

01.04.2020

Ölnachfrage könnte um 30 Mio. B/T fallen – WTI testet 20 Dollar-Marke 

Bisher scheint kein Ende des Preiskrieges zwischen der OPEC und Russland in Sicht zu sein. Ölproduzenten wie der Irak werden im April ihre Förderung und Exporte weiter hochfahren, während Saudi-Arabien ebenfalls weitere Exporte ankündigt. Analysten schätzen, dass am Wochenende bei der Saudi Aramco eine weitere Preissenkung für Lieferungen im Mai beschlossen werden könnte.

Durch die Eindämmungsmaßnahmen in der Corona-Pandemie kommt auch in den USA das öffentliche Leben immer mehr zum Stillstand.

Die Bestände würden weiter steigen und Kapazitäten der Lagerauslasten. Früher oder später wird die Ölförderung sinken müssen, wenn nicht freiwillig, dann durch eine Auslastung der Lager. Langfristig könnte die aktuelle Entwicklung dem Markt dabei helfen wieder in Balance zu bringen und die Preise steigen zu lassen, kurz- bis mittelfristig ist der Druck noch enorm.

Die Ölpreise an ICE und NYMEX starten unter den Niveaus von gestern Mittag in den Tag, sodass sich für das Inland momentan deutliche Preisnachlässe ankündigen. 

Fundamental: bearish                       Chartanalyse: neutral 

 

Die OPEC hat sich nun dazu entschlossen vor einem Sondermeeting erst das Joint Technical Committee (JTC) tagen zu lassen. An dem für heute und morgen angesetzten Treffen des JTC werden Vertreter aus Saudi-Arabien, Russland, Algerien, Irak, Kasachstan, Kuwait, Nigeria und den Vereinigten Arabischen Emiraten teilnehmen.

Auf das JTC könnte dann ein Sondermeeting der OPEC+ Gruppe folgen. Der wahrscheinlichste Termin ist aktuell der 14.-15. Februar, also kommende Woche Freitag und Samstag.

Damit bleiben die Futures aber noch immer unterhalb der Preisniveaus von gestern Vormittag und Mittag, sodass sich bei den Inlandspreisen weiterhin Abwärtspotenziale zeigen.

 

Fundamental: neutral                        Chartanalyse: neutral